Eschweiler - Schüler sammeln in Supermärkten für die Eschweiler Tafel

Schüler sammeln in Supermärkten für die Eschweiler Tafel

Von: Andreas Röchter
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Beeindruckendes Ergebnis: Engagierte Schüler des Städtischen Gymnasiums baten Supermarktkunden, jeweils ein Lebensmittel mehr als geplant zu kaufen und dieses der Eschweiler Tafel zur Verfügung zu stellen. Darüber hinaus sammelten sie auch während des Elternsprechtages zu Gunsten der Einrichtung. Foto: A. Röchter

Eschweiler. Fasten bedeutet, Verzicht zu üben. Oft auf materielle Dinge oder auf liebgewonnene Gewohnheiten. Zahlreiche Schüler der Jahrgangsstufen zehn und elf des Städtischen Gymnasiums waren in den zurückliegenden Tagen nun bereit, Teile ihrer Freizeit zu „opfern“, um Mitmenschen Gutes zu tun. Sie baten Kunden von Supermärkten in Dürwiß, Bohl, Ost sowie der Innenstadt, jeweils ein Lebensmittel mehr als geplant zu kaufen und dieses der „Eschweiler Tafel“ zu spenden.

Eine Aktion, die von beachtlichem Erfolg gekrönt war: Mehr als 30 Einkaufswagen mit Lebensmitteln kamen zusammen. „Die Idee ist während der Vorbereitung des Aschermittwoch-Gottesdienst entstanden“, blickt Religionslehrer Christian Kraus, der bereits vor zwei Jahren die gleiche Aktion initiierte, zurück. „Das Motiv war, Schüler zu motivieren, während der Fastenzeit aktiv zu sein, Zeit zu investieren, um Mitmenschen Gutes zu tun“, so der Pädagoge, der damit genau den Nerv seiner Schützlinge traf.

„Die weitaus überwiegende Zahl der Kunden, die wir angesprochen haben, zeigte sich von diesem Projekt sehr angetan. Es gab zwar auch negative Äußerungen, die aber klar in der Minderzahl waren“, zieht Schülerin Cara Graafen ein absolut positives Fazit. „Schön war auch, dass viele Menschen über die Aktivitäten der Eschweiler Tafel bescheid wussten“, ergänzt Mitschülerin Michelle Schmidt.

Ein Satz, den Anneliese Küpper als Vorsitzende der Eschweiler Tafel natürlich gerne hört. Aber sie macht auch deutlich, wie unverzichtbar solche Aktionen für die Einrichtung sind: „Momentan sind 750 Berechtigungskarten im Umlauf. Wir versorgen derzeit wöchentlich mehr als 2000 Menschen mit Lebensmitteln. Und die Zahl steigt weiter.“

Gerade in der Zeit von Januar bis April, in der Lebensmittel wie Obst und Gemüse knapp sind, sei eine solche Aktion von unschätzbarem Wert. „Wichtig ist auch, dass möglichst viele Menschen sehen, dass sich junge Menschen engagieren. Deshalb ein großes Dankeschön allen Schülern und Spendern“, so Anneliese Küpper.

Dass alle Beteiligten von der Aktion profitieren, unterstreicht Schülerin Alina Galinski: „Es war klar zu erkennen, dass es den Spendern gut getan hat, Mitmenschen unterstützen zu können“, hat sie festgestellt. „Darüber hinaus spricht der Erfolg für sich, schließlich ist im Vergleich zur Aktion von vor zwei Jahren, als 24 Einkaufswagen gefüllt werden konnten, ein deutlicher Zuwachs an Lebensmitteln zu verzeichnen“, verkündet Jonas Nobis auch im Namen seiner rund 60 Mitstreiter.

Auch die Verantwortlichen der Supermärkte hätten hervorragend mitgespielt: „Niemand äußerte die Befürchtung, die Kunden könnten sich durch unsere Aktion belästigt fühlen“, freut sich Christian Kraus.

Nachdenklich stimmend

Zumal die „Ein Lebensmittel mehr“-Aktion keinesfalls die einzige gute Nachricht aus der Richtung des Städtischen Gymnasiums für die Mitarbeiter der Eschweiler Tafel war. Denn auch die Unterstufenschüler der fünften und sechsten Klassen waren aktiv. Unter Federführung von Lehrerin Ingrid Beck sammelten sie während des Elternsprechtags insgesamt 850 Euro, die der Einrichtung zu Gute kommen werden. Eine Initiative, die seit Jahren besteht und in der Vergangenheit den Kunden der Tafel je ein Pfund Kaffee bescherte.

„In Anbetracht der steigenden Kundenzahl haben wir uns diesmal aber entschlossen, Grundnahrungsmittel zu beschaffen“, berichtet Anneliese Küpper, die sich bei der Übergabe auch über den Besuch von Schülerin Friederike Happe freute. „30 Prozent unserer Kunden sind Kinder und Jugendliche. So kämpfen mit dieser Aktion Schüler auch gegen Kinderarmut“, weist die Vorsitzende der Tafel auf eine nachdenklich stimmende Tatsache hin.

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