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Sieben weitere Mobilfunkanlagen in Eschweiler geplant

Von: Andreas Gabbert
Letzte Aktualisierung:
Installation einer Mobilfunkan
Installation einer Mobilfunkantenne auf dem Dach eines Wohnhauses: Auf dem Gebiet der Stadt Eschweiler sollen sieben weitere Anlagen errichtet werden. Foto: imago stock&people/Reto Zimpel

Eschweiler. Fast jeder hat heutzutage ein Handy. Im Alltag sind die Mobiltelefone kaum noch wegzudenken und werden nahezu bedenkenlos genutzt. Wenn aber ein neuer Sendemast aufgestellt werden soll, steht meist die Frage nach möglichen Gesundheitsgefahren im Vordergrund.

Es geht um mögliche Beeinträchtigungen und Schäden infolge der elektromagnetischen Felder des Mobilfunks, dem so genannten Elektrosmog.

Zurzeit gibt es 26 Mobilfunkstationen auf dem Gebiet der Stadt Eschweiler, sieben weitere sind an folgenden Standorten geplant: Stadtmitte/Patternhof; Dürwiß/ Grünstraße; Stich/Am Schlemmerich; Neu-Lohn/Strommast (Jülicher Straße); Deponie Alsdorf/ Warden; Weisweiler/In der Krause; Weisweiler/ehemalige Ziegelei. Für den Bereich Stadtmitte/Patternhof wurde schon ein Vertrag zwischen dem Grundstückseigentümer und dem Netzbetreiber abgeschlossen. Die Anlage ist aber noch nicht installiert. Für den Bereich Weisweiler - In der Krause wurde die Baugenehmigung bereits erteilt.

Kein anerkannter Nachweis

Ob im jeweiligen Bereich tatsächlich eine Anlage errichtet wird, ist noch nicht sicher, da Gespräche mit den Grundstückseigentümern und eine Überprüfung der Örtlichkeiten noch ausstehen. Die tatsächlichen Standorte können daher abweichen. An einigen der genannten Plätze sind außerdem schon Anlagen vorhanden, in diesen Fällen ist davon auszugehen, dass weitere hinzu kommen, oder dass veraltete Anlagen modernisiert werden.

Darüber, ob und in welchem Maße die Strahlung für Menschen gefährlich ist, streiten die Experten seit Jahren. Bislang konnte aber weder ein allgemein anerkannter und lückenloser Nachweis der Unschädlichkeit der elektromagnetischen Felder des Mobilfunks erbracht werden, noch konnten bisher eindeutige Kriterien aufgezeigt werden, ab welchem Grenzwert gesundheitliche Beeinträchtigungen durch „thermische Effekte” ausgeschlossen sind.

Migräne und Schlaflosigkeit

Für Personen, die hochfrequenter Strahlungsenergie zum Beispiel über Mobilfunksendeanlagen oder von ihrem Handy ausgesetzt sind, ist die Energie von Bedeutung, die auf den Körper trifft. Vom Handy, das unmittelbar am Körper sendet, trifft die größte Strahlungsenergie auf den Körper. Diese Energie kann zur Erwärmung des betroffenen Gewebes führen (thermischer Effekt). Um diese Erwärmung zu verhindern, wurden Grenzwerte festgesetzt (siehe Box).

Während man sich über die thermischen Wirkungen hochfrequenter Strahlung weitgehend einig ist, geben die so genannten nicht-thermischen Wirkungen in der Öffentlichkeit viel Anlass zur Diskussion. Es gibt eine Reihe von Untersuchungen, die über biologische Wirkungen im Bereich niedriger Intensitäten - auch unterhalb der derzeitigen Grenzwerte - berichten, aber noch nicht als wissenschaftlich gesichert gelten. Unter anderem werden die beobachteten Effekte mit Beschwerden wie Migräne und Kopfschmerzen, Schlaf- und Konzentrations- sowie allgemeinen Befindlichkeitsstörungen in Zusammenhang gebracht. Auch mögliche Auswirkungen auf Krebserkrankungen oder die Beeinflussung des Zentralnervensystems werden diskutiert.

Konflikte bei der Errichtung neuer Mobilfunkanlagen soll die zwischen Netzbetreibern und kommunalen Spitzenverbänden geschlossene „Mobilfunkvereinbarung” vermeiden. Gleichzeitig wurde die Landesbauordnung geändert. Durch diese Gesetzesänderung können die meisten neuen Standorte ohne Genehmigung errichtet werden. So ist zum Beispiel für den Bau einer Mobilfunkanlage bis zu einer Masthöhe von zehn Metern als selbstständige bauliche Anlage in, auf oder an einem Gebäude keine Genehmigung erforderlich.

Meist reicht ein Mietvertrag

Oftmals genügt ein Mietvertrag zwischen dem Netzbetreiber und dem Grundstückseigentümer, um eine Sendeanlage aufzustellen. Die Betreiber sind lediglich verpflichtet, vorab die Notwendigkeit von Ausnahmen und Befreiungen abzufragen. Liegt der geplante Standort allerdings in einem reinen und allgemeinen Wohngebiet, muss eine Befreiung oder Ausnahme beantragt werden. Die Möglichkeiten der Einflussnahme der Stadt sind dadurch eng begrenzt.

Ergänzend zu der Mobilfunkvereinbarung hat der Planungs-, Umwelt- und Bauausschuss der Stadt Eschweiler bereits im Jahr 2005 die Leitlinien der Standortauswahl neuer Mobilfunkanlagen in Eschweiler beschlossen. Diese Leitlinien konkretisieren die Vereinbarung speziell für Eschweiler. Zu den Kernpunkten gehört, dass in einem Radius von 100 Metern Entfernung zu Kinderbetreuungseinrichtungen, Grundschulen, Alteneinrichtungen sowie Krankenhäuser keine Mobilfunkanlagen betrieben werden sollen. Außerdem sollen die Sendeanlagen in der Regel einen Mindestabstand von fünf Metern zur nächsten Wohneinheit einhalten.
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