Eschweiler - Senioren machen Online-Ausflug im PC-Kabinett

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Senioren machen Online-Ausflug im PC-Kabinett

Von: Stefan Herrmann
Letzte Aktualisierung:
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Ob Alt oder Jung, im Media-Bus lernt jeder kinderleicht den Umgang mit dem Internet. Das innovative Gefährt war einer der Höhepunkte der 2. Eschweiler Foto: Stefan Herrmann

Eschweiler. Am Mittwoch endet sie, Eschweilers 2. Seniorenwoche. Winfried Effenberg, seines Zeichens Seniorenbeauftragter der Stadt, zieht ein durchweg positives Fazit. Mit einigen kleinen Änderung im Vergleich zur Premiere im vergangenen Jahr konnte man allein mit den ersten sechs Veranstaltungen zirka 360 Senioren erreichen.

„Eine tolle Zahl”, findet Effenberg und möchte die Seniorenwoche mit einer dritten Auflage 2011 endgültig zur indestädtischen Tradition werden lassen. „Das wird dann allerdings meine letzte sein.” Denn Winfried Effenberg geht im kommenden Jahr in den Ruhestand.

Alles andere als ruhig ging es dagegen in den vergangenen Tagen zu. Vor allem der Media-Bus, der Dienstag und Montag vor dem Rathaus Halt machte, zog viele Neugierige an. Seit 2000 ist das zwölf Tonnen schwere Gefährt im Einsatz. Das Ziel: Menschen das Internet näherbringen. „Wir sind sozusagen ein fahrbares PC-Kabinett”, erklärte Klaus Müller-Thüring die Funktion des Media-Busses. Zusammen mit seinem Kollegen von der Busbesatzung, Andreas Schur, sowie der hiesigen VHS-Mitarbeiterin Anni El Beily stand Müller-Thüring allen Besuchern mit reichlich Rat und Tat und vor allem mit einer ganzen Reihe an internetfähigen Computerarbeitsplätzen zur Verfügung. „Und das Ganze ist kostenlos”, betonte Müller-Thüring, der bereits seit den Anfängen vor zehn Jahren mit dem Media-Bus durch ganz Deutschland tourt. Denn das Projekt wird unter anderem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie unterstützt.

Richtig angetan von dem Angebot war Jörg Otto. Der 67-jährige Rentner hatte gleich mal sein eigenes Laptop mitgebracht, um mit ein bisschen Expertenhilfe auch die neuesten Tricks und Kniffe im Internetumgang zu erfahren. Mit wenigen Klicks surfte er auf Eschweilers Stadthomepage, suchte Busverbindungen auf der Aseag-Seite heraus und schaute sich Australien von oben an. Australien? „Da wohnt meine Schwester”, erklärte er. Und selbst Bürgermeister Rudi Bertram staunte nicht schlecht, wie fix hier einer der Generation 65 plus durchs „World Wide Web” jagte.

Einen Kurs bei der VHS besuchte Jörg Otto auch schon. Umgang mit der Maus? Kein Problem. Tippen mit zehn Fingern? „Da hab ich dem Dozenten gesagt: Hören Sie, ich war Maurer und kein Pianist.” Und mit ein wenig, wie er es nennt, „Frittenbuden-Englisch” komme er dann in der digitalen Online-Welt auch noch gut klar.

Geduld sei gerade bei älteren Menschen das Wichtigste, meint Klaus Müller-Thüring. „Unser Hauptanliegen ist es, Menschen, die Berührungsängste haben, ans Internet heranzuführen.” Der eine verweilte dafür nur eine halbe Stunde im Media-Bus, andere blieben über drei Stunden, fragten immer wieder um Rat und probierten dann eigenständig aus.

E-Mail, um mit den Kindern in Kontakt zu bleiben, aber auch Themen wie „Sicherheit im Internet” stehen stets hoch im Kurs bei Senioren, bestätigten die Experten. Das kostenlose „Treffpunkt Internet”-Angebot, das zwei Tage vor dem Rathaus allen offen stand, war ein voller Erfolg, aber auch andere Veranstaltungen der Seniorenwoche fanden reichlich Anklang.

Denn mobil ist der Senior von heute natürlich nicht nur im Internet, sondern auch mit dem Auto, dem Fahrrad oder halt zu Fuß. Worauf man hier besonders zu achten habe, darauf wies am Montagnachmittag Wolf Peterhänsel im Städtischen Seniorenzentrum hin. Der Fahrlehrer und Verkehrsmoderator des ADAC begrüßte interessierte Senioren zum informativen Verkehrsseminar 50 plus „Ein Leben lang sicher und mobil”. Seit 17 Jahren ist Peterhänsel ehrenamtlich als Verkehrsmoderator unterwegs. Über 1350 Veranstaltungen stehen bereits zu Buche. Es war also geballte Kompetenz, die der Profi da anschaulich vermittelte.

Welche neuen Verkehrsschilder warten auf den Auto- und Radfahrer heute? Denn: Auch wenn man den Führerschein schon vor Jahrzehnten gemacht hat, besteht die Pflicht, sich über Änderungen und Neuheiten zu informieren.

„Je mehr Lebenserfahrung man hat, desto sicherer verhält man sich im Straßenverkehr”, weiß der Profi. Das beweisen Statistiken. Da haben ältere Menschen auch eine Vorbildfunktion. Doch selbst wenn man sich nicht mehr fit genug fühlt, um sich selbst hinters Autolenkrad zu setzen, muss man sich im Verkehr zurecht finden. Zum Beispiel als Radfahrer. Bei einer stark befahrenen Kreuzung beispielsweise rät der Experte zum indirekten Linksabbiegen: also erst gerade aus und dann (möglicherweise zu Fuß) über die Fußgängerampel. „Mobil sein - mobil bleiben” lautet das Motto. Auch und gerade für die vielen aktiven Senioren der Indestadt.
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