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Sozialdienst stößt an seine Grenzen

Von: jrd
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„In allen Bereichen überlaufen”: Carmen Rosendahl-Küpper (l.) und Ursula Sieradzki vom SkF verzeichneten auch im Jahr 2009 steigende Beratungszahlen. Foto: Jessica Deringer

Eschweiler. Immer mehr Menschen suchen Rat, die Kapazitäten stoßen immer mehr an ihre Grenzen: Auch im vergangenen Jahr hat der Eschweiler Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) steigende Beratungszahlen verzeichnet. Mehr als 2000 Fälle haben die neun beruflichen Fachkräfte und 51 Ehrenamtlichen insgesamt betreut.

„Wir sind in allen Bereichen hoffnungslos überlaufen”, sagt Geschäftsführerin Carmen Rosendahl-Küpper. Am stärksten besucht war, wie in den vergangenen Jahren, die Schuldnerberatung. 395 Klienten nahmen den Dienst in Anspruch, dazu kamen 269 Kurzberatungen. Mit nur einer Stelle ist der Bereich hoffnunglos unterbesezt. „Das ist eine mittlere Katastrophe, weil unsere Warteliste enorm lang ist”, so Rosendahl-Küpper, die die Schuldnerberatung allein betreut.

Mehr als 100 Klienten warteten mittlerweile auf eine langfristige Beratung. „Untragbar” und „frustrierend” sei die Situation. Eine weitere Stelle, die für die Städteregion geschaffen werden sollte, gebe es immer noch nicht.

Zehn Klienten habe Rosendahl-Küpper kürzlich innerhalb von zwei Stunden beraten müssen - und das in der Ferienzeit. Schlimm sei dies vor allem für die Kinder der betroffenen Familien, so Vorsitzende Ursula Sieradzki, die zusammen mit Stellvertreterin Christel Weser und Monika Thevis den Vorstand des SkF bildet: „Die Lage ist hart an der Grenze, zumal viele Kinder betroffen sind - denn die sind immer die Benachteiligten.”

Als „einzige umfassende Beratungsstelle in Eschweiler” liegt das Hauptaufgabenfeld des Sozialdienstes in der Allgemeinen Sozialen Beratung. Unterstützt wird die Arbeit des SkF unter anderem von der Stadt Eschweiler, wofür die Verantwortlichen sehr dankbar sind.

355 Familien und Alleinstehende suchten im vergangenen Jahr Hilfe in den verschiedensten Lebensbereichen, sei es beispielsweise bei Behördengängen oder der Beantragung von Mutter-Kind-Kuren. Gerade letztere nähmen enorm zu, sagt Rosendahl-Küpper. Auffällig sei außerdem, dass immer mehr Klienten Deutsche seien: Laut Jahresbericht lag der Anteil der Migranten in 2009 nur bei gut 15 Prozent.

Dabei kämen die meisten Klienten mit „Multiproblemen”: „Sie können wetten, dass auch immer finanzielle Probleme dabei sind”, so die Geschäftsführerin. Trotz Arbeit lebten immer mehr Menschen in einer existenzbedrohlichen Lage. Der SkF habe hier den sozialpolitischen Auftrag, solche Zustände immer wieder anzuprangern.

Das umfassende Beratungsangebot des Sozialdienstes ist gerade in solchen Fällen sein größter Vorteil: Neben Schuldnerberatung und Allgemeinem Sozialen Dienst gewährleisten Sozialpädagogische Familienhilfe, Gesetzliche Betreuung, Schwangerschaftsberatung und Hilfen für Alleinerziehende eine umfassende Betreuung. Durch Aktionen wie den „Samstags-Treff” für Familien und Spendenaktionen oder Institutionen wie die Kleiderkammer unterstützt der SkF Hilfesuchende noch zusätzlich.

Die Möglichkeiten seien trotz allem beschränkt, sagt Rosendahl-Küpper: „Ideen haben wir genug, aber uns fehlen die finanziellen Mittel.”
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