Schmuddelsommer: Lieber Flugticket als Dauerregen

Von: Stefan Schaum
Letzte Aktualisierung:
Daheim mit Schirm, im Urlaub u
Daheim mit Schirm, im Urlaub unter Palmen: Dagmar Lambertz vom Reisebüro RFS hat viele regenmüde Kunden, die einen Spontanurlaub wünschen. Foto: S. Schaum

Eschweiler. Dass der Sommer mit seinem Dauerregen eher zum Davonlaufen ist, bekommen dieser Tage auch die Reisebüros in der Stadt zu spüren. So mancher möchte bloß noch da hin, wo es warm und trocken ist. Und das gern möglichst preiswert. Dadurch sind Reiseschnäppchen zur ebenso begehrten wie raren Beute geworden.

Zwar ist derzeit ohnehin Hochsaison, „doch es kommen noch einige Anfragen mehr als in anderen Jahren”, sagt Franz-Josef Lambertz im RFS-Reisebüro. „Das Wetter ist bei uns jedenfalls das Thema Nummer eins.”

Das Problem an der Sache: „Weil im vergangenen Jahr viele Plätze frei geblieben sind, haben einige Fluggesellschaften ihr Angebot deutlich reduziert.” Und jetzt droht die Nachfrage die Kapazität zu übersteigen. Die Aussicht auf richtig fette Rabatte bestehe ohnehin nicht.

Lambertz: „Vier Sterne all inclusive sind jetzt nicht mehr zu einem Preis wie mit Frühbucherrabatt zu haben.” Wer als Regenmüder seine Ansprüche in puncto Hotelkategorie aber ein wenig herunterschraube, könne für vergleichsweise kleines Geld aber viel Ferienspaß haben.

Spanien ist auch in diesem Jahr der Renner, Griechenland lahmt hingegen sehr. Dabei müht sich Lambertz redlich, seinen Kunden Reisen nach Kreta & Co. schmackhaft zu machen. „Auf den griechischen Inseln ist trotz Finanzkrise alles absolut friedlich und die Hoteliers brauchen die Gäste dringend. Wenn die Saison schlecht läuft, ist im kommenden Jahr die Hälfte der Häuser dort pleite”, befürchtet Lambertz.

Flüge nach Griechenland sind auch im Reisebüro von Horst Jäger eher Ladenhüter. „Die buchen die Kunden nur, wenn sie gar nichts anderes finden”, sagt er. Dass das deutsche Klima derzeit wenig sommerlich ist, habe zwar die Binnennachfrage einbrechen lassen („Schwarzwald und Nordsee gehen gar nicht”), aber die Flugreisen boomen.

„Es kommen jetzt viele, die sagen: Einfach nur weg, egal wohin.” Doch auch er habe nur noch begrenzt Zugriff auf kurzfristige Angebote. „Das Regenwetter hat uns zwar ein paar hübsche Früchte in den Korb gelegt - aber leider nicht allzu viele.”

Auch Gabi Küppers hat im Allkauf-Reisebüro schon einige vertrösten müssen. „Die Nachfrage ist immens, aber oft sind die Vorstellungen unrealistisch”, sagt sie. „Für 200 Euro gibt es einfach keinen Flug plus Top-Hotel.” Klassische Last-Minute-Angebote seien heutzutage ohnehin kaum noch zu haben.

Ihr Tipp: „Lieber früh buchen als kurzfristig.” Wer keinen Flug mehr ergattern kann, kann auch den Bus in Richtung Sonne nehmen. „Auch wir spüren das Wetter”, sagt Uwe Schwuchow, Inhaber von „Euregio-Tours”. Nach Italien ziehe es derzeit die meisten, die bei ihm eine Busreise buchen.

Mit dem deutschen Schmuddelwetter müssen diese Kunden sich allerdings noch ein Weilchen arrangieren: vor September sind im Bus kaum noch Plätze frei.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert