Eschweiler - Streik sorgt für Stillstand auf den Gleisen

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Streik sorgt für Stillstand auf den Gleisen

Von: Sarah Maria Berners und Theres Dickmeis
Letzte Aktualisierung:
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Weit und breit kein Zug in Sicht: Der Streik hat die Berufspendler verschont. Nach der Hauptverkehrszeit waren nur wenige Fahrgäste vergebens zum Bahnsteig am Talbahnhof gekommen. Einige zeigen Verständnis, andere sind sehr Foto: Theres Dickmeis

Eschweiler. Am Bahnsteig in Weisweiler steht die Euregiobahn still. Der Lokführer sitzt in seinem Führerstand, hat die Füße hochgelegt und liest Zeitung. Es wird gestreikt bei der Bahn. Im Wartehäuschen sitzt ein junges Mädchen und blickt auf die Uhr.

11 Uhr ist doch schon vorbei, wo bleibt nur die Bahn in Richtung Aachen? „Ach ja, der Streik”, sagt die Dame schulterzuckend, als ihr der Lokführer erklärt, dass in der nächsten halbe Stunde keine Bahn fahren wird. Den hatte sie vergessen. Mist.

Ansonsten ist es ruhig am Bahnsteig, niemand da, der sich über den Streik ärgern könnte. Der Lokführer und viele seiner Kollegen haben um 8.30 Uhr ihre Arbeit niedergelegt. Der Berufsverkehr war da schon vorbei, der Streik zudem angekündigt. Deswegen war es an den Eschweiler Haltestellen relativ ruhig. Der freundliche Lokführer in Weisweiler musste anders als an großen Bahnhöfen keine wütenden Fragen der Fahrgäste beantworten.

Wenige wütende Fahrgäste

Wütende Fahrgäste gab es in Eschweiler indes natürlich schon. Zum Beispiel einen Herrn, der mit Wollmütze auf dem Kopf und Dokumenten in der Hand am Talbahnhof wartet. Seit anderthalb Stunden. Er ärgert sich, dass Fahrgäste wie er unter dem Streik leiden müssen, dass der Kampf auf dem Rücken der Passagiere ausgetragen wird. „Bei den Preisen sollten die Züge eigentlich pünktlich kommen, zumindest aber sollten sie überhaupt kommen”, sagt er, um seinem Ärger Luft zu machen. Zu seinem Behörden-Termin wird er nicht pünktlich erscheinen.

Mit ihm am Bahnsteig wartet eine junge Mutter mit ihrem Kind. Die beiden sind entnervt. Haben keine Lust, noch länger zu warten.

Am Bahnhof steht der Regionalexpress RE9 nach Gießen still. Der Zug ist leer, der Bahnsteig auch. Auch die wichtige Verbindungen RE1 „verkehrt mit Ausfällen”, so die Bahn auf ihrer Homepage. Sascha Delhaye steht am Eschweiler Bahnhof. Und läuft auf und ab. Er hat sich den Zug um 11.28 ausgesucht. „Aber ob der pünktlich kommen wird?” Grundsätzlich hat er Verständnis dafür, dass die Lokführer sich für Tarifverträge einsetzen . „Es ist halt ärgerlich für Menschen wie mich, die auf die Bahn angewiesen sind.” Sascha Delhaye muss beruflich nach Aachen, hat wichtige Termine. „Der Bus ist von Eschweiler aus keine geeignete Alternative”, sagt er. Während er mit dem Zug in gut zehn Minuten in Aachen sei, dauere es mit dem Bus sicher eine Dreiviertelstunde.

Die Gewerkschaft der Lokomotivführer will mit den Streikaktionen ein besseres Angebot der Arbeitgeber erkämpfen und einen flächendeckenden Tarifvertrag durchsetzen. Mit dem Streikbeginn um 8.30 habe man Rücksicht auf die Berufspendler genommen, sagte GDL-Chef Claus Weselky. Zudem sei der Streik schon am Vorabend bekannt gewesen, Fahrgäste hätten sich darauf einstellen können.

Die meisten Eschweiler haben - so scheint es - genau das getan und sind zwischen 8.30 und 11.30 Uhr erst gar nicht zu den Bahnsteigen gekommen. Die meisten, aber eben nicht alle, haben sich vorab informiert. Erst gegen 11.30 Uhr wird es langsam voller. Die Züge fahren wieder, der Streik ist vorbei. Dennoch sollte er noch Auswirkungen bis in die Abendstunden haben.
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