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Schilder sollen helfen, Leben zu retten

Von: Christina Handschuhmacher
Letzte Aktualisierung:
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Sie sind überzeugt, dass die Rettungspunkte im Notfall wertvolle Zeit sparen: Försterin Susanne Gohde, Hermann Gödde, technischer Beigeordneter der Stadt Eschweiler und Hedwig Assenmacher vom Grünflächenamt (v.l.).

Eschweiler. Es ist schnell passiert: Eine junge Frau stolpert beim Joggen über einen Ast, verliert das Gleichgewicht, knickt mit dem Fuß um und ist nun alleine - mitten im Wald. Oder das ältere Ehepaar, das eine Wanderung rund um den Blausteinsee unternimmt. Plötzlich spürt der Mann ein Ziehen im rechten Arm, Schweißtropfen stehen auf seiner Stirn.

Die Frau ist hilflos, will den Rettungsdienst informieren, aber sie kann nur schwer beschreiben, wo sie sich befindet.

„Die Erfahrung hat gezeigt, dass es bei einem Notfall im Wald oder in der freien Natur oft sehr lange dauert bis Hilfe kommt“, weiß Försterin Susanne Gohde. Das soll sich nun ändern. 20 Rettungspunkte hat die Stadt Eschweiler in den vergangenen Wochen aufgestellt. 15 davon befinden sich in den Waldgebieten im Stadtwald, am Hohen Stein, An Wardenslinde sowie in Waldflächen des Industrie- und Gewerbeparks, vier Rettungspunkte gibt es rund um den Blausteinsee und einen auf dem Gebiet der Halde Nierchen.

Die Schilder sind einheitlich gestaltet und schon von weitem sichtbar. In Signalrot umrandet ist in großen Ziffern die Notrufnummer 112 lesbar. In deutscher, englischer, niederländischer und französischer Sprache fällt das Wort „Rettungspunkt“ ins Auge. Jeder der Punkte hat eine einmalige elfstellige Nummer, die die Rettungskräfte im Notfall direkt an den Ort des Geschehens lotsen soll. Die ersten drei Ziffern 049 stehen für Deutschland, die folgende zweistellige Ziffer für das Bundesland - im Fall von Nordrhein-Westfalen ist das die Ziffer 10. Die Kennziffer 02 zeigt an, dass der Rettungspunkt in der Städteregion Aachen liegt. Die letzten vier Ziffern markieren den genauen Standpunkt - zum Beispiel die 0019 für den Holzpilz am südlichen Ufer des Blausteinsees.

Geben die Rettungskräfte die Nummer in ihr System ein, erhalten sie sofort detaillierte Informationen zur Lage und zur Anfahrt. Zwei Kartenausschnitte zeigen die Anfahrt und die nähere Umgebung des Rettungspunktes an, ein Foto informiert über die Geländesituation.

Das Konzept für die neuen Rettungspunkte hat die Stolberger Firma Innodatec entwickelt, die den Auftrag vom Regionalforstamt Rureifel-Jülicher Börde und der Kreisleitstelle der Städteregion bekommen hat. „Unser Angebot hat den Vorteil, dass, wir Ziffern benutzen und keine Buchstaben“ sagt André Zinner, Geschäftsführer von Innodatec. Dies sei insbesondere in einer Grenzregion wie der Städteregion von Bedeutung. „Gerade im englischen Alphabet klingen einige Buchstaben ähnlich oder können leicht vertauscht werden, wie zum Beispiel i und e.“ Zudem sei das System so aufgestellt, dass es länder- und bundesweit ausgedehnt werden könne.

Zunächst waren die Rettungspunkte für Waldarbeiter gedacht, damit diese nach einem Arbeitsunfall schnellstmöglich Hilfe bekommen. Nun profitieren auch Spaziergänger und Erholungssuchende von den mittlerweile 180 Rettungspunkten, die es in der Städteregion und den Kreisen Düren und Heinsberg gibt.

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