Spagat zwischen Sparsamkeit und sportlichem Erfolg

Von: ran
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Sieht zwischen kurzfristigem Erfolg und langfristiger Ausrichtung einen schmalen Grad: Bayer 04-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Mehr als zwei Jahrzehnte arbeitete er für den Deutschen Fußball-Bund in Frankfurt am Main. Als kaufmännischer Geschäftsführer forcierte er die Umwandlung von Teilen des Fußball-Vereins TSV Bayer 04 Leverkusen in die Bayer 04 Fußball GmbH, für die er seit Juni 2004 als Sprecher der Geschäftsführung fungiert.

Am Sonntag war Wolfgang Holzhäuser nun bei den Sportfreunden Hehlrath, die in diesem Jahr ihr 90-jähriges Bestehen feiern, zu Gast. Im Vereinslokal „Hexenhaus” nahm der 59-Jährige zu Themen des aktuellen Fußballs Stellung und plauderte auch etwas aus dem „Nähkästchen”.

Doch zu Beginn stand erst einmal ein dickes „Dankeschön” auf dem Programm. „Die Lizenzspielermannschaft von Bayer 04 Leverkusen ist vor zwei Jahren zu einem Benefizspiel zu Gunsten der Hinterbliebenen unseres verstorbenen Jugendtrainers Peter Wolff angetreten. Und zwar kostenlos”, blickten der Sportfreunde-Vorsitzende Guido Esser und der Ehrenvorsitzende Hubert Neuss zurück. Für Wolfgang Holzhäuser nichts außergewöhnliches. „Profi- und Amateurfußball vertragen sich entgegen landläufiger Meinung gut. Denn gerade unsere jungen Spieler wissen in der Regel, woher sie kommen”, erklärte der Geschäftsführer.

Doch auch unangenehme Situationen gehören für den diplomierten Betriebswert zum Fußball dazu. Zum Beispiel Trainerentlassungen. „Rudi Völler und ich wollten Bruno Labbadia halten”, versicherte Wolfgang Holzhäuser. Doch dieser habe Angst gehabt, das zuletzt gestörte Verhältnis zur Mannschaft nicht kitten zu können. Dabei habe der Übungsleiter zu Beginn einen hervorragenden Eindruck gemacht. „Bruno Labbadia hat in Vorgesprächen Rudi Völler widersprochen. Da dachte ich, wer dies tut, der ist es!”

Die Frage, ob das „Modell Magath”, also Trainer und Manager in einer Person, Schule machen sollte, beantwortete Wolfgang Holzhäuser skeptisch: „Magath war Trainer und sonst nichts. Die Aufgaben des Trainer und des Managers zu vereinen, funktioniert schon vom zeitlichen Ablauf her nicht. Außerdem werden wir uns nicht von einer Person abhängig machen. Personen gehen, der Verein bleibt.”

Für ihn laute die Hauptaufgabe, die finanzielle Konsolidierung voranzutreiben und dennoch sportlich erfolgreich zu sein. Keine leichte Aufgabe. „Im Jahr 2003 betrug unser Gesamtvolumen an Spielergehältern 70 Millionen Euro. Zwei Jahre später waren es noch 30 Millionen Euro.”

Dass Geld und Erfolg (natürlich) zusammenhängen, liegt auch für Wolfgang Holzhäuser auf der Hand. „Bayern München hat in den vergangenen drei Jahren für Spielerkäufe 91 Millionen Euro mehr ausgegeben, als durch Spielerverkäufe eingenommen. Der VfL Wolfsburg liegt bei Mehrausgaben von 54 Millionen. Wir haben in dieser Zeit durch Transferbewegungen 21 Millionen Euro mehr eingenommen als ausgegeben”, zog der Bayer-Geschäftsführer einen Vergleich.

So sei die Abwägung zwischen kurzfristigem Erfolg und einer langfristigen Ausrichtung immer ein Tanz auf des Messers Schneide. „Wir wollen in Sachen Jugendarbeit und Scouting richtungsweisend sein und streben so langfristigen Erfolg an”, blickte Wolfgang Holzhäuser abschließend nach vorne. „Ein drittes Jahr ohne internationalen Fußball täte uns allerdings weh.”
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