Eschweiler-Neu-Lohn - RWE und Lohner Bürger entnehmen gemeinsam Proben

RWE und Lohner Bürger entnehmen gemeinsam Proben

Von: tob
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Eschweiler-Neu-Lohn. Es war teils polemisch, dann war die Stimmung wieder etwas gereizt, am Ende kamen aber immerhin auch Ergebnisse heraus. RWE Power hatte die Bürger aus Neu-Lohn und Fronhoven für Freitagabend ins Ausbildungszentrum in Weisweiler eingeladen.

Der Grund: der Ärger um die Kraftwerksreststoffdeponie am Ortsrand von Neu-Lohn. Von dort aus wurde Asche in den Ort geweht, der für Verunreinigungen in Gärten, auf und in Häusern sorgte.

Über den Zeitpunkt dieses Ereignisses gab es am Freitag die ersten Diskussionen. Dr. Stephan Strunk, Leiter des Tagebaus Inden, bezog sich auf den 24. März als Tag des „Staubereignisses“. Das sei so nicht richtig, monierten einige Lohner. Die Asche sei bereits mehrfach in den Ort geweht. Die Ausführungen der RWE-Vertreter, Dr. Stephan Strunk hatte als Verstärkung Werner Koenigs (Leiter Produktion), Heinz-Michael Erken (Fachbereich Emissionsschutz) und Dr. Jacobus den Drijver dabei, bezogen sich dennoch auf besagten Tag. Strunk stellte zu Beginn klar: „Wir bedauern dieses Ereignis.“ Klar ist: Es gibt natürlich Bestimmungen, die eingehalten werden müssen, damit die Asche nicht aufgewirbelt wird. Der Tagebaubetreiber muss die nötigen Maßnahmen dafür treffen, etwa ausreichend wässern und mit sogenannter Anspritzbegrünung arbeiten, um die bereits aufgeschütteten Deponiebereiche zu befestigen. Zudem wird stets mit Ton abgedichtet, wie Werner Koenigs erklärte.

„Sie sind Ihren Pflichten nicht nachgekommen“, lautete einer der Vorwürfe der zahlreichen Besucher. Der Tagebaubetreiber gibt als Ursache für das „Staubereignis“ die ungewöhnliche Kombination von sehr starkem Ostwind, den länger anhaltenden, tiefen Temperaturen und der Trockenheit an. „Damit haben wir so nicht gerechnet“, sagte Dr. Stephan Strunk.

Was den Bürgern ebenfalls große Sorge bereitet sind die Fragen: Ist die Asche gesundheitsschädlich? Und was genau kommt auf diese Deponie? Ein Großteil, rund 80 Prozent, ist sogenannte Normalasche, also die Asche, die beim Verbrennungsprozess der Kohle entsteht. Dazu kommt REA-Gips. Das ist Gips, der aus den Abgasen von Rauchgasentschwefelungsanlagen (kurz: REA) gewonnen wird. Dabei reagiert das in den Abgasen enthaltene Schwefeldioxid mit zusätzlich beigemengtem Kalkstein zu Gips. Ein weiterer kleiner Bestandteil ist Rostasche aus der MVA Weisweiler.

Natürlich muss der Tagebaubetreiber selbst ständig prüfen. So wird kontinuierlich der Staubniederschlag gemessen. Laut den von RWE vorgestellten Ergebnissen werden die nach der TA Luft (Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft) vorgeschriebenen Grenzwerte deutlich unterschritten. Auch für die Ergebnisse der Bodenproben gilt das.

Für Verwirrung sorgte ein weiteres Messergebnis. Lohner Bürger hatten an mehreren Stellen die vermeintlich von der Deponie stammende Asche gesammelt und analysieren lassen. Die Konzentrationen an bestimmten Metallen waren teilweise um ein Vielfaches höher als erlaubt. Die Messmethode entsprach in diesem Fall aber wohl nicht den gesetzlichen Anforderungen.

Die Gäste forderten am Freitag konkrete Aussagen zu Maßnahmen, die RWE trifft, um künftige „Staubereignisse“ zu vermeiden. Dr. Stephan Strunk bat um etwas mehr Zeit. Bis zum Sommer sollen die optimalen Maßnahmen erarbeitet sein.

Dann will Dr. Stephan Strunk die Bürger aus Neu-Lohn und Fronhoven erneut einladen – dieses Mal direkt in die Kraftwerksreststoffdeponie. Zudem wurde vereinbart, dass zeitnah Bodenproben (von einer zertifizierten Stelle) unter Beisein der Bürger entnommen und getestet werden.

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