Eschweiler/Stolberg - Selbstbestimmt in den eigenen Wänden leben

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Selbstbestimmt in den eigenen Wänden leben

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Ambulant vor stationär: Die Möglichkeiten der ambulanten Versorgung von Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf in der Region soll vorbildlich sein. Unter Federführung des Landschaftsverbandes wird an weiteren differenzierten Hilfesystemen gearbeitet.

Eschweiler/Stolberg. Eine Behinderung muss kein Hindernis für ein Leben in den eigenen vier Wänden sein. Auf politischer Ebene hat sich in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts das Credo „ambulant vor stationär“ entwickelt.

Dahinter steht die Idee, dass Menschen, auch wenn sie eine geistige, körperliche und/oder psychische Behinderung haben, ein möglichst selbstbestimmtes Leben führen können sollen. Schließlich ist das Recht auf Selbstbestimmung eng vernetzt mit unserem Verständnis von einem Leben in Würde.

Wer in einer stationären Wohnform, also einem Heim, lebt und dies auch möchte, der kann das selbstverständlich auch heute tun. Doch gibt es heute eben viele Möglichkeiten, das eigene Leben selbstbestimmt zu gestalten. Wer also behinderungs- oder erkrankungsbedingt einen besonderen Unterstützungsbedarf hat und gerne in einer eigenen Wohnung ein selbstbestimmtes Leben führen will, kann auf ein gut ausgebautes Hilfesystem zurückgreifen. Eines dieser Unterstützungsangebote ist das ambulant betreute Wohnen im Rahmen der Eingliederungshilfe.

Zur Verwirklichung des selbstbestimmten Lebens in den eigenen vier Wänden hat der Landschaftsverband Rheinland mit ausgewählten und qualifizierten Anbietern Leistungsvereinbarungen getroffen, die sicherstellen müssen, dass für jeden Anspruchsberechtigen ein individuelles Hilfeangebot „geschnürt“ wird. Hierzu gehören nicht nur die direkten Hilfeleistungen, die der Betreuer direkt erbringt, sondern auch die Erschließung eventuell weiterer Unterstützungsmöglichkeiten und Vernetzung – beispielsweise mit Pflegediensten, Werkstätten, tagesstrukturierenden Einrichtungen.

Ausgewählte Fachkräfte des ambulant betreuten Wohnens suchen die Betroffenen regelmäßig je nach Bedarf in der Wohnung auf und helfen dabei, den Alltag so zu organisieren, dass ein gesundheitsförderliches und eigenverantwortliches Leben mit gesellschaftlicher Teilhabe gelebt werden kann.

Den Anspruch eines jeden Menschen, dass gesellschaftliche Teilhabe als ein Grundrecht umzusetzen ist, hat sich die Einrichtung „Brücke“ bereits vor zehn Jahren zur Leitlinie gemacht – Motto: „Es ist normal, verschieden zu sein, aber es ist nicht normal, ausgegrenzt zu werden. Wir bauen Brücken.“ „Die Entwicklung der letzten Jahrzehnte sehen wir positiv: Gerade in Nordrhein-Westfalen, wo der Landschaftsverband Rheinland als aktiver Förderer einer integrativen Gesellschaft tätig ist, ist eine flächendeckende Versorgung mit ganz unterschiedlichen Hilfssystemen gewährleistet,“ berichtet Maria Haupts-Peters, Gründerin von „Brücke ABW“, wo das ABW natürlich fürs ambulant betreute Wohnen in der Städteregion Aachen steht. Dieses Jahr feiert das Unternehmen, das zunächst seinen Sitz in Stolberg am Büsbacher Berg hatte und dann nach Eschweiler umgezogen ist, sein zehnjähriges Bestehen.

Die Möglichkeiten der ambulanten Versorgung von Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf sei gerade in unserer Region vorbildlich, sagt die Sozialpädagogin Haupts-Peters, die optimistisch in die Zukunft schaut: „Die Situation wird sich noch weiter verbessern. Im Hintergrund wird unter der maßgeblichen Federführung des Landschaftsverbandes Rheinland weiterhin an der Erarbeitung von differenzierten Hilfesystemen gearbeitet, um die Hilfe immer noch passgenauer anzubieten und gleichzeitig auf lange Sicht auch finanzierbar zu machen.“

Doch nicht nur auf politischer Ebene ergebe das Credo „ambulant vor stationär“ Sinn, sagt Maria Haupts-Peters: „Wir sehen, wie unsere Klienten sich entwickeln und mit Unterstützung auch Dinge schaffen, die sie sich selbst zuvor überhaupt nicht zugetraut haben. Diese Entwicklungen mitzuerleben, ist für die Betroffenen unglaublich wichtig. Und für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind es die schönsten Momente in ihrem Arbeitsalltag.“

Brücke ABW ist telefonisch erreichbar unter Telefon 02403/8378021 und im Internet auf www.bruecke-abw.de zu finden.

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