Eschweiler - Schüler knüpfen erste Kontakte

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Schüler knüpfen erste Kontakte

Von: Andreas Röchter
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Ein breitgefächertes Angebot
Ein breitgefächertes Angebot an Berufsbildern bot einmal mehr die Ausbildungsbörse der Städte Eschweiler und Stolberg. So konnten auch diese Schülerinnen ihre Fertigkeiten im handwerklichen Bereich überprüfen. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. „Dem Nachwuchs eine Chance geben!” So beschrieb Manfred Hahnen, Leiter des Berufskollegs Eschweiler, das Motto der achten Ausbildungsbörse der Städte Eschweiler und Stolberg, die am Freitag im Gebäude der größten Schule der Städteregion Aachen stattfand.

38 Aussteller, Firmen sowie Institutionen der Region, stellten sich dabei interessierten Schülern vor, informierten über die Möglichkeiten der unterschiedlichsten Ausbildungsberufe, zeigten aber auch die erforderlichen Voraussetzungen für einen bestimmten Ausbildungsplatz auf.

Besondere Fähigkeiten

Dass einige Berufe ganz besondere Fähigkeiten erfordern, machte Ilja Bröhan den nachfragenden Jugendlichen deutlich. Er ist Verkaufsleiter bei „LEO - Der Bäcker und Konditor”. Und zumindest für die Azubis, die in der Backstube und nicht im Verkauf tätig sind, heißt es dort, sehr früh aufzustehen. „Wir suchen händeringend nach Auszubildenden. Doch der Beruf des Bäckers ist für die meisten Jugendlichen uncool. Denn unser Arbeitstag beginnt bereits, wenn so mancher Jugendliche sich noch in der Disco befindet”, betont er. Nicht zuletzt deshalb ist der Familienbetrieb aus Aachen, der über 31 Filialen in der Städteregion verfügt, inzwischen regelmäßig bei Ausbildungsbörsen vertreten. „Wir streben durchaus auch Kooperationen mit Schulen an”, beschreibt Ilja Bröhan das Konzept, Bäckernachwuchs zu finden.

Völlig anders stellt sich die Situation bei der Sparkasse Aachen dar. Rund 900 Bewerbungen gehen pro Jahr bei dem Kreditinstitut ein, 50 bis 60 Ausbildungsplätze werden vergeben. Im Berufskolleg stand nun mit Christian Schilke selbst ein Auszubildender den Schülern Rede und Antwort.

„Die meisten Interessierten wollen wissen, wie man sich korrekt bewirbt und welche Ansprechpartner es gibt. Manche schießen dabei mit ihren Fragen einfach mal ins Blaue, andere haben bereits durch Praktika erste Einsichten in den Arbeitsalltag erhalten”, berichtet der angehende Bankkaufmann.

Bei Null anfangen

Neben Firmen sind aber auch die unterschiedlichsten Institutionen bei Ausbildungsbörsen vor Ort. Etwa Vertreter der Fernuniversität Hagen, die in Eschweiler ein Studienzentrum unterhält. „Wir sind in der Region bei allen Veranstaltungen dieser Art dabei”, erklärt Studienberater Peter Dürrschmidt. „Der Kenntnisstand in Sachen Fernuni ist bei den Schülern allerdings häufig sehr gering. In der Regel müssen wir mit unseren Informationen bei Null anfangen.”

Dem Mitarbeiter des Studienzentrums Eschweiler ist bewusst, dass ein Großteil der Besucher einer Ausbildungsbörse nicht als zukünftige Studenten in Frage kommen. „Doch etwa zehn Prozent erreichen wir. Und davon sehen nicht wenige nach Abschluss ihrer Ausbildung eine Perspektive in einem Fernstudium.”

Die Möglichkeit, sich innerhalb von zwei oder drei Jahren zum Rettungssanitäter ausbilden zu lassen, bietet unter anderem der „Malteser Hilfsdienst” an. „Doch auch den Beruf des Bürokaufmanns oder der Bürokauffrau im Bereich Gesundheitswesen kann man bei uns erlernen”, wirbt Onno Roentgen, der beim Malteser Hilfsdienst seinen Bundesfreiwilligendienst ableistet.

Fachkräfte dringend gesucht

Dass sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt seit der ersten gemeinsamen Ausbildungsbörse der Städte Eschweiler und Stolberg im Jahr 2005 stark verändert hat, unterstrich Schulleiter Manfred Hahnen ausdrücklich. „Waren zum Zeitpunkt der Premiere Ausbildungsplätze noch Mangelware, bestimmen nun der Fachkräftemangel sowie der demographische Wandel die Szenerie.

Die Firmen zeigen inzwischen ein starkes Interesse, sich während Ausbildungsbörsen vorzustellen und junge Menschen kennenzulernen.” Dies gilt auch für die Firma Prym aus Stolberg. „Für uns sind Ausbildungsbörsen wichtige Anlaufstellen”, erklärt Personalleiter Frank Ortmann. „Zum Ausbildungsbeginn 1. September sind bei uns noch Ausbildungsplätze für angehende Werkzeugmechaniker beziehungsweise Oberflächenbeschichter zu besetzen. Darüber hinaus richten wir unseren Blick bereits auf das Jahr 2013.”

Aus Kontakten, die erstmals auf Ausbildungsbörsen oder an den Schulen selbst geknüpft werden, rekrutiert die Firma drei bis fünf Auszubildende pro Jahr. „Dabei sind die Aussichten für Jugendliche, die die Schule mit einem guten Hauptschulabschluss verlassen haben, einen Ausbildungsplatz im gewerblich-technischen Bereich, zum Beispiel als Industriemechaniker, Elektroniker, Technischer Produktdesigner oder Technischer Zeichner, zu bekommen, durchaus gut”, schätzt Frank Ortmann die Situation ein.

Im nächsten Jahr soll die Ausbildungsbörse, deren Organisation in diesem Jahr vor allem in Händen von Corinna Heitzer von der Stadt Eschweiler sowie Uwe Scheunemann, Lehrer am Berufskolleg Eschweiler, lag, turnusgemäß wieder in Stolberg stattfinden. Schließlich gilt es, Schülern frühzeitig die weitreichenden Möglichkeiten des Arbeitsmarktes näherzubringen.
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