Stolberg/Eschweiler - Stolberger Agnesheim und Eschweiler Haus St. Josef planen Notschlafstelle

Stolberger Agnesheim und Eschweiler Haus St. Josef planen Notschlafstelle

Von: th/kol
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Diese Notschlafstelle in Essen ist Vorbild für die in Eschweiler oder Stolberg geplante Einrichtung: Heimatlose Jugendliche und ihre Betreuer sitzen im Gemeinschaftsraum im „Raum 58”. Wer in die Notschlafstelle kommt, erhält nicht nur ein warmes Bett für die Nacht, sondern auch ein Abendessen und Frühstück. Foto: ddp

Stolberg/Eschweiler. Neue Wege der Kinder- und Jugendhilfe wird das Stolberger Agnesheim in diesem Jahr gemeinsam mit dem Eschweiler Haus St. Josef gehen. Der Leiter der Eschweiler Einrichtung, Wolfgang Gerhards, stellte beim Neujahrsempfang des Hauses St. Josef das Projekt vor: eine Notschlafstelle für minderjährige Jugendliche.

Die Idee für das Projekt „Notschlafstelle für minderjährige Jugendliche” besteht bereits seit 2003. Nun soll sie auf Bitte der Jugendämter der Städteregion in Eschweiler oder Stolberg verwirklicht werden. „Wir arbeiten seit Jahren intensiv und hervorragend mit den Jugendämtern zusammen”, erklärt Kornelia Stöcker, Leiterin des Agnesheims, die gemeinsame Abstimmung von Bedarfen und Arbeitsschritten.

„Ein bistumsweit einzigartiges Projekt” nennt Wolfgang Gerhards das Vorhaben, für das zurzeit eine passende Immobilie gesucht wird. Schon jetzt gibt es zwei Notaufnahmegruppen, jeweils eine in Eschweiler und Stolberg. Diese sind im wöchentlichen Wechsel rund um die Uhr offen, um Jugendliche aufzunehmen, die zumeist von der Polizei gebracht werden und bis zum Vormittag bleiben können.

Eine „Notschlafstelle” ist ein niederschwelliges Angebot für minderjährige Jugendliche, die in einer normalen Heimeinrichtung nicht klarkommen, erläutert Gerhards. „Wir haben relativ viele solcher Jugendliche.”

Ein Vorbild für das Haus St. Josef und das Agnesheim ist der „Raum 58” in Essen, den sich die hiesigen Initiatoren auch angeschaut haben. „Es geht um Jugendliche ab 14 Jahre, die aus dem üblichen Betreuungsschema fallen, weil sie sich nirgendwo richtig einlassen können”, sagt Kornelia Stöcker. „Es sind Jugendliche, die sich schwertun mit einem festen Standort und festen Regeln.”

Der Bedarf ist auf jeden Fall da, das haben nicht nur die Jugendämter so formuliert. „Wir sehen den Bedarf seit der Installierung der Notaufnahmegruppen”, sagt Stöcker. „Da haben wir schon einen gewissen Personenkreis kennengelernt, für den dieses Angebot passend wäre.” Im Gegensatz zu anderen Einrichtungen sind die Betreuer in der Notschlafstelle nur die Reagierenden, sie sind da und zur Hilfe bereit, „ohne die Jugendlichen zu bedrängen”.

Die Vorbereitungen sind soweit abgeschlossen. Jetzt fehlt noch die Immobilie in Eschweiler oder Stolberg. Zwei Häuser in der Kupferstadt hat sich Kornelia Stöcker schon gemeinsam mit Katharina Oebel vom Stolberger Sozialamt angeschaut, beide hätten aber einen hohen Renovierungsbedarf.

Die Anlaufstelle soll neun Jugendliche aufnehmen können, am besten in Einzelzimmern. Und natürlich wäre es gut, wenn das Haus mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar ist.
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