Eschweiler - Schicksal Leukämiekranker lässt Berufskolleg-Schüler nicht kalt

Schicksal Leukämiekranker lässt Berufskolleg-Schüler nicht kalt

Von: ran
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Leben retten per Speichelprobe: 345 Schüler des Berufskollegs Eschweiler ließen sich am Donnerstag typisieren und stehen nun auf der Knochenmark-Spenderliste der DKMS. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Alle 45 Minuten erkrankt in Deutschland ein Mensch an Leukämie. Häufig kann nur eine Stammzellentransplantation das Leben des Erkrankten retten. Vorraussetzung für eine Stammzellentransplantation ist die vorherige Typisierung, bei der die Gewebemerkmale des Spenders durch Blutabnahme oder Speichelprobe festgestellt werden.

Im Jahr 2004 startete die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) unter der Überschrift „Leben spenden macht Schule“ in Nordrhein-Westfalen ein Projekt, bei dem die Verantwortlichen von weiterführenden Schulen ihre Schüler auf das Thema aufmerksam machen und sie auf die Möglichkeit einer Typisierung hinweisen sollen.

In den vergangenen Wochen standen nun auch am Berufskolleg in Eschweiler die Themen Leukämie, Stammzellentransplantation und Typisierung auf der Tagesordnung. „Den Klassenlehrern wurde Informationsmaterial an die Hand gegeben, um im Unterricht das Thema zu behandeln“, berichtet Lehrer Andreas Perscheid, der am Berufskolleg für den Bereich Sport und Gesundheit verantwortlich zeichnet.

Der Grund: Am Donnerstag war mit Martin Quarg ein Mitarbeiter der DKMS zu Gast am Berufskolleg, um den Schülern die Gelegenheit zu geben, sich typisieren zu lassen. Gegen 14 Uhr konnten alle Beteiligten ein positives Fazit ziehen: 345 Schüler des Berufskollegs Eschweiler nutzten die Möglichkeit, sich per Speichelprobe typisieren zu lassen.

„Gerade junge Menschen sind auf Grund ihrer meist guten Gesundheit für unsere Datei interessant. Deshalb sind Schulen ideale Anlaufpunkte“, erklärt Martin Quarg, der sich über die hohe Bereitschaft der Schüler zur Kooperation sichtlich freute. „Die Möglichkeit, einem Menschen das Leben retten zu können, ist natürlich eine hohe Motivation“, weiß der DKMS-Mitarbeiter.

Insgesamt 2,9 Millionen Menschen haben sich bislang in Deutschland typisieren lassen. Durch das inzwischen bundesweite Projekt „Leben spenden macht Schule“ konnten in den zurückliegenden Jahren 26000 Spender im Kampf gegen Leukämie gefunden werden, 358 davon wurden bereits zum Lebensretter für einen Patienten.

„Jeder Mensch, der zwischen 17 und 55 Jahre alt ist und keine ernsthafte Erkrankung aufweist, kann sich typisieren lassen“, betont Martin Quarg. Inzwischen finden vier von fünf Patienten einen Spender. „Dies bedeutet aber im Umkehrschluss, dass für einen von fünf Patienten nach wie vor kein Spender zur Verfügung steht“, wirbt der DKMS-Mitarbeiter für weitere Typisierungen.

Auch Lehrer Andreas Perscheid zeigte sich begeistert von der Hilfsbereitschaft der Schüler. Und blickt in die Zukunft: „An einem Berufskolleg ist die Fluktuation der Schüler natürlich groß. Von daher bin ich zuversichtlich, dass wir hier in Eschweiler auch in Zukunft viele junge Menschen überzeugen können, sich typisieren zu lassen.“

Worte, die Martin Quarg gerne hört, wobei er betont, dass die DKMS auch anderweitig auf Hilfe angewiesen ist: „Jede Typisierung verursacht Laborkosten von 50 Euro. Deshalb sind Spenden höchst willkommen.“ Doch auch in dieser Hinsicht hatte Andreas Perscheid gute Nachrichten parat: „Wir haben über 250 Ausbildungsbetriebe angeschrieben und eine positive Resonanz in Sachen Spendenbereitschaft verzeichnen können“, so der Pädagoge.

Das Spendenkonto des DKMS-Schulprojekts bei der Kreissparkasse Tübingen, BLZ 64150020, lautet 1689396 (Verwendungszweck: NRW 062). Weitere Informationen sind im Internet unter www.dkms.de zu erhalten.

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