Sanierung des Rathauses voll im Zeitplan

Von: Thomas Vogel
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Vor toller Stadtkulisse: Auf der Terrasse des Rathauses im sechsten Stock schwebt gerade eines der alten Fenster ein, das im Stock darunter ausgebaut wurde. Die Fensterbauer arbeiten mit an der energetischen Sanierung des 70er Jahre Baus. Foto: Thomas Vogel
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Martin Immeln, Helmut Gühsgen und Hermann Gödde (v.l.). Foto: Thomas Vogel

Eschweiler. Über vier Jahre wird das Rathaus der Indestadt, ein Bau aus dem Jahr 1978, energetisch saniert. Start war im vergangenen August. Der erste und größte von vier Bauabschnitten steht jetzt vor seinem Abschluss – sogar noch leicht vor dem Zeitplan.

Ein Jahr Bauzeit war für den ersten Abschnitt eingeplant. Durch den milden Winter habe man aber keinen einzigen Tag durch Schnee und Eis eingebüßt, erklärt der technische Beigeordnete Hermann Gödde. Der erste Teil kann damit voraussichtlich im Juni fertiggestellt werden. Das Vorgehen in verschiedenen Bauabschnitten ist nötig, um den Betrieb aufrecht zu erhalten. Daraus resultiere gleichzeitig die lange Bauzeit. Welche Auswirkungen Bürger zu spüren bekommen, die das Rathaus besuchen? „Ich hoffe so wenig wie möglich“, sagt Gödde. Die Fachbereiche fänden sich dort, wo sie immer seien. Bürger müssten höchstens ein Büro weitergehen, erklärt er. Schnitzeljagden durch das ganze Gebäude, um den richtigen Ansprechpartner zu finden, soll es demnach nicht geben.

Gerade in den Eckbüros sei es bisher „angenehm kühl“ geworden, wenn der Wind geweht habe, scherzt Gödde. Mit den Heizungsrohren, die unter der Fassade am Gebäude hinauf liefen, habe man sogar die Umgebung des Gebäudes geheizt – wenig effizient. „In den Büros, die bereits fertiggestellt sind, merkt man einen deutlichen Unterschied: Es ist leiser und kühlt nicht mehr so schnell aus.“ Zum Einsatz kommt eine Dreischeiben-Isolierverglasung, die sehr gute Dämmung und Schallschutz biete.

Die Mitarbeiter der Stadtverwaltung, rund 400, werden das gerne hören. Was sie sicher weniger gerne hören, ist der Baulärm. Die Personalvertretung hatte sich bei der vergangenen Personalversammlung einen Spaß erlaubt und Ohrenstöpsel verteilt. Gödde attestiert seinen Kollegen, sehr gut mitzuziehen, auch wenn die ihre Büros für etwa eine Woche räumen müssten.

Die Kosten der Sanierung belaufen sich auf rund fünf Millionen Euro. Finanziert wird das Geld über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Die bewilligt bei einem Bauzeitraum von vier Jahren nicht alles auf einmal, sondern von Bauabschnitt zu Bauabschnitt. Der Kredit für den zweiten Bauabschnitt ist bereits in trockenen Tüchern und auch für den Rest rechnet Helmut Gühsgen, Leiter des Amts für Bauverwaltung und Gebäudemanagement, nicht mit Problemen. Voraussetzung für den Erhalt des Kredits war das Gutachten eines Ingenieurs, um der KfW das Erreichen bestimmter energetischer Standards nachzuweisen. Der Sachverständige begleitet das Projekt während des Baus weiter.

Die Sanierung der Fassade in vier Bauabschnitten ist übrigens nicht die erste Maßnahme in dieser Hinsicht. In jüngerer Vergangenheit wurde bereits das Beleuchtungskonzept im Rathaus überarbeitet. Die Standardleuchten wurden gegen Sparleuchten ausgetauscht, die von Bewegungsmeldern gesteuert werden und dabei auch die Tageslichtverhältnisse berücksichtigen. Auch die alten PCs – die „Stromfresser“, sagt Gödde – sind rausgeflogen. Vor einigen Jahren war bereits das Dach saniert worden.

Ende Juli wird Martin Immeln die Leitung des Sanierungsprojekts an Brigitte Höne, Abteilungsleiterin des technischen Gebäudemanagements, übergeben – er geht in Altersteilzeit. Seine Nachfolgerin, die ihn in der Projektleitung bereits vertrat, wird viel Arbeit übernehmen: Allein im ersten Bauabschnitt hat Immeln mit den Planern 2500 bis 3000 Emails ausgetauscht.

In wenigen Wochen sollen die Gewerke für den zweiten Bauabschnitt ausgeschrieben werden. Es werde eine beschränkte Ausschreibung sein, sagt Gühsgen. Das bedeutet, die Stadt kann sich vorher mit der Eignung von Firmen für einen Auftrag befassen und geeignete Unternehmen anschreiben. Das spart Zeit. Im Juli soll es dann mit den Bauarbeiten rund um die Stadtbibliothek losgehen. Acht bis zehn Monate sind für die Fertigstellung eingeplant. Die Bauabschnitte drei und vier sollen im Anschluss ebenfalls in einem knappen Jahr fertig werden. Ende 2016 bis Anfang 2017 wollen Gödde und seine Kollegen das aktuelle Rathaussanierungsprojekt zum Abschluss bringen.

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