Eschweiler - Seit 125 Jahren werden an der Inde Kabel gefertigt

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Seit 125 Jahren werden an der Inde Kabel gefertigt

Von: Paul Santosi
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Das moderne Gesicht des Kabelw
Das moderne Gesicht des Kabelwerks an der Dürenerstraße - heute im Besitz der Prysmian-Gruppe. Vor 125 Jahren wurde das Unternehmen in Eschweiler Foto: Paul Santosi

Eschweiler. Mit klangvollen industrie-historischen Namen ist die Indestadt reichlich gesegnet. Neben EBV-Gründerin Christine Englerth und Stahlmagnat August Thyssen prägte auch die Unternehmerfamilie Lynen mit ihrem Kabelwerk die Wirtschaftsgeschichte der Stadt.

Das ehemalige „Lynenwerk” befindet sich heute im Besitz der Prysmian-Gruppe. Dort blickt man in diesen Tagen mit Stolz auf das stattliche Jubiläum von 125 Jahren Kabelproduktion in Eschweiler.

Bereits seit dem 14. Jahrhundert betätigte sich die Kaufmanns-Familie Lynen in der Region. Gleichzeitig gehörten die Lynens zu den Kaufleuten, die an den wichtigen europäischen Handelsplätzen präsent waren. Die Kupfermanufaktur und der Handel mit Kupferprodukten bildeten den Ausgangspunkt für die spätere industrielle Fertigung von Kabeln.

Gustav Adolf Lynen, unter anderem Präsident der Handelskammer Aachen-Stolberg, übernahm im 19. Jahrhundert die Leitung der Geschäfte. Sein Sohn Georg Victor legte dann den Grundstein für das spätere Lynenwerk. Im Mittelpunkt des Interesses stand bereits damals die Hovermühle an der Inde. Sie lieferte den damals noch bescheidenen Energiebedarf für ein Kupferwalzwerk, dem später ein Blech- und Stangenwalzwerk folgte. Zu den ersten Produkten gehörten Blitzableiter-Seile. In den Folgejahren, als bereits große Investitionen in den Bau einer Drahtzieherei getätigt wurden, wuchs die Produktpalette kontinuierlich.

Am 7. Juni 1886 konzessioniert der Eschweiler Bürgermeister den Dispositionsplan der Lynen-Fabrik. Im gleichen Jahr kam das erste Lynen-Kabel auf den Markt. Keine drei Jahre später fertigte man in Weisweiler schon eine Vielzahl von Drähten in verschiedenen Durchmessern und Isolierqualitäten. 1910 beginnt die Bleikabelfertigung. Mitte der 30er Jahre gelang der Einsatz von Kunststoffen als Isoliermaterial.

Ende der 60er Jahre schließlich schaffte man einen wesentlichen Impuls für die moderne Kabelkonstruktion: Das sogenannte „Lyniport”-Kabel bestand aus einer Mantelkonstruktion aus Thermoplast mit Bündeln aus Glasgarnen. Lynen-Kunden erhielten mit diesem Produkt ein leichteres Kabel mit deutlich verbesserten Übertragungsqualitäten. Mit Erfahrung und Know-how, aber auch mit technischem Fortschritt weitete man das Angebot bis in die Mitte der 80er Jahre auf eine stolze Bandbreite von 180 Fertigprodukten aus.

Wechsel im Jahr 2000

Im Jahr 2000 wechselte das Kabelwerk zunächst in den Besitz der Faber AG. Seit 2008 gehört der Produktionsstandort Weisweiler der Prysmian-Gruppe. Prysmian hat seinen Konzernsitz in Mailand und besitzt weltweit 56 Werke, in denen mehr als 12.000 Mitarbeiter beschäftigt sind. In Deutschland führt die Gruppe drei Kabelwerke mit den Standorten Eschweiler, Neustadt bei Coburg und Schwerin.

Michael Kittler, zwischen 2006 und 2009 zunächst Entwicklungsleiter des Unternehmens, blickt heute auf ein hochmodernes Produktportfolio. Dazu gehören Sicherheitskabel, Gummischlauch-Leitungen, Spezialkabel, flexible Windkraftleitungen, Tauchmotorleitungen wie auch schlammresistente Leitungen für Bergbauzwecke.
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