Eschweiler - Stadtbücherei: Öffnungszeiten werden zum Streitthema

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Stadtbücherei: Öffnungszeiten werden zum Streitthema

Von: Mischa Wyboris
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Demnächst auch samstags beschäftigt? Ingrid Nicoleitzik, Mitarbeiterin der Stadtbücherei Eschweiler. Foto: Mischa Wyboris

Eschweiler. Wer samstags unterwegs ist, dürfte es schwer haben, ein geschlossenes Geschäft zu finden. Das gleiche gilt für die meisten der 17 Bibliotheken in der Region. Die Stadtbücherei Eschweiler macht jedoch eine Ausnahme.

Wer dort samstags schmökern, stöbern, leihen möchte, rennt vor verschlossene Türen. Ein Unding, findet Cyril Trappe. „Meines Erachtens wird beim Thema Öffnungszeiten der Stadtbücherei versucht, dem Bürgerwillen mit Scheinargumenten zu begegnen, um die Stadtbücherei samstags weiter verschlossen zu halten”, sagt der Mathematik- und Physiklehrer.

Was indes der Bürgerwille eigentlich ist, muss sich erst noch herausstellen. Im Auftrag des Kulturausschusses läuft noch bis zum kommenden Freitag eine Umfrage zur Zufriedenheit der Bürger mit den Öffnungszeiten der Eschweiler Bibliothek.

In der Sitzungsvorlage der Verwaltung zum Kulturausschuss vom 22. Mai 2009 heißt es bereits, dass die Stadtbüchereien Baesweiler, Düren, Jülich, Herzogenrath und Erkelenz „einen beachtlichen samstäglichen Besuch” verzeichnen. Ähnlich ist es in Hückelhoven, wo die Stadtbibliothek 27 Stunden in der Woche geöffnet ist (in Eschweiler sind es 22).

Obgleich es dort derzeit nur 2,33 Planstellen gibt (Eschweiler: 4,3), soll der Samstag nicht geopfert werden. „Eher würden wir den Kulturbetrieb fallen lassen, als den Samstag nicht geöffnet zu haben”, sagt Sabine Sierpinski, Leiterin der Stadtbücherei Hückelhoven. „Man kann im Jahr 2010 samstags nicht mehr geschlossen haben, das gehört zur Dienstleistung.”

Allerdings: Die Bücherei befindet sich im städtischen Gymnasium, und dort gebe es ganz andere Möglichkeiten, erklärt Michaele Schmülling-Kosel, stellvertretende Leiterin der Eschweiler Stadtbücherei. Ob es an geöffneten Samstagen in Eschweiler tatsächlich zu Mehrausleihen käme, müsste sich erst zeigen. Genauso gut könne es bloß eine Verschiebung im Verhalten der Nutzer geben.

Außerdem: „Würden wir samstags öffnen, würde das zu Lasten unseres kulturellen Angebots gehen”, sagt Schmülling-Kosel. Besondere Aktionen wie der Sommer-Lese-Club oder Büchereiführungen und Lesungen, bisher das Flaggschiff der Eschweiler Bücherei, wären genauso gefährdet wie die Öffentlichkeitsarbeit.

„Warum für einen Laden werben, der ohnehin fast immer zu ist?”, fragt Trappe. Ganz so ist es zwar nicht, aber tatsächlich bietet die Bibliothek nur einen Abend, an dem sie bis 20 statt bis 18 Uhr ihre Pforten öffnet.

Doch Schmülling-Kosel führt noch etwas ganz anderes ins Feld: „Wir liegen im Kreis Aachen immerhin an zweiter Stelle bei der Ausleihquote pro Öffnungsstunde.” Ob sich diese Quote nicht noch verbessern ließe, wenn auch samtags geöffnet wäre, könne niemand sagen.

Das vermeintlich letzte Wort sollen nun die Bürger haben - indem sie ihre Meinung kundtun. Damit kein Missverständnis aufkommt: Es geht nicht um die Frage, ob 22 Stunden in der Woche zu wenig sind, sondern lediglich darum, wie die bisherigen 22 geöffneten Stunden über die Woche verteilt werden.

„Ansonsten wäre das mit größeren Kosten oder zusätzlichem Personal verbunden, und das wäre eine Ausweitung der freiwilligen Leistung, die verboten ist”, erklärt Stadtsprecher Stefan Kaever. Und so steht denn auch als Anmerkung unter dem Fragebogen: Vorschläge, die Mehrkosten verursachen, „wie zum Beispiel die Ausweitung der Öffnungszeiten”, sind nicht zulässig.

Das Ergebnis der Befragung wird dem Kulturausschuss in der Sitzung am 17. November vorgelegt. Der Ausschuss soll dann über eventuell geänderte Öffnungszeiten entscheiden. Bei einer Umfrage aus dem Jahre 1995 waren übrigens noch 98 Prozent der Befragten zufrieden mit den Öffnungszeiten.
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