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Spiel zwischen intellektuellem Humor und plattem Witz

Von: lbe
Letzte Aktualisierung:
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Was Man(n) nicht alles tut: Mit akrobatischen Einlagen auf und mit dem Klavier sorgte das Kabarett-Duo „Ass-Dur” bei ihrem Publikum für lautstarke Lachanfälle. Foto: Laura Beemelmanns

Eschweiler. „Würden Sie mich gefälligst angucken, wenn ich Sie verliebt ansinge?” Nun ja, jeder, der das liest oder hört, wird zugeben müssen, dass sich pure Romantik anders anhört. Und jeder, der das Musik-Kabarett-Duo „Ass-Dur” mit „1. Satz-Pesto” live gesehen hat, wird entdecken, dass Kabarett unglaublich viele Facetten haben kann.

Das faszinierte Publikum wurde nicht nur in die Kunst der einfachen, aber genialen Zauberkunst eingeführt. Nein, auch ein höchst intellektueller Vortrag mit musikalischen Highlights und einer vielfältigen Interpretation des allseits bekannten Meisterwerks „Es tanzt ein Bi-Ba-Butzemann” stand ebenso auf dem Programm wie klassische Musik, kombiniert mit einem von Weltliteratur inspirierten Liedtext: ein Pfannkuchen-Rezept. Noch nie vermittelte ein Mann so schön und charmant, dass eine Portion in etwa 950 Kilokalorien mit sich bringt.

Die beiden Musikstudenten Dominik Wagner (25) und Benedikt Zeitner (27), die ihr Handwerk unter anderem an der Hanns-Eisler-Hochschule für Musik in Berlin weiterentwickelten, pendelten auf komödiantische Art zwischen dem Niveau eines kulturell sehr hoch gesteckten TV-Senders und dem eines privaten, eher weniger anspruchsvollen. Schließlich sollte neben einer Fantasie-Reise in die Sphären der Intelligenz auch ein Malle-Urlaub mit „Re-Animations-Prinzip” drin sein.

Während der blonde Benedikt Zeitner zeitweise einen leicht exzentrischen, sehr schnell und hochgestochen sprechenden Professor darstellte, der mit dem „Schweigefuchs” (die Finger zu einem Fuchs geformt) das unfassbar unruhige und unhöfliche Publikum zum Schweigen brachte, erzählte sein braunhaariger Kollege Dominik Wagner in einem viel zu großen Karo-Hemd gekonnt die schlechtesten Witze der Welt - mit Erfolg. Zumindest er „fand es lustig”, dass ein Engel, der in einen Misthaufen fällt mit „Kotflügeln” wieder heraus spaziert.

Ein solch hoch kulturelles, intelligentes Publikum mit Niveau, wie das in Eschweiler, lässt sich jedoch nicht einfach so abspeisen: Es will Teil des Ganzen sein. So auch Zuschauerin Antonia, die nach Aussagen des Duos schon seit zehn Jahren heimlich hinterher reist, um immer wieder mit in die Show einbezogen zu werden. Jedenfalls fungierte sie neben reizender Magier-Assistentin auch als Geburtstagskind.

Und so spielte Dominik Wagner für sie allein „Happy Birthday” auf dem Klavier. Allerdings nicht einfach so, denn die ursprünglich einfache Komposition baute er in Meisterwerke von Beethoven, Mozart, Tschaikowski und James Bond so gekonnt ein, dass das Publikum vor Begeisterung überschwänglich applaudierte.

Was wäre ein Kabarett-Duo ohne Pointe? Kurzerhand spielten sie das Schluss-Medley und zogen sich versetzt mit akrobatischen Meisterleistungen auf der Bühne und zum Teil gleich auf dem Klavier um. Begeisternd!
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