Eschweiler - „Schnelles Internet”: Versammlung im Stile einer Kaffeefahrt

„Schnelles Internet”: Versammlung im Stile einer Kaffeefahrt

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Wann gehen die Arbeiten am lan
Wann gehen die Arbeiten am langsamen Internet etwa in St. Jöris los? Die Politiker streiten darum. Foto: imago/Insadco

Eschweiler. Der Streit um das langsame Internet in den Eschweiler Stadtteilen Hehlrath, St. Jöris und Kinzweiler geht in eine neue Runde.

Stein des Anstoßes ist die geplante Bürgerversammlung zum Thema „Schnelles Internet”, zu der der CDU-Ortsverband Kinz-weiler - gemeinsam mit dem Internetanbieter „Vodafone” - am kommenden Freitag einlädt. Mitglieder der CDU, allen voran der CDU-Stadtverbandsvorsitzende Willi Bündgens, sehen eine Internetverbindung via Funkantenne (LTE Technik) als Möglichkeit für eine schnellere Internetverbindung in diesen Stadtteilen Eschweilers.

Der SPD-Ortsverein Kinzweiler jedoch zeigt sich wenig begeistert von dieser Technik - ihrer Meinung sei die Funkverbindung, ganz im Gegensatz zum Glasfaserkabel, nicht sehr stabil. Zudem kritisieren die SPD-Mitglieder, dass jeder Nutzer eine zusätzliche Antenne am Haus anbringen müsste, da das Signal sonst zu schwach sei. „Alles Gründe, warum die LTE-Technik keine echte Alternative zum Glasfaserkabel ist”, heißt es in einer Presseerklärung.

Leute ziehen aus St. Jöris weg

„Dem Schlechten nicht genug, droht noch mehr Ungemach”, kommentiert die SPD-Ortsvereinsvorsitzende und Ratsmitglied Nadine Leonhardt die neue Diskussion. Es sei nicht auszuschließen, dass diese Aktion informell bis zu denjenigen durchdringt, die im Land die Mittel für eine Glasfaserleitung genehmigen sollen. „Es könnte der Eindruck entstehen, dass eine solche gar nicht mehr notwendig ist”, sagt Leonhardt. Vor allem aber stößt den SPD-Mitgliedern sauer auf, dass „ein Kommunalpolitiker eine Bürgerversammlung im Stile einer Kaffeefahrt durchführt”, sagt Dietmar Schultheis, stellvertretender Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Kinzweiler und fügt hinzu: „Die einzig interessante Frage dürfte sein, wie viele neue Kunden Vodafone durch diese Geschäftsanbahnungsveranstaltung gewinnen wird.”

Dass die Christdemokraten jetzt auf eigene Faust für mehr Tempo sorgen, hält Bündgens für gerechtfertigt: „In St. Jöris sind schon beruflich vom Internet abhängige Bewohner weggezogen, weil Rauchzeichen in der heutigen Zeit nicht mehr als Kommunikationsmittel ausreichen.”

Überhaupt sei nicht hinnehmbar, dass der SPD-Landtagsabgeordnete Stefan Kämmerling schon wieder von eine enorme Zeitverzögerung für das Breitbandnetz in den Bereichen St. Jöris, Kinzweiler und Hehlrath in Kauf nimmt, wenn er die Entscheidung über die Förderanträge der Kommunen zum Breitbandausbau auf den Herbst vertagt. „Die seit Jahren bestehende Verzögerung liegt nicht etwa bei einer außerirdischen höheren Gewalt, sondern ausschließlich bei der SPD. Wie lange will die SPD denn noch prüfen?”, kritisiert Bündgens. „Auf allen Entscheidungsebenen für die Errichtung dieses Breitbandnetzes hat die SPD die alleinige Gewalt, dieses endlich schnell umzusetzen.

In Eschweiler regiert die SPD, bei der Bezirksregierung ist Frau Walsken SPD-Regierungspräsidentin und in Düsseldorf regiert seit zwei Jahren die SPD mit den Grünen, seit zwei Jahren mit absoluter Mehrheit. Die seit Jahren bestehende Verzögerung liegt nicht bei einer außerirdischen höheren Gewalt, sondern ausschließlich bei der SPD.”

Ob das Angebot der LTE Technik letztlich als Alternative zur Glasfasertechnik angenommen würde, das müsse jetzt die Bevölkerung selbst entscheiden.

Ist die LTE-Technik eine echte Alternative?

Die Info-Veranstaltung zum Thema LTE Technik findet am Freitag, 27. Juli, um 19.30 Uhr in der Gaststätte Zur Alten Schmiede in Kinzweiler statt.

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