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Sechs Trompetenkorps zeigen, warum Eschweiler Musikstadt ist

Von: Patrick Nowicki
Letzte Aktualisierung:
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Die sechs Trompeterkorps lieferten beim Tag der Fanfarentrompeter eine fesselnde Show. Von rechts unten im Uhrzeigersinn: Eefelkank Hastenrath, Die Weisweiler, Die Original Eschweiler, die Nothberger Fanfarentrompeter, Die Kaafsäck und die Regimentstrompeter Bergrath. Im Hintergrund das Finale mit dem Leiter Dieter Kaltenbach. Foto: Patrick Nowicki
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Halten die Gewinnerziffern hoch: Sparkassen-Vorstandsmitglied Wilfried Nellessen, Hospital-Geschäftsführer Elmar Wagenbach und Bürgermeister Rudi Bertram (von links).
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Die sechs Trompeterkorps lieferten beim Tag der Fanfarentrompeter eine fesselnde Show. Von rechts unten im Uhrzeigersinn: Eefelkank Hastenrath, Die Weisweiler, Die Original Eschweiler, die Nothberger Fanfarentrompeter, Die Kaafsäck und die Regimentstrompeter Bergrath. Im Hintergrund das Finale mit dem Leiter Dieter Kaltenbach. Foto: Patrick Nowicki

Eschweiler. Den Schlussakkorden der Deutschlandhymne folgte der Stadtmarsch, der Laridah. Und spätesten bei diesen Klängen kannte die Begeisterung auf dem Marktplatz keine Grenzen mehr. Der 7. Tag der Fanfarentrompeter hielt, was er versprach, und unterstrich den Status Eschweilers als Musikstadt in der Region.

Sechs Musikkorps, bunt und grundverschieden, präsentierten zunächst einzeln Ausschnitte aus ihrem Repertoire, ehe dann zum Abschluss der Mammutveranstaltung Vertreter aller Formationen die Schlussakkorde setzten. Der Jubel kannte keine Grenzen.

Freuen konnte sich auch die Verantwortlichen der Krebsstation am St.-Antonius-Hospital, denn am Samstag wurden so viele Lose verkauft wie noch nie am Fanfarentag: 8000 Exemplare brachten die Helfer unter das Volk und schraubten die Gesamtzahl damit auf 41.000. Lothar Müller, Mitarbeiter des Sponsors Sparkasse und Moderator auf der Marktbühne, richtete seinen Dank lautstark an das Publikum: „Auf Eschweiler ist wieder Verlass!“ In der Tat: Dass trotz prominenter Konkurrenz (Aachen Olé und Kölner Lichter) so viele Menschen zum Marktplatz strömten, verwunderte auch die Organisatoren.

Das Regiebuch sah ein Happyend vor. Den Auftakt machten jedoch die Nachwuchsgruppen, die sich am Mittag die Mikrofone in die Hand gaben. Die Jugendkorps der Kaafsäck, der Weisweiler und der Eefelkank bewiesen, dass es wohl auch in Zukunft noch Trompetenmusik in Eschweiler geben wird.

Hochaktuell und erstklassig

Den Auftakt der Hauptveranstaltung übernahmen dann die Weisweiler mit ihrem Korpsführer Dietmar Krauthausen. Wer klassische Fanfarenmusik erwartet hatte, wurde schon nach den ersten Takten eines Besseren belehrt. „Oh Jonny“ – im Original von Jan Delay – und „I follow Rivers“ von Lykke Li machten deutlich, dass in Eschweilers Osten auch hochaktuelle Popmusik angesagt ist. Unterstützt wurden die Musiker von zwei erstklassigen Stimmen: Björn Frings und Andrea Mallmann. Aber natürlich gab es auch einige Töne für die Karnevalsseele. Als „Pirate“ eroberten sie die Bühne, um später „Dat Wasser vun Kölle“ zu preisen. Ein stimmungsvoller Start.

Weiter ging die musikalische Reise nach Bergrath, zu den Regimentstrompetern, die als einzige Formation auf eine Saxofongruppe zurückgreifen kann. Dem musikalischen Leiter Dr. Alexander Kaul war die Freude auf der Bühne spürbar anzumerken. New York wurde besungen, ehe die Schlagerfreunde auf ihre Kosten kamen: Sängerin Nadja Jansen widmete sich bei „Schöner fremder Mann“ der Herrenwelt, um anschließend abzuheben und „Über den Wolken“ zu sein. Temperamentvoll verabschiedeten sich die Regimentstrompeter von der Bühne – mit einer Samba.

Das älteste Trompeterkorps der Stadt, die Original Eschweiler, wirkten ebenfalls alles andere als verstaubt: Das Gesangstrio René Bäcker, Andreas Bergs und Sonja Essers erwiesen sich als ausgesprochen vielseitig. Die legendären Blues Brothers ließen grüßen, als „Son of a preacher man“ erklang und anschließend gebeten wurde: „Gimme some lovin“. Sonja Essers forderte „Let‘s get loud“. Die von Patrick Oder dirigierten Original Eschweiler zählen auch stimmungsvolle Karnevalsklassiker zu ihrem Repertoire. Nach einem Abstecher zum „Bickendorfer Büdsche“ stellten sie fest, „Köln hat was zu beaten“. Am Ende waren sich alle auf dem Markt einig: „Schön ist das Leben“.

In Köln bestens bekannt ist das Trompeterkorps der Hastenrather Eefelkank, die komplett auf eigenen Gesang verzichteten. Dies übernahm dann das Publikum. Die Männer um Korpsführer Robert Koch rockten gewaltig los. Zitate aus Liedern der Toten Hosen gaben die Richtung vor. Van Halens „Jump“, Deep Purples Klassiker „Smoke on the water“, BAPs „Verdammt lang her“ und schließlich „Highway to hell“ ebneten den Weg zu einem atemraubenden Schlagzeugsolo von Bernd Schneider. Der Kölsche „Stammbaum“ bildete den furiosen Schlusspunkt. Das Publikum wollte mehr und wurde gehört: „Halleluja“ von Brings. Es blieb die einzige Zugabe des Tages.

Internationales hatten auch die Nothberger Fanfarentromnpeter im Gepäck: „All night long“ von Lionel Richie und „Abenteuerland“ von Pur ließen das Stimmungsbarometer steigen. Die Truppe von Korpsführer Stephan Breuer versteht sich – natürlich – auch bestens im Karneval: „Pirate“ und „Halleluja“ unterstrichen die deutlich. Wieder sangen die Menschen lauthals mit.

Vor dem großen Finale bewiesen die Dürwisser Kaafsäck ihr Können mit manchem musikalischen Schatz aus der Vergangenheit. „Seemann, lass das Träumen“, meinte Sängerin Romy Faber, die auch beim Schlager-Medley brillierte. Korpsführer Dieter Kaltenbach und Posaunist Andreas Schmitz provozierten mit ihren Soli eine Gänsehaut. Eine Hommage an die BläckFööss riss alle mit: „En onserem Veedel“ und „Ming eetste Fründin“ sind Kultlieder im Karneval.

Der Weg für die Schlussakkorde mit Musikern aus allen Korps war bereitet: Über 100 Menschen standen auf der Bühne als Dieter Kaltenbach zunächst ein Klassik- und dann ein Stimmungsmedley dirigierte. Natürlich spielten alle „Tage wie diese“. Das passt, denn der Fanfarentag wird lange in Erinnerung bleiben. Zum Schluss gab es den Laridah. Ein Muss.

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