Eschweiler - Strikte Sachlichkeit und strenge Formen

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Strikte Sachlichkeit und strenge Formen

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Einer von vielen Künstlern, die im Sommer in der Galerie Art Engert ausstellen: André Schweers.

Eschweiler. Wenn alle Welt in Urlaub fährt, um sich zu erholen und neue Kräfte zu schöpfen, ist es auch für eine Galerie und ihr „Geschäft“ mit der Kunst angebracht, innezuhalten. Die Sommerausstellung „Künstler der Galerie“, die bis zum 22. August in der Galerie Art Engert an der Wilhelmstraße 73 g, gezeigt wird, regt zum Besinnen an.

Arrangiert hat die Galeristin Anita Engert Zeichnungen, Gemälde und Objekte zu einer Schau von strikter Sachlichkeit, von wohltemperierter Farbgebung, von strengen Formen und markanter Zurückhaltung. Gezeigt werden Arbeiten von der Galerie langjährig bekannten und schon des Öfteren vorgestellten Künstlern wie André Schweers, Dieter Rogge, Gerd Winter, Werner Neuwirth, Annemarie Laner und Masaki Yukawa und erstmalig präsentierten Künstlern wie Markus Baldegger und Anita Kontrec.

Sieht man sich in der Ausstellung um, so verstärkt sich der Eindruck der Zurückhaltung und der wohltemperierten Farbgebung. Da zeigen sich die Zeichnung von Dieter Rogge und die Kaltnadelradierung von Annemarie Laner in schwarz-weißen Abstufungen, nicht aufdringlich, aber doch in ihrer Schlichtheit Aufmerksamkeit erregend.

Der Zeichner Werner Neuwirth ist mit zwei „gemalten Zeichnungen“ vertreten, die Motive im Stil seiner Zeichnungen sind farbige, geometrische Figuren auf einem zartfarbigen Untergrund. Gert Winter, der „Master of Colours“ steuert zwei Farbstücke, auf schweren Holztafeln gemalte Arbeiten, bei. Alte Bekannte der Galerie sind André Schweers und Masaki Yukawa. Von Schweers sehen die Besucher zwei kleinere Papierarbeiten, davon ein weißes Relief von feiner Struktur, das Assoziationen an hochmittelalterliche Schriften aufkommen lässt.

Stark im Ausdruck

Masaki Yukawa, der wieder in Japan lebt und arbeitet, bricht mit seinen beiden Arbeiten aus der Phalanx der zarten Farben aus. Stark im Ausdruck und seinen Formen wie in seinen Farben, bildet er einen Kontrast zu den übrigen Arbeiten und setzt mit seinen japanisch inspirierten Motiven einen Kontrapunkt. Einen Kontrapunkt, der nicht irritiert oder provoziert, der nicht befremdet und die von Pastellfarben bestimmte Atmosphäre stört. Nein vielleicht sollte man sagen, er belebt das Gesamtbild, wirkt wie ein Farbtupfer in der Galerielandschaft und zieht sich dann wieder asiatisch vornehm zurück.

Die großen Arbeiten werden von den beiden Künstlern Anita Kontrec und Markus Baldegger beigesteuert. Der Schweizer Künstler ist ein Maler und Meister der Farbe, ähnlich wie Gerd Winter, und doch unverkennbar verschieden. Farben, sie alleine, beschäftigen den Künstler und geben seinem Malen Sinn. Zarte und doch zähe mächtige Bilder sind das Ergebnis, voller Schönheit und gemalter Kostbarkeit, gemalte Assoziationen der Natur. Eine Arbeit ist aus dem Zyklus „Für die Vögel“, den Baldegger von 2010 bis 2013 gemalt hat. Sie ist eine Hommage an den Flug der „Freien“, die die Sehnsucht des „geerdeten“ Künstlers widerspiegelt.

Anita Kontrec ist eine Vertreterin der Objektkunst. Von kroatischer Herkunft liegen die Orte ihres Schaffens in Zagreb und NRW. Die Farben sind für sie grundlegende Elemente. Ihr Anliegen ist es, die Bedeutung der Farben und einfacher archaischer Formen mit Mitteln zeitgenössischer Technik auszudrücken. Sie verwendet hierzu Kunstharz als Formmaterial, das sie mit lichtechten und zum Teile mit leuchtenden Pigmenten mischt. Mit den „farbigen“ Bildobjekten zeigt sie wie die leuchtende Kraft der Farben einen Raum transformieren und beleben kann. Für sie ist die Farbe nicht nur der Träger der Botschaft, sondern die Botschaft selbst. Mit drei großen Objekten veranschaulicht sie ihr Konzept der „architekturbezogenen Malerei“.

Entgegen den sonstigen Gewohnheiten der Galerie Art Engert beginnt die Ausstellung nicht mit einer Vernissage. Die Galerie lädt vielmehr ihre Freunde und alle Liebhaber der Kunst oder solche, die es werden wollen, zu einem sommerlichen Besuch während ihrer Öffnungszeiten und zu einem kunstorientierten Gespräch bei gekühlten Getränken ein, bei schönem Wetter im Garten. Von Zeit zu Zeit bittet die Galerie auch auf kurze Frist – wetterbedingt - per E-Mail zu einer Grillparty–, natürlich immer begleitet von „kunstsinnigen“ Gesprächen. E-Mail Adressen für solche Einladungen nimmt die Galerie gerne entgegen. Die Galerie ist geöffnet dienstags bis freitags von 14 bis 19 Uhr, sowie samstags von 11 bis 15 Uhr.

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