Eschweiler - Schwarz-gelbe Idylle hinter dem Jägerzaun

Schwarz-gelbe Idylle hinter dem Jägerzaun

Von: Annika Pütz und Stefan Herrmann
Letzte Aktualisierung:
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Großer Garten- und Alemannia-Fan: Helmut Panitz verbindet seine Hobbys. Foto: Stefan Herrmann

Eschweiler. Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? So ganz passt der Goethe nachempfundene Satz nicht zu Dana und Helmut Panitz. Gerade erst ist das Ehepaar vom zweiwöchigen Urlaub aus der ehemaligen polnischen Heimat zurückgekehrt. Doch ein Stück Urlaub finden die beiden auch in der neuen Heimat. Ferien hinterm Jägerzaun.

Doch vor dem Genießen steht die Arbeit mit der Harke auf dem Plan. „Da gibts jetzt einiges zu tun. Das Unkraut wächst schneller als alles andere”, sagt der 69-jährige Rentner und schaut sich in seinem Reich um. Das liegt gut versteckt hinter dichten, undurchsichtigen Hecken: Helmut Panitz ist stolzer Besitzer einer Parzelle im Dürwisser Gartenbauverein.

Wenn die Sonne lacht, trift man die beiden schon in der Frühe in ihrem Schrebergarten. Im Frühjahr werden die Pfanzen ausgesät, die sie nun im Sommer und im Herbst ernten wollen. „Es macht unheimlich Spaß”, beschreibt Helmut Panitz seine Leidenschaft. „Und es kommt keine Langeweile auf”, ergänzt seine Frau.

Vor 31 Jahren kam Panitz von Schlesien direkt nach Dürwiß. Seine Frau folgte zwei Jahre später. „Ich spielte schon länger mit dem Gedanken, einen eigenen Garten anzumieten”, erinnert sich der langjährige Gerätefahrer von Rheinbraun. Es dauerte aber noch eine ganze Weile, bis eine Parzelle frei wurde.

1997 betraten die Planitz dann endlich zum ersten Mal ihr eigenes kleines, grünes Paradies. Doch was heißt hier eigentlich klein: Zirka 380 Quadratmeter ist das Gelände groß, zwei Drittel davon - so schreibt es die Satzung des Gartenbauvereins vor - müssen als Nutzgarten bewirtschaftet werden. Für Helmut Panitz kein Problem. „Auch wenn ich anfangs nicht viel Ahnung davon hatte”, erzählt er. Da zahlreiche Experten nur eine Parzelle weiter ihre Beete bepflanzten, war Hilfe schnell gefunden.

Schon beim Blick über das Gartentor wird sichtbar: Es steckt sehr viel Liebe zum Detail in diesem kleinen Stückchen Erde. Helmut Planitz ist Hobby-Gärtner mit Leidenschaft. Doch beim grünen Daumen bleibt es nicht. Ein großer Teil seines Lebens ist schwarz-gelb gefärbt. Die Alemannia aus Aachen hat es ihm angetan, und zwar seit seinem ersten Besuch auf dem Tivoli vor über 28 Jahren.

Was hat nun die Alemannia mit Panitz Garten zu tun? „So einiges”, schmunzelt er. Als die Aachener 2006 in die 1. Liga aufstiegen, schnappte sich Fan Planitz kurzerhand Pinsel und Farbe und strich sein Gartenhäuschen in den Vereinsfarben an.

„Nur vier Tage habe ich gebraucht, obwohl es damals eisekalt war”, sagt er nicht ohne Stolz. Seine Frau weilte zu der Zeit im Urlaub. Die schwarz-gelbe Veränderung in ihrem Gartenidyll erfuhr sie am Telefon. „Zuerst war ich schon etwas geschockt, aber ich muss zugeben, dass es doch recht schön aussieht”, berichtet Dana Panitz.

Und so sitzen die Panitz auch an diesem Wochenende wieder in ihrem Reich. „Wenn das Wetter schön ist, frühstücken wir auch hier”, erzählt sie. Auf den Tisch kommt, was der Garten so hergibt. „Früher mochte ich keine Marmelade zum Frühstück, doch die Selbstgemachte ist einfach lecker”, schwärmt Helmut Panitz.
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