Eschweiler-Kinzweiler - Schulsozialarbeiterin hilft bei sozialen Problemen und Alltagsfragen

Whatsapp Freisteller

Schulsozialarbeiterin hilft bei sozialen Problemen und Alltagsfragen

Von: Daniel Gerhards
Letzte Aktualisierung:
6775145.jpg
Helfen und zuhören: Jessica Jansen geht als Schulsozialarbeiterin auch mit in den Unterricht. Und sie kennt fast jedes Kind in der Katholischen Grundschule Kinzweiler. Foto: Daniel Gerhards

Eschweiler-Kinzweiler. Wenn Jessica Jansen über den Flur der Katholischen Grundschule (KGS) Kinzweiler geht, braucht sie immer ein bisschen Zeit. Sofort kommen einige Schülerinnen angelaufen und klammern sich an die Schulsozialarbeiterin. Sie drücken und knuddeln die 28-Jährige. Und stellen ihre Fragen. Zum Beispiel, wie sie sich gegenüber ihren Freundinnen verhalten sollen.

Über solche Dinge zu reden, gehört für Jansen zur täglichen Arbeit. Manchmal nimmt sie sich die Zeit mit Kindern, die im offenen Ganztag unterrichtet werden, einen Kakao zu trinken und einfach zu reden. „Mädchen in der 4. Klasse werden langsam pubertär. Die wollen sich auch mal zurückziehen. Das können sie beaufsichtigt tun“, sagt Jansen.

Gespräche in einer solchen Atmosphäre oder beim Spielen sind für Jansen sehr hilfreich. „Dabei erfährt man mehr, als wenn man einfach sagt, dass die Kinder mal erzählen sollen, was zu Hause los ist“, sagt sie. Wichtig ist dabei, dass sie die Kinder immer ernst nimmt. Aus der Perspektive eines Erwachsenen könnte man die Probleme der Kinder sonst leicht übersehen.

Denn an der Grundschule geht es nicht – wie an vielen weiterführenden Schulen – um Themen wie Drogen oder Schwangerschaft. „Manche Kinder haben Bauchschmerzen, wenn sie zur Schule gehen müssen. Dann haben sie vielleicht vor irgendetwas Angst“, sagt Jansen. Es gehe auch um Freundschaft oder Leistungsdruck.

Jansens Aufgaben sind aber noch weit vielfältiger. „Es gibt nichts, wofür ich nicht zuständig bin“, sagt sie. Und sie kennt beinahe jedes Kind der Schule. Sie führt Beratungsgespräche mit Eltern – darin geht es meist um Erziehungsfragen oder Probleme der Kleinen in der Schule. Jansen bietet Streitschlichterkurse an, bei denen sie Kindern beibringt, Probleme ohne Gewalt und Schimpfwörter zu lösen.

Sie informiert über das Bildungs- und Teilhabepaket und hilft bei Anträgen. Sie geht mit in den Unterricht, hilft den Kindern, oder geht mal mit einem Schüler nach draußen, wenn er einfach nicht mehr still sitzen kann. Sie übernimmt den Kontakt zum Jugendamt und begleitet Eltern auch zu der Behörde. Und sie führt viele Gespräche über einzelne Schüler mit Schulleiter Gerd Schnitzler.

Den Kontakt zu den Eltern stellt sie oft leichter her als eine Lehrer. „Die Hemmschwelle, sich einem Lehrer anzuvertrauen, ist größer“, sagt Schnitzler. Für die Eltern seien die Angebote, die Jansen macht stets freiwillig. „Die Eltern können zu mir kommen, aber sie müssen nicht. Das macht die Arbeit so schön, es ist nicht so viel Druck dahinter“, sagt Jansen.

Soziale Probleme sind im Einzugsgebiet der KGS – Kinzweiler, St. Jöris und Hehlrath – sicher seltener als in anderen Gebieten in Eschweiler. Aber es gibt auch dort Familien, die finanzielle Probleme haben. „In Einzelfällen stellen wir fest, dass Leute in Not geraten“, sagt Schnitzler. Das geschehe meist wegen Trennung oder Arbeitslosigkeit.

Das merke man an der Schule, wenn der Beitrag zum Wandertag oder der Bastelaktionen nicht bezahlt wird, wenn die Kinder keine Brote dabei haben, wenn Hefte und Stifte fehlen oder Kinder in nicht angemessener Kleidung zur Schule kommen. Dann das Gespräch zu suchen, fällt den Eltern nicht leicht. „Die Eltern haben trotz der Hilfebedürftigkeit ihren Stolz“, sagt Schnitzler.

Fortsetzung ist offen

Für Jessica Jansen ist der Job als Schulsozialarbeiterin ihr erster nach dem Studium an der Katholischen Hochschule in Aachen. Angestellt ist sie beim Verein für Allgemeine und Berufliche Weiterbildung (VABW). Finanziert wird ihre Stelle über das Bildungs- und Teilhabepaket. Und diese Finanzierung läuft im September 2014 aus. Wie es dann weitergeht, ist vorerst offen. Angesichts der Arbeit, die sie leistet, hofft Schnitzler, dass die Finanzierung auch über dieses Datum hinaus gesichert wird: „Es wäre eine Schande, wenn das nicht fortgesetzt wird.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert