Rombach: Kein Asylsuchender bleibt auf der Straße

Von: Alexander Barth
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Entspannt: Jürgen Rombach sieht die Unterbringung von Asylsuchenden gelassen. Foto: Friedhelm Ebbecke-Bückendorf

Eschweiler. „Völlig entspannt“, so beschreibt Jürgen Rombach die Situation in Sachen Unterbringung von zuwanderungswilligen Ausländern in Eschweiler. „Es sind vielleicht ein paar mehr geworden in der jüngeren Vergangenheit. Aber es ist keinesfalls so, dass wir hier auf einmal unheimlich viel mehr Menschen unterbringen müssten“, beschwichtigt der Leiter des Sozialamts der Stadt Eschweiler, deren Integrationsbeauftragter er gleichzeitig ist.

Das ginge allein schon wegen des amtlichen Verteilungsschlüssels nicht – der regelt, wie viele Asylsuchende der Stadt zur Unterbringung anvertraut werden. „Business as usual“ – das Übliche, sagt Jürgen Rombach und verweist auf die Asylstatistik des Landes Nordrhein-Westfalen für den Monat Mai 2013.

Darin steht unter anderem, dass im Mai in Eschweiler 61 Menschen untergebracht waren, die einen Asylantrag gestellt haben und über die zentralen Anlaufstellen der Stadt zugewiesen wurden. „Damit liegen wir noch unter der verordneten Auslastung“, sagt Jürgen Rombach. Demnach seien im Mai zwei Plätze in den Unterkünften frei geblieben.

Daneben tauchen in der Statistik neun Menschen auf, die illegal nach Deutschland eingereist sind und sich in der Städteregion Aachen bei den zuständigen Ämtern gemeldet haben.

Zuwanderungswillige aus Staaten der Europäischen Union sind in der Statistik nicht aufgeführt. Von den viel beschworenen Strömen von Armutsflüchtlingen, etwa aus Bulgarien oder Rumänien, sei in Eschweiler und Städteregion nichts zu spüren, beschwichtigt Rombach. „Ich werde immer wieder gefragt: Kommen denn wirklich so viele Neue, und kommen die auch hier zu uns? Meine Antwort lautet: Nein. Städte wie Dortmund oder Duisburg haben da sicherlich ein ganz anderes Problem.“ Allerdings glaubt der Integrationsbeauftragte, dass ein übermässiger Zustrom von EU-Bürgern, die nicht „die Denkweise der EU verinnerlicht haben“, natürlich auch für Eschweiler zu einem Problem werden würde.“

Mit der leichten Unterbelegung der Kapazitäten verzeichnet Eschweiler von allen Kommunen der Städteregion den entspanntesten Ist-Zustand, wenn es um die Unterbringungsverpflichtungen geht.

Situationen wie im Herbst 2012 in Stolberg, als kurzfristig knapp 100 Menschen untergebracht werden mussten, fürchtet Jürgen Rombach nicht. Er erklärt solche Szenarien mit amtlichen Zuständigkeiten: „Die Erstanträge für Asyl werden in Nordrhein-Westfalen gestellt. So kommt es, dass regelmäßig mehr Menschen die Anlaufstellen hier im Land aufsuchen, als in anderen Teilen Deutschlands. Die Asylsuchenden werden an entsprechenden Stellen im Land verteilt, auch in unserer Region.“

In der Regel blieben nur wenige von ihnen länger in Eschweiler oder der Region, ganz gleich, wie ihr Asylgesuch ausgefallen sei. Da herrscht eine rege Fluktuation“, erklärt Jürgen Rombach. „Wenn es positiv läuft, zieht es die Leute in die großen Städte wie Köln oder Düsseldorf. Auch diejenigen, deren Verfahren sich hinzieht, oder die in einen Sonderstatus übergehen, bleiben in der Regel nicht an einem Ort.“

Generell verfolge die Stadt Eschweiler das Ziel, sowohl Asylsuchende als auch Obdachlose im gesamten Stadtgebiet unterzubringen. „Das ist politisch seit den 90er Jahren so gewollt und auch absolut richtig. Da geht es auch um Fingerspitzengefühl. Massenunterkünfte oder ganze Straßenzüge, die irgendwann einen schlechten Ruf haben – das will nun wirklich niemand mehr.“

Aktuell, so Rombach, läge die Zahl der unterzubringenden Asylsuchenden in etwa auf dem Stand des Jahres 2005. „Von einem massiven Zulauf von Asylsuchenden in Eschweiler und der gesamten Städteregion kann in meinen Augen keine Rede sein.Wir sind weit weg von den Zahlen und der Situation, wie wir sie in den 90er Jahren hatten.“

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