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Schwimmer planen eigenes Trainingszentrum

Von: Tobias Röber
Letzte Aktualisierung:

Eschweiler. Mit einer großen Portion Neugier haben die Mitglieder der beiden Eschweiler Schwimmvereine auf ihre Fusion geblickt. Überzeugt davon waren längst nicht alle, einige wenige zogen sich gar ganz zurück. Nun kann man mit gutem Gewissen behaupten: Die Fusion hat sich ausgezahlt.

Jetzt wollen die Schwimmer den nächsten Schritt gehen: Sie planen ein Trainingszentrum unterhalb der Turnhalle an der Jahn-straße. Mit im Boot sind die DLRG-Ortsgruppen Eschweiler und Weisweiler sowie der Tauchclub.

Selbstredend kann dieses Projekt nicht ohne die Stadt realisiert werden. Nach ersten vorsichtigen Schätzungen werden um die 80.000 bis 100.000 Euro fällig. Alleine können die Hallenbadnutzer das nicht stemmen. Auch wenn viele Handwerker sicher tatkräftig mit anpacken wollen.

Warum wird ein solches Trainingszentrum gebraucht? Es gibt viele Argumente. Christoph Herzog, Vorsitzender der Wasserfreunde Delphin Eschweiler, nennt einige. So hat er selbst Kartons voller Schwimmclub-Akten zu Hause stehen. Ein kleines Büro mit Lagermöglichkeiten wäre gut. Eine Geschäftsstelle soll daher integriert werden.

Wenn die Wassersportler nicht in ihrem nassen Element sind, sondern etwa Gymnastikübungen absolvieren, müssen sie das irgendwo in der Halle machen. So machen die Synchronschwimmerinnen ihre Gymnastikübungen direkt vor einer der großen Fensterscheiben, was zur Folge hat, dass ab und an Männer vor der Scheibe stehen und zuschauen. Eine unangenehme Situation.

Es ist gar nicht lange her, da war Eschweiler Landesstützpunkt für Synchronschwimmen. Es gab einige Gründe, warum dies nicht mehr der Fall ist. Einer war, dass es keine geeigneten Gymnastikmöglichkeiten gibt. Zwei Mädchen waren in der Jugendnationalmannschaft. Ohne Stützpunkt wird so etwas künftig schwierig. Es gibt weitere kleine Punkte. So nimmt der Verein stets am Rosenmontagszug teil. Dafür gebastelt wird etwa im Flur der Schwimmhalle auf dem Boden oder in der Schule gegenüber. Sachen mal für einen Tag liegen lassen geht derzeit nicht.

Christoph Herzog nennt ein für die Stadt praktisches Argument. In den Keller unter der Turnhalle wurde eingebrochen, die dort untergebrachten Kunstwerke wurden zerstört. „Dort ist ja nie was los“, sagt Herzog. Mit einem Trainingszentrum soll sich das ändern. Und: „So etwas bietet dem Verein auch ein bisschen Heimat.“

Das Thema Heimat in Verbindung mit einem Clubheim, Trainingszentrum oder wie auch immer, ist ein sensibles. Die Stimmen in der Politik werden lauter, die fordern, dass nicht immer die Fußballvereine stark gefördert werden, sondern dass auch andere Sportarten mehr profitieren. In vielen Vereinen ist das ebenfalls Thema.

Christoph Herzog, der als Vorsitzender der Wasserfreunde Weisweiler das Projekt Leistungszentrum natürlich unterstützt, und als Vorsitzender des Stadtsportverbandes selbstredend alle Vereine im Blick haben muss, sagt dazu: „Verteilkämpfe sind immer schlecht. Es darf nicht heißen, da sind die bösen Fußballer.“

Grundsätzlich stehe die Stadt diesem Projekt positiv gegenüber, sagt Herzog. Bleibt das Thema Geld, von dem die Stadt bekanntlich zu wenig hat. Nun gibt es andere Möglichkeiten etwa über die Sportstättenpauschale. Im Verein Wasserfreunde Delphin Eschweiler gibt es etliche Stimmen, die sich – gerade nach der Fusion – nun Unterstützung wünschen. Ein Argument: Die Wasserfreunde selbst haben rund 700 Mitglieder, mit den anderen Vereinen würden über 1000 Sportler profitieren.

Etliche Ideen wurden diskutiert – und wieder verworfen. Bei den Plänen, die besagtes Zentrum unter der Sporthalle vorsehen, ist man hängengeblieben. Der Tauchclub hat bereits einen kleinen Raum dort, die DLRG braucht – wenn überhaupt – nur ein wenig Platz. Neugierig werden alle verfolgen, was aus dem Projekt Trainingszentrum wird.

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