Eschweiler - St. Jöriser Internet-Steinzeit endet

St. Jöriser Internet-Steinzeit endet

Von: Patrick Nowicki
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Langes Warten am Rechner gehö
Langes Warten am Rechner gehört in St. Jöris bald der Vergangenheit an: Das Land sichert einen Zuschuss in Höhe von 180.000 Euro zu, um das Breitbandnetz im Nordwesten auszubauen. Foto: Imago/Jochen Tack

Eschweiler. Die Zeiten, dass die Menschen im Eschweiler Nordwesten nur im Schneckentempo im Internet surfen können, neigen sich dem Ende zu: Das Land sichert einen Zuschuss in Höhe von 180.000 Euro zu, um St. Jöris, Kinzweiler und Hehlrath ans Glasfasernetz anzubinden. Die Stadt muss ebenfalls etwa 80.000 Euro aufbringen.

Diese Summe ist im Etat 2013 vorgesehen, der noch im Dezember verabschiedet werden soll.

Damit endet eine lange Wartezeit. Sowohl die CDU als auch die SPD haben sich immer wieder für den Ausbau des Netzes stark gemacht. Da man immer wieder vertröstet wurde, luden die Christdemokraten in St. Jöris vor Monaten zu einer Informationsveranstaltung über LTE, also eine Funktechnik, ein. Diese zu nutzen, wird nun nicht mehr nötig sein, denn der Anschluss ans schnelle Datennetz erfolgt jetzt über Glasfaserkabel. Die Stadt wird mit der Deutschen Telekom einen Kooperationsvertrag unterzeichnen. Bei der Ausschreibung hatte die Telekom als einziges Unternehmen eine Anbindung mit Kabel angeboten.

„Beharrlichkeit zahlt sich aus”, freute sich am Donnerstag der Technische Beigeordnete der Stadt, Hermann Gödde. In dem Zusammenhang lobte er den Eschweiler Landtagsabgeordneten Stefan Kämmerling (SPD), der in den vergangenen Wochen nicht locker gelassen habe. Allerdings sieht der Dezernent noch weiteren Handlungsbedarf: „Wir werden sicherlich auch in anderen Bereichen der Stadt nachbessern müssen.” Als Beispiele nennt er Hastenrath und Scherpenseel im Süden und Neu-Lohn und Fronhoven im Norden.

Die Internet-Anbieter haben schnell reagiert. In den vergangenen Tagen häuften sich die Anfragen bei den Haushalten im Nordwesten. Die Vorfreude wird auch im Internet geschürt: Ein St. Jöriser, der im Netz prüfen lassen möchte, ob ihm DSL oder VDSL zur Verfügung stehe, kann sich schon jetzt über ein Ja freuen. Bis jedoch zwei Megabit pro Sekunde erreicht werden, müssen erst einmal die erforderlichen Leitungen gelegt sein. Das soll in jedem Fall in 2013 erfolgen. „Der Förderbescheid setzt voraus, dass wir das im nächsten Jahr umsetzen, ansonsten verfällt die Förderzusage”, berichtet Gödde.

Eine Ursache für die lange Wartezeit wurde sogar an offizieller Stelle gefunden. Offenbar stimmten die Angaben im Breitbandatlas nicht mit der Wirklichkeit der Menschen in St. Jöris überein. Die Stadt musste sogar nachweisen, dass die Breitbandversorgung im Nordwesten unzureichend ist. „Wir haben uns dies von der Deutschen Telekom und Vodafone bestätigen lassen”, berichtet Hermann Gödde.

Die Karte wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie angeboten, um einen Überblick über die Leitungsgeschwindigkeiten in den Orten zu geben. Inzwischen sind die Daten abgeglichen, und der Atlas wurde aktualisiert.

Im Nordwesten erfreuen sich nur Teile von Kinzweiler der schnellen Breitbandversorgung. Mit merkwürdigen Folgen: „Das führte dazu, dass Menschen in der gleichen Straße mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten surften.” Diese skurrile Situation hat im nächsten Jahr ein Ende.
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