Eschweiler - Schlachthof muss vorerst die Finger von Rindern lassen

Schlachthof muss vorerst die Finger von Rindern lassen

Von: Udo Kals und Elisa Zander
Letzte Aktualisierung:

Eschweiler. Der Schlachthof der FVE (Fleischversorgung Eschweiler) darf vorübergehend keine Rinder mehr töten. Dies hat die Städteregion Aachen dem Betreiber wegen technischer Mängel in der Anlage bis auf weiteres verboten.

 Damit folgt die Behörde einer Weisung des Landesamts für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes NRW (LANUV). Hintergrund ist, dass die Tiere „derzeit nicht ausreichend fixiert werden“, erläutert Detlef Funken, Sprecher der Städteregion Aachen, „so dass der erste Betäubungsschuss nicht die gewünschte Wirkung erzielt. Qualvoll verenden“ würden die Tiere nicht. Vielmehr müssten die technischen Gegebenheiten vor Ort optimiert werden.

Dabei muss die Weisung des Landesamtes auch vor dem Hintergrund gesehen werden, dass es in den vergangenen Jahren immer strengere Vorschriften gegeben hat, die nun nicht mehr ausreichend eingehalten werden. Nach dem bisherigen Kenntnisstand wurden keine Hygienemängel beanstandet. Die Schlachtung von Schweinen und Schafen, die in dem Betrieb ebenfalls vorgenommen wird, ist indes nicht betroffen.

Tierschutz einhalten

Dr. Heinrich Bottermann, Präsident des LANUV, sagt: „Verbraucher vertrauen auf die Qualität unserer Schlachtbetriebe. Dazu zählt nicht nur die Beachtung der Hygienevorschriften sondern auch die Einhaltung des Tierschutzes. Diese Qualität durch Kontrollen sicherzustellen, ist unsere vordringliche Aufgabe.“ Das betont auch Städteregionsrat Helmut Etschenberg: „Eine zuchtnahe und artgerechte Schlachtung ist im Sinne der Tiere und der Verbraucher.“

Bereits Ende 2012 seien die Probleme aufgetreten, so Funken. Zwar ist der Betreiber des Schlachthofs bereits dabei, die Mängel zu beseitigen. Doch die bisherigen Versuche waren nicht zufriedenstellend. Wann Rinder wieder geschlachtet werden dürfen, lässt sich derzeit schwer beantworten.

Einen Engpass in der Rindfleischversorgung wird es in der Region nicht geben. Massenschlachtungen finden auf dem Hof in Eschweiler nicht statt. Etwa 50 Rinder werden dort pro Woche getötet. Damit werden weniger als ein Prozent des Bedarfs der Bürger in der Städteregion gedeckt.

Wenn das Problem behoben ist, muss zunächst ein Gutachter kommen, um das ordnungsgemäße Verfahren zu überprüfen. Er muss auch den technisch einwandfreien Zustand der Anlage bescheinigen. Bis dahin werden die Rinderschlachtungen, die bislang in Eschweiler stattfanden, in anderen Betrieben in der Städteregion sowie in Viersen, Düren oder Euskirchen übernommen.

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