Sieben Seebären im knallroten Gummiboot

Von: ran
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Esprit und Anmut: Die Husarent
Esprit und Anmut: Die Husarentanzgruppe der Onjekauchde verzauberte die Gäste der Jubiläumssitzung.

Eschweiler. Es war kein ganz klassisches Jubiläum, aber eine klasse Sitzung: Die Karnevalsgesellschaft Onjekauchde 1927 Röhe bot am Samstagabend zu ihrem 85. Geburtstag den zahlreichen Jecken in der voll besetzten Mehrzweckhalle ein Programm, das kaum einen Vergleich scheuen muss.

Schon beim Einmarsch der Gesellschaft zu den Klängen des „treuen Husaren” stieg die Stimmung im Saal in ungeahnte Höhen, bevor Präsident Albert Schönenborn die Bühne freigab für einen schwungvollen Tanz der Jugendtanzmarie Denise Schumacher.

Das Trommler- und Pfeiferkorps unter der Leitung von René Dunkel stellte mit Samba-Rhythmen sein breitgefächertes Repertoire unter Beweis, Tanzmariechen Sinitta Deutschle wirbelte voller Temperament über die Bühne und der Festausschussvorsitzende Klaus-Dieter Bartholomy erwies im rot-grün-weißen Trikot des TFB Röhe den Gründern der Gesellschaft seine Referenz.

Dann war es an Manfred Wienands, Vizepräsident des Eschweiler Karnevalskomitees, einige Ehrungen vorzunehmen. So erhielten Julia Neumann und Michael Fehr das BDK-Treueabzeichen im karnevalistischen Tanzsport in Bronze, Sinitta Deutschle wurde mit Silber ausgezeichnet, während Tanja Schönenborn-Hermanns mit Gold dekoriert wurde.

Einen erfolgreichen Angriff auf die Lachmuskeln aller Zuhörer startete Büttenas Jürgen Beckers, der kurz vor seiner Amalgan-Hochzeit unter dem Liebesentzug seiner besseren Hälfte leidet. Der Grund: Eine „Traumschiff”-Reise von Königswinter bis Unkel mit Landgang in Bad Honnef. „Sie schien nicht ganz zufrieden zu sein”, zeigte er sich ratlos. Dabei seien Busreisen viel lustiger. „Wenn man mit den Richtigen fährt, ist es schon in Kerpen egal, ob die Fahrt nach Kevelaer oder Bad Hönnigen geht. In Kevelaer zündet man eine Kerze, in Bad Hönnigen die Lampen an.”

Ein wahres Feuerwerk der guten Laune brannten dann die 20 (!) Musikstudenten der „Querbeat Musik-Show” aus Bonn ab. Ausgerüstet mit Trompeten, Posaunen, Saxophonen, Gitarren und nicht zu vergessen einer Tuba versetzte die wahrlich bunte Truppe mit Hits am laufenden Band, die von „Lambada” und „La cucaracha” über „eisgekühlter Bommerlunder” bis hin zum „Bickendorfer Büüdche” reichten, das Publikum in echte Party-Stimmung.

Und auch der Sessions-Hit „Allez, Olé, Alaaf” riss die Röher Jecken von den Sitzen. Und genau dort blieben sie gleich stehen, denn die Husarentanzgruppe der Onjekauchde setzte mit Charme, Temperament und Akrobatik gleich das nächste Glanzlicht des Abends.

„Bühne (nahezu) überfüllt” hieß es dann, als mit der KG Narrengarde Dürwiß eine Gastgesellschaft kurzzeitig das Zepter in die Hand nahm: Der Regimentsspielmannszug, das Tanzpaar Melina Getz und Fabian Florenkowsky, Marketenderin Nikky Klimek mit ihren Offizieren sowie die „Rainbow Dancers” eroberten die Herzen des Publikums.

Sieben echte Seebären der Männertanzgruppe der Onjekauchde enterten anschließend die Mehrzweckhalle, machten im „knallroten Gummiboot” auch dem Traumschiff Konkurrenz und hatten schließlich „alles im Griff auf dem sinkenden Schiff”.

Jongleur Philip Dammer zeigte sich „zu 80 Prozent überzeugt, dass 90 Prozent des Publikums zu 100 Prozent gut finden, was ich hier mache.” Überraschend zeigte er seinen Anfangstrick mit drei Keulen diesmal zuerst, um abschließend mit drei Fackeln sowohl sein als auch das Leben der Gäste zu riskieren. „Zacka Zacka” präsentierten mit Sepp Ferner, Dirk Bräutigam und Frank Faust „Die Cöllner” ihren neuen Sessionshit, bevor sie auch mit „10 Meter geh´n” punkteten.

Ehrungen im Rampenlicht

Dann standen verdiente Onjekauchde im Rampenlicht: Präsident Albert Schönenborn zeichnete zunächst Dieter Büttgen und Peter Schumacher für 40-jährige Mitgliedschaft aus. Ehrenmitglied Hermann-Josef Zander blickt sogar auf ein halbes Jahrhundert Engagement für seine Gesellschaft zurück. Hans Momma und Erwin Heidbüchel wurden abschließend zu Ehrenmitgliedern der KG ernannt.

Den letzten Abschnitt einer bemerkenswerten Sitzung eröffneten die zwölf anmutigen Squaws der „Rühjete Mädchere”, die zu Winnetou-Klängen vier sattelfeste Cowboys in den „Apachenpub” einluden. Voller Enthusiasmus erstürmte „Dä Blötschkopp” Marc Metzger die Bühne: „Dass ich hier mitmachen muss, ist mir eine große Freude”, verriet er den Röher-Jecken, um diese kurz darauf in seine Heimat Köln einzuladen. „Das ist die Stadt mit dem Gerüst, wo früher die Kirche stand.” Stimmungslieder vom Feinsten bildeten den Abschluss des knapp fünfstündigen Programms: „Brass on Spass” ließ mit „Dicke Mädchen haben schöne Namen”, Nenas „99 Luftballons” und Gloria Gaynors „i will survive” noch einmal die Puppen tanzen.
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