Eschweiler - So zeigt man Einbrechern die Rote Karte

So zeigt man Einbrechern die Rote Karte

Von: se
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Eine normale Terrassentür stellt für Einbrecher kein Problem dar. Sie lässt sich in Sekundenschnelle öffnen. Foto: Stock/Blickwinkel

Eschweiler. Die Wohnung gleicht einem Schlachtfeld. Die Schränke sind leergeräumt und die Schubladen durchwühlt. Wertsachen wurden gestohlen und die Türen aufgebrochen. Das Chaos ist groß, und der Schock sitzt tief. Wenn ein Einbrecher zugange war, hinterlässt dies bei den Opfern meist Spuren. Unsicherheit und Angst, Alpträume und sogar Magengeschwürde können die Folgen sein.

„Es gibt keinen, der das einfach so wegsteckt“, sagt Norbert Winkler vom Kriminalkomissariat 44 der Aachener Polizei. Auch Christoph Herzog weiß dies nur zu gut. Vor zwei Jahren wurde er selbst Opfer eines Einbruchs und spricht aus eigener Erfahrung, wenn er sagt: „Man guckt schon ziemlich blöde, wenn man nach Hause kommt und die Terrassentüre aufsteht.“

Um die Indestädter für die Themen Einbruch und Brandschutz zu sensibilisieren, fand jetzt eine Informationsveranstaltung im Rathaus statt. Dabei waren die Mitarbeiter des Netzwerkes „Zuhause sicher“, eine Initiative, in der die Polizei zusammen mit Industrie, Handwerk, Versicherungen, Städten und Gemeinden arbeitet und die 2007 gegründet wurde.

Ludwig Voß, Vorsitzender der Schutzgemeinschaft für Aachen und Geschäftsführer der Kreishandwerkskammer Aachen sowie Manfred Beier und Norbert Winkler vom Kriminalkommissariat 44 (Opferschutz und Kriminalprävention) der Aachener Polizei und Manfred Krause von der Eschweiler Feuerwehr standen den Interessierten Rede und Antwort. Doch der große Ansturm auf die Veranstaltung, die von der Stadt Eschweiler und dem Stadtsportverband organisiert wurde, blieb aus. Und das, obwohl Einbruchs- und Brandschutz gerade in der dunklen Jahreszeit jeden Bürger etwas angehen.

Wie kann ich mich vor Einbrüchen schützen?

Mit dieser Frage setzten sich Manfred Beier und Norbert Winkler auseinander. Sie erklärten zunächst, wie Einbrecher vorgehen. In Ein- und Mehrfamilienhäusern sind meist Fenstertüren und Fenster die Schwachstellen, über die die Täter ganz einfach hineingelangen.

Wie einfach dies ist, konnten die Interessierten an Exponaten selbst ausprobieren. Mit einem einfachen Schraubenzieher, den auch die meisten Einbrecher benutzen, war das Fenster in wenigen Sekunden aufgebrochen und die Verwunderung groß. Dass man so schnell in Wohnungen und Häuser gelangt, hätten die meisten wohl nicht gedacht. Die Annäherung an das Haus durch den Garten sei keine Seltenheit. So rieten die Experten davon ab, Hilfsmittel wie Leitern oder Gartentische und –stühle ungesichert stehen zu lassen. Stattdessen solle man diese lieber wegräumen oder fixieren.

Zu welchen Zeiten wird besonders häufig eingebrochen?

Dem Vorurteil, dass dies meist in der Nacht geschehe, widersprach Winkler. In Ein- und Mehrfamilienhäusern liegt der Schwerpunkt zwischen 16 und 20 Uhr. „Das ist genau die Zeit, in der Sie gerade hier sind“, scherzte er und verwies darauf, besonders in der dunklen Jahreszeit, die von ihm auch als „Zeit der Einbrecher“ beschrieben wurde, Vorkehrungen zu treffen.

Was kann man tun, um Einbrüchen vorzubeugen?

Man sollte sowohl auf mechanische als auch auf elektronische Sicherung setzen, wobei die Mechanik immer vor der Elektronik steht. Sperrriegel, Teleskopriegel, sowie unterhalb der Klinke angebrachte Panzerriegel können dem Einbrecher sein Vorhaben deutlich erschweren. Wer sich noch sicherer fühlen will, schafft sich Alarmanlage und Bewegungsmelder an. „Wenn Täter nicht innerhalb von drei Minuten in ein Objekt eingedrungen sind, geben sie meistens auf“, wusste Winkler.

Auch Manfred Beier hatte noch einige gute Tipps auf Lager. So sollen die Nachbarn über einen anstehenden Urlaub informiert und auf fremde Personen in der Nachbarschaft geachtet werden. „Der Nachbar ist der Alptraum eines jeden Einbrechers“, sagte der Kripobeamte. Zudem müssen Fenster, Außentüren und auch Kellerfenster am Abend stets verschlossen werden. „Aktuell sind wieder viele Kinder unterwegs, die einbrechen, und die passen durch jede noch so kleine Öffnung“, warnte Beier.

Das Verschließen der Eingangstüre sei sogar bei Anwesenheit wichtig. „Wenn Sie sich auf dem Balkon oder im Garten befinden, können die Täter ungestört zuschlagen, ohne dass Sie etwas davon mitbekommen.“ Außerdem sollte weder der Haustürschlüssel draußen versteckt, noch der Stellenwert von sozialen Netzwerken unterschätzt werden. Wer dort seine längere Abwesenheit bekannt gibt, muss sich über einen Einbruch während dieser Zeit nicht wundern, da diese Seiten auch regelmäßig von Einbrechern durchgesehen werden.

Um ideal auf den Notfall vorbereitet zu sein, rät Beier Folgendes: Ruhe bewahren und nicht in Panik verfallen. Denn: Einbrecher sind Fluchttäter. Meist verscheucht sie bereits das Anstellen des Lichtes oder ein Ruf. Wer zudem stets ein Telefon griffbereit am Bett hat, braucht sich keine Sorgen zu machen. Zu guter Letzt hat Beier noch folgenden Tipp: „Betrachten Sie Ihr Heim mit den Augen eines Einbrechers. Oft wird dann klar, welche Vorkehrungen getroffen werden müssen.“

Doch nicht nur das Thema Einbruch stand an diesem Abend im Mittelpunkt. Manfred Krause von der Feuerwache Eschweiler klärte die Anwesenden über den Brandschutz auf. Schließlich spielt auch dieser gerade in der Vorweihnachtszeit eine wichtige Rolle. Wie schnell geht ein Adventskranz in Flammen auf und löst so einen Großbrand aus!

Damit es gar nicht erst soweit kommt, wies Krause auf die Wichtigkeit von Rauchmeldern hin. „Brandtote sind in der Regel Rauchtote“, erklärte er.

Nach Ausbrechen eines Feuers habe man höchstens zwei bis drei Minuten Zeit, die brennende Wohnung einigermaßen unversehrt zu verlassen. Ein richtig angebrachter Rauchmelder warne bereits im Schlaf und verschaffe so genug Zeit zur Flucht.

Auch den richtigen Umgang mit dem Feuerlöscher stellte Krause den Interessierten vor. Zum Schluss ging er darauf ein, wie das richtige Verhalten im Notfall auszusehen hat: „Ruhe bewahren, Panik verhindern und immer auf die Anweisungen der Feuerwehrleute hören.“

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