Säuberungsaktion am Blausteinsee: Kampf den Müllsündern

Von: jrd
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„Als wäre ein Pressmüllfahrzeug explodiert”: Mitarbeiter der Städteregion und des THW beseitigten in einer gemeinsamen Aufräumaktion den Müll, der am Blausteinsee in rauen Mengen anfällt. Foto: Jessica Deringer

Eschweiler. „Ich hätte lieber keinen Erfolg”, sagt Udo Thorwesten. Denn im Fall des Mitarbeiters der Unteren Landschaftsbehörde des Umweltamtes heißt das: Am Ostufer des Blausteinsees lag wieder einmal so viel Müll herum, dass Aufräumteams des Umweltamtes und der Landschaftswacht der StädteRegion Aachen sowie des THW mindestens 20 blaue Säcke füllten.

Dabei waren die „üblichen Wodkaflaschen” und Chipstüten nur ein Teil dessen, was die etwa 20 Helfer zutage förderten: Schwimmwesten, Bojen, Spritkanister, Holzflöße, Styroporreste, eine Luftmatratze und eine Tauchflosse komplettierten das unglaubliche Repertoire an Abfall. „Hier sieht es manchmal so aus, als wäre ein Pressmüllfahrzeug explodiert”, meint auch Thorwesten kopfschüttelnd.

Abgesehen davon, dass sich die Besucher damit selbst keinen Gefallen tun - beeinträchtigen die verschmutzten Ufer die Qualität der Freizeitnutzung doch enorm - leiden besonders die Tiere unter dem herumliegenden Müll. Gerade leere Behältnisse können für sie zu Todesfallen werden, herum dümpelnder Unrat zerstört die Nester der Wasservögel. Zudem steigt auch die Brandgefahr.

Dabei sind die etwa 165 Vogelarten, Kleinsäuger, Amphibien und Insekten auf den ungestörten Lebensraum angewiesen, den sie am Ostufer eigentlich vorfinden sollten, ist diese Seite doch als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Trotzdem überwinden immer wieder Besucher den Stubbenwall, der das Gebiet deutlich als Tabuzone kennzeichnet. Außerdem wird Müll aus dem frei zugänglichen Bereich angeschwemmt.

Neben dem Abfall am Ufer zogen die Helfer auch das im Naturschutzgebiet gestrandete Ponton an Land. Früher als Endstück einer Ringleitung des Tagebaus genutzt, sind die Bojen, die es festhielten, abgerissen, so dass es nur noch als funktionsloser Abfall im See trieb.

Nicht nur was das Ponton betrifft, war der Einsatz des THW besonders wichtig: Die technische Unterstützung, insbesondere ein motorbetriebenes Aluminiumboot, machte den Einsatz erst möglich. „Wenn man das alles zu Fuß machen müsste, wäre es nicht zu realisieren”, ist auch Thorwesten froh über die Hilfe. Das Ponton wird in den nächsten Tagen zerkleinert und recycelt werden. Den Müll transportierten die Helfer zur Zwischenlagerung in den Containerbereich südwestlich der Seebühne.

Die Blaustein-See GmbH sorgte als Dankeschön für die Verpflegung. „Auch sie steht dem teilweise ohnmächtig gegenüber”, weiß Thorwesten. Dabei ist die Reinhaltung von Wasser und Ufern gar nicht so schwer. Ein Blick auf die Seeordnung würde genügen.
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