Sport, Spaß, Spiele: Sind Ferienangebote noch zu halten?

Von: se
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Eschweiler. Kaum haben die lang ersehnten Sommerferien angefangen, sind sie auch schon wieder gut wie vorbei. Auch in diesem Jahr haben wieder zahlreiche Kinder aus der Indestadt an den verschiedenen Ferienspielangeboten teilgenommen.

Zwei Wochen Spaß, tolle Ausflüge und bunte Programme ließen die Herzen der Teilnehmer höher schlagen.

Damit dies jedoch gewährleistet ist, bedarf es nicht nur einer intensiven Planung, sondern es müssen auch genügend Betreuer mit von der Partie sein. Doch genau hier liegt immer häufiger das Problem.

Ausflüge in Freizeitparks, Zoobesuche, Zeltlager, Fahrradtouren und Zirkusvorführungen gehörten auch zum Ferienalltag von Käthe Körfer. 18 Jahre lang war sie die Leiterin der Ferienspiele in St. Michael. Doch im vergangenen Jahr war Schluss. Ein Schritt, der Körfer nicht leicht fiel, jedoch ihrer Meinung nach notwendig war. „Einige Betreuer hatten angekündigt, dass sie aus beruflichen und privaten Gründen nicht mehr mitfahren können“, berichtet sie und fügt hinzu: „So konnte ich die Betreuerzahl nicht mehr gewährleisten.“

99 Teilnehmer

Als sie vor 18 Jahren als Leiterin anfing, nahmen gerade einmal 36 Kinder an den Ferienspielen teil. Im vergangenen Jahr waren es 99 Teilnehmer, zu denen auch sechs behinderte Kinder zählten. Um deren Wohl kümmerten sich eine Krankenschwester sowie eine Heilerziehungspflegerin.

Nachdem auch diese beiden nicht mehr mitfahren konnten, fasste Körfer folgenden Entschluss: „Lieber im Guten aufhören als mit zu wenig Betreuern fahren.“

Einen Nachfolger hat man bis heute nicht gefunden. Stefanie Sieger-Bücken, Gemeindereferentin der Pfarre St. Peter und Paul, sieht dafür folgende Gründe: „Ferienspiele auszurichten ist ein riesiger organisatorischer Aufwand und hinzu kommen die verschiedenen Schulungen, die auch sehr viel Zeit in Anspruch nehmen.“ Allein der Erwerb der Jugendleitercard, JuLeiCa, nimmt ein ganzes Wochenende in Anspruch.

Auch Ruth Münstermann, Leiterin der Ferienspiele der Arbeiterwohlfahrt (Awo) Dürwiß, beginnt mit den Planungen bereits ein gutes halbes Jahr im Voraus. „Wir setzten uns meist schon nach Karneval zusammen und besprechen, was wir machen können“, meint sie. Betreuer sind jedoch auch hier eher Mangelware. „Es wird immer schwieriger Menschen zu finden, die ehrenamtlich etwas machen wollen.“ So behilft man sich mit Hilfsbetreuern, die die Verantwortlichen während der Ferienspiele unterstützen. Dies sind meist ehemalige Teilnehmer der Ferienspiele, die aufgrund ihres Alters nicht mehr mitmachen können.

Damit der Kontakt zu diesen nicht abreißt versucht auch Heinz-Peter Wiesen, Leiter des Kinderferienwerks Röhe, die Ehemaligen zunächst als Hilfsbetreuer einzusetzen. So sei es möglich die jungen Erwachsenen für einige Jahre bei der Stange zu halten, meint Wiesen. Doch dies funktioniert nicht immer problemlos. „Meistens geht es so lange gut, bis die jungen Erwachsenen andere Interessen entwickeln“, meint Wiesen.

Dieser Entwicklung steht Käthe Körfer allerdings skeptisch gegenüber. „Bei unseren Ferienspielen gab es auch Hilfsbetreuer, die den erfahrenen Betreuern unterstellt waren“, sagt sie und fügt hinzu: „Ich arbeite selbst im offenen Ganztag und habe deshalb eine etwas andere Auffassung von einer guten Betreuung. Nicht jeder ist dafür geeignet.“

Sonderurlaub? Fehlanzeige!

Und das ist nicht das einzige Problem. Immer mehr Arbeitgeber geben ihren Angestellten ungern während der Sommerferien frei. „Den Betreuern steht dieser Sonderurlaub zu, jedoch wird dies von vielen Arbeitgebern nicht gern gesehen und so kommt es, dass sich einige gar nicht erst trauen nachzufragen“, sagt Heinz-Peter Wiesen.

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