Sitzung der Bösen Buben: Starke Premiere der Bösen Mädchen

Von: ran
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Flower-Power: Die „Glühwürmchen“ zauberten ein tänzerisches Abba-Medley auf die Bühne. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Was für‘n Zirkus! Genau in diesen hatten die Bösen Buben der Kolpingsfamilie Eschweiler zu ihrer großen Kostümsitzung eingeladen und dazu eigens die Bühne der Delio-Arena in ein mächtiges Zelt verwandelt. Als Direktor beziehungsweise Präsident Guido Kuth dann erstmals in die Manege trat, konnte er im Publikum ein fantastisch buntes Völkchen begrüßen.

Neben so manchem Clown hatten sich sogar einige Robben unter die Jecken gemischt. Ausnahmsweise wurden beim Einmarsch auch keine Rosen an die holde Weiblichkeit verteilt. Stattdessen gab es standesgemäß Zuckerwatte und Popcorn!

Derart prächtig gestärkt, wurde der erste Programmpunkt mit Spannung erwartet. Und Kindertanzmariechen Julia Lenzen ließ gleich alle Fastelovends-Herzen im gut besetzten Zirkuszelt höher schlagen. Mit ansteckender Begeisterung und Herzlichkeit flog das Nachwuchstalent zu Klängen von „Pack die Badehose ein“ geradezu artistisch über die Bühne und erntete vollkommen zu Recht sowohl vor als auch nach der lautstark geforderten Zugabe Begeisterungsstürme.

Dagegen erweckte Thomas Schlenter beim Publikum in erster Linie Mitleid. „Ich ben ne ärme Student“, klagte der neue Stern am indestädtischen Büttenrednerhimmel, um sogleich den Beweis anzutreten. „In Ausnahmefällen muss ich schon mal um sieben Uhr aufstehen, schließlich schließen um acht die Geschäfte.“ Neben den vier natürlichen Feinden der Bahn, nämlich Frühling, Sommer, Herbst und Winter, benannte der Scharwächter auch die Zustände an den Universitäten: „Zuletzt fragte der Professor, ob man ihn auch in der letzten Reihe verstehen könne. ‚Ja, aber das macht nichts‘, lautete die Antwort.“ Als wenig später Walter Münchow, Vize-Präsident des Eschweiler Karnevalskomitees, und dessen Ehrenratsvorsitzender Männ Dohmen die Bühne betraten, ahnten die Jecken im Saal wohl bereits, dass nun außergewöhnliche Ehrungen auf dem Programm standen.

Doch zunächst ließ es sich Walter Münchow nicht nehmen, der gesamten Gesellschaft der Bösen Buben ein großes Kompliment auszusprechen: „Ihr holt den Zirkus, die Muppet-Show oder Ägypten nach Eschweiler. Hut ab vor Eurer Arbeit voller Herzblut.“ Dann schritten die beiden honorigen Herren zur Tat und zeichneten Margarethe Franken mit dem Silbernen Stern des Karnevalskomitees sowie Marianne Lenzen mit dem Goldenen Stadtwappen aus. Eleonore Kuth, die seit Jahren für die fantastischen Bühnenbilder bei den BöBu-Sitzungen verantwortlich zeichnet, und Helen Weidenhaupt als „treue Freundin“ der Gesellschaft erhielten den Sessionsorden.

Flower-Power war anschließend angesagt, als die sieben Damen der „Glühwürmchen“ plus „Hahn im Korb“ Marcel Jungbluth ein Abba-Medley tänzerisch auf die Bühne zauberten. Gewohnt heimstark präsentierten sich die Inde-Singers, die „die Mädchere“ im allgemeinen und „Ach Marie“ im speziellen besangen, mit „Mir ston op et leave“ Lebenslust versprühten und vor ihrem „Kölschen Potpourrie“ einen Herzenswunsch kundtaten: „Eemol im leave musste Schützekönig sin“. Angeführt von Dr. Heinz Jansen gab sich die Eschweiler Scharwache die Ehre. „Die Eischwiele Fastelovend ist ohne die Bösen Buben einfach undenkbar“, unterstrich der Präsident zunächst seine Hochachtung vor den Gastgebern.

Das Tanzpaar Anna Pütz/Sebastian Plönnes, der Stippefötche-Tanz, der Regimentsspielmannszug Grün-Weiß Lohn unter der Leitung von Thomas Graff sowie der Gardetanz der „schönsten Männer Eschweilers“ rissen das Publikum kurz darauf von den Sitzen. Büttenredner Jonas Wintz brachte den Zuhörern die Weltsicht des „Penners von nebenan“ näher, wies auf den Unterschied zwischen einem Beamten und Holz hin („Holz arbeitet“) und hob obendrein mit dem Heißluftballon ab.

Die Audienz von Prinz Wolfgang II. ließ das bunte Zirkusvolk einmal mehr auf den Stühlen tanzen. Unterstützt von Zeremonienmeister Frank dankte die Tollität unter dem Motto „I sing a Liad für di“ mit seinen Hits „Du ming Stadt“ und „Jecke Stadt“. Eine starke Premiere lieferten anschließend die Bösen Mädchen als neue Tanzgruppe der Bösen Buben ab. Tanzmarie Julia Wintz stand dabei letztmals auf der Bühne, bleibt „ihrer“ Truppe aber als Trainerin erhalten.

Viel zu erzählen von der „schönsten Zeit des Jahres“, dem Urlaub in Italien, hatte „Der Lange“ Alfred Wings. „Pool ohne Wasser, Tochter dafür mit Nudelallergie.“ Und erst die Anreise: „Schwarze Nummer, gelber Grund, halte Abstand, bleib gesund.“ Buchstäblich ins Wasser fiel das Männerballett. „Die badenden Wehnüsse – voll Inde(s) Wasser“ hielten sich tapfer über selbigem und schafften es auf beeindruckende Weise, keine einzige Bewegung synchron auszuführen. Sprichwörtlich für die gesamte Sitzung dann der mitreißende Auftritt des Trompeterkorps der KG Eefelkank Hastenrath: „Hallelujah“, „An Tagen wie diesem“ und „Superjeile zick“.

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