Schüler auf der Suche nach dunkler Materie

Von: Andreas Gabbert
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Laura Jahn und Phillip Rueben
Laura Jahn und Phillip Rueben haben sich beim Antalive-Tag in der Gesamtschule Waldschule für den Chemie-Workshop entschieden. Foto: Andreas Gabbert

Eschweiler. Langsam, aber sicher nehmen die Roboter Gestalt an. Nur noch wenige Details fehlen, dann können sie programmiert werden. Schüler der Gesamtschule, des Städtischen Gymnasiums und der Liebfrauenschule diskutieren unterdessen eifrig, wie die Konstruktion gelingen könnte.

„Jetzt das Gelbe!” „Nein, wir brauchen das Schwarze, das muss passen, sonst haben wir etwas falsch gemacht.” Die Schüler nehmen ihren Auftrag ernst, vergleichen das Gebaute immer wieder mit den Plänen auf dem Laptop und setzen einen Legostein auf den anderen, bis am Ende ein funktionierender Roboter entsteht.

Die Schüler haben sich beim „Antalive-Tag” in der Gesamtschule Waldschule für einen EDV-Workshop entschieden und lernen Wissenschaft nun in der Praxis kennen. Der Verein Antalive (Angewandte Naturwissenschaft und Technik live erleben), die Fachhochschule Aachen (FH), die RWTH Aachen und das Forschungszentrum Jülich haben gemeinsam diesen Informationstag organisiert, damit sich die Schüler der Oberstufen auf anschauliche Weise ein Bild der Studienangebote machen können. Im Mittelpunkt der 25 Workshops stehen die so genannten Mint-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik), aber auch Themen aus den Bereichen Betriebswirtschaft, Design und Architektur sind im Angebot.

Während die einen ihren Roboter konstruieren, machen sich andere auf die Suche nach Dunkler Materie im Weltraum und lernen dabei einen Teil der Technik der Internationalen Raumstation kennen. Einige Schüler schlüpfen derweil in die Rolle eines Produktionsleiters und nehmen an einem Unternehmensplanspiel teil, in dem sie ihre Firma, in diesem Fall einen Getränkemarkt, gemeinsam mit anderen zum Erfolg führen sollen. Beliebt ist auch der Fahrsimulator des Lehrgebiets Bahnsystemtechnik, an dem die Schüler nachvollziehen können, wie man eine Bombardier-Traxx-2 Güterzuglokomotive fährt.

Laura Jahn und Philipp Rueben aus der Jahrgangsstufe 11 des Städtischen Gymnasiums haben sich für einen Chemie-Workshop entschieden und versuchen unter anderem herauszufinden, wie sich normale Cola von Diät-Cola durch chemische Analyse unterscheiden lässt. In den weißen Kitteln und mit den Schutzbrillen auf den Augen bereiten sie ihre Experimente vor und wirken dabei schon wie echte Chemiker, auch wenn sie mit Chemie eigentlich nicht viel am Hut haben. In der Schule haben sie sich lieber für den Biologiekurs entschieden. „Aber der Workshop klang sehr interessant”, erklärt Laura ihre Entscheidung. Philipp stimmt ihr zu: „Durch Experimente kann man immer wieder etwas Neues lernen, das gefällt mir.”

Experimentiert wird auch in den Physik-Workshops. Dort geht es darum, die Absorbation der Kernstrahlung eines Uranpräparates zu messen. Und wer wissen will, wie „Zwerge” in einen Computerchip gelangen, ist in dem Vortrag über aktuelle Themen in der Nanoelektronik bestens aufgehoben. Andere Workshops rücken bestimmte Berufe in den Fokus und informieren zum Beispiel über die Ausbildung zum Bauingenieur oder zum Mathematisch-technischen Softwareentwickler.

Informationsstände der Studienberatung der RWTH und der FH Aachen, der Agentur für Arbeit, des Projektes Mint4you, der Koordinierungsstelle für duale Studiengänge sowie ein Lehrer-Forum runden das Programm an diesem Tag ab.

Die Veranstaltung war Donnerstagmorgen von Ministerialrat Ralph Angermund vom Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung und Bürgermeister Rudi Bertram eröffnet worden. Helmut Jakobs, Prorektor für Lehre und Studium an der FH Aachen, Manfred Biselli, Dekan des Fachbereichs Chemie und Biotechnologie der FH Aachen, Ulrich Scherer aus dem gleichen Fachbereich und Dr. Thomas Schäpers vom Forschungszentrum Jülich stimmten die Schüler anschließend mit einführenden Vorträgen auf die Workshops ein.

Einblicke in die Studienmöglichkeiten der Region

Der Verein Antalive hat sich zur Aufgabe gemacht, angehende Abiturienten für technische und naturwissenschaftliche Studiengänge zu interessieren, um den Fachkräftemangel in diesen Bereichen entgegenzuwirken.

Der Antalive-Tag an der Gesamtschule Waldschule Eschweiler sollte den Oberstufenschülern der Gesamtschule, des Städtischen Gymnasiums und der Liebfrauenschule daher einen Einblick in die Studienmöglichkeiten in der Aachener Region ermöglichen.

Durch die Kombination von Vorträgen und Workshops sollen die Schüler motiviert werden, technische beziehungsweise naturwissenschaftliche Studiengänge einzuschlagen.

Antalive gehört zu der Initiative „Zukunft durch Innovation” (Zdi). Die Initiative hat bisher 30 Zentren gegründet, die zentral für eine Region oder eine Stadt naturwissenschaftlichen und Technikunterricht anbieten.

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