Radarfallen Blitzen Freisteller

Schauspieler machen auf Mobbing aufmerksam

Von: ran
Letzte Aktualisierung:
6958478.jpg
So gibt es keinen Ausweg: Tony (Kevin Jarvis) ist durch Jim (Klarke Alexander) körperlicher Gewalt ausgesetzt. Das tatenlose Zusehen der Menschen im Hintergrund birgt die größte Gefahr. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. „Die, die zusehen, sind die schlimmsten.“ Zwar sind es vor allem Lauren und Jim, die ihre Mitschüler Ruth und Tony quälen und sie sowohl körperlich als auch verbal malträtieren, doch nur, weil Laurens und Jims „Freunde“ Sally, Sandra und Susie sowie Ben, Christopher und Tim tatenlos zuschauen, können die beiden Anführer ihr böses Spiel treiben.

Mobbing und seine Folgen standen im Mittelpunkt des Theaterstücks „Sticks and Stones“, das vier Jungschauspieler des „White Horse Theatres“ am Montagmorgen im pädagogischen Zentrum der Gesamtschule Eschweiler vor Schülern der 10. Jahrgangsstufe in englischer Sprache aufführten.

Tony (Kevin Jarvis) will nicht zur Schule gehen. Denn schon auf dem Weg dorthin warten Jim (Klarke Alexander) und seine Kumpanen auf ihn, um ihn zu beschimpfen, herumzuschubsen und ihn schließlich sogar zu schlagen und zu bespucken. Ähnlich ergeht es Ruth (Joanne Mc Cue), die neu an der Schule ist und zwar nicht körperlich angegriffen wird, von Mitschülerin Lauren (Francesca Mintowt-Czyz) und deren Mädchenclique aber als „Fatty“ verspottet und auf ihr angeblich hässliches Äußeres reduziert wird.

Einen Ausweg gibt es für die beiden Leid tragenden (scheinbar) nicht. Tonys alleinerziehende Mutter ist zu sehr mit ihren eigenen Problemen beschäftigt. Als er sich an seinen Lehrer wendet und dieser Jim zum Schuldirektor schickt, verstärkt Jim den Terror auf Tony noch weiter. Ruths Lehrer verschließt vor dem Mobbing, dem seine Schülerin ausgesetzt ist, vollständig die Augen. So flüchten sich Ruth und Tony in ihre (Alb-)Träume. Ruth stellt sich vor, wegzulaufen und sich das Leben zu nehmen. Tony malt sich aus, ein Superheld zu sein und Jim zu besiegen, doch in der Realität ist er sich bewusst, dass er keinen Weg weiß, sich vor Jim und seiner Bande zu schützen.

In Zwischenszenen unternehmen Lauren und Jim den Versuch, ihre gewalttätigen Handlungen zu begründen. Jim leidet selbst unter den Schlägen seines häufig betrunkenen Vaters. Deshalb lässt er seine Wut und Hilflosigkeit seinerseits an Schwächeren aus. Er ist davon überzeugt, so die anderen Jungen aus seinem Umfeld beeindrucken zu können. „Wenn ich alt genug bin, um mich gegen meinen Vater zu wehren, werde ich dies tun. Bis dahin müssen andere herhalten. Denn wenn ich zuschlage, fühle ich mich, als sei ich wer“, so Jims Erklärung. Lauren leidet darunter, keine wirklichen Freunde zu haben und glaubt, von ihrer Umgebung nur respektiert zu werden, wenn sie Mitschülerinnen verspottet. „Alle Mädchen schauen dann zu mir auf. Und das mag ich“, erläutert sie.

 

Zuletzt wird dennoch offensichtlich, dass es wenigstens einen Ausweg gibt! Und dieser liegt in den Händen der „Zuseher“: Sally, Sandra, Susie, Ben, Christopher und Tim, die eigentlich nur froh sind, nicht in der Situation von Ruth und Tony zu sein, verstehen, dass es, wenn sie zusammenstehen und sich einig sind, die Täter nicht mehr zu unterstützen und stattdessen den Leidtragenden ihre Freundschaft anbieten, für Ruth und Tony Hoffnung gibt. Zwar nur eine vage Hoffnung, doch die einzige, die vorhanden ist! Schließlich wissen Ruth und Tony stellvertretend für alle Opfer: „Die, die tatenlos zusehen, sind die Schlimmsten.“

Starker und langanhaltender Applaus der Schüler, die die Aufführung aufmerksam verfolgt hatten, belohnte das Darstellerquartett, das im weiteren Verlauf des Vormittags mit „A Pinch of Salt“ ein weiteres Stück für die Schüler der 7. Jahrgangsstufe auf die Bühne brachte. Nach den Aufführungen hatten die Schüler darüber hinaus die Gelegenheit, Fragen, natürlich in englischer Sprache, zu stellen. So berichteten die Schottin Joanne Mc Cue, die US-Amerikanerin Francesca Mintowt-Czyz und die Engländer Klarke Alexander und Kevin Jarvis, die den Schülern eine große Bandbreite englischer Akzente boten, über ihre bisherigen Lebenswege, die sie auf die Schauspielbühne führten.

Und auch die zahlreichen Erfahrungen, die die Schauspieler während ihrer Schullaufbahn mit Mobbing gemacht haben, kamen zur Sprache.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert