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Roman „Der Harfenspieler“ als ein Lebenstraum

Von: ran
Letzte Aktualisierung:
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Josef Stiel und sein Werk „Der Harfenspieler“. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Man schreibt das Jahr 771: Karl, der noch weit von seinem späteren Beinamen „der Große“ entfernt ist, regiert seit drei Jahren das Reich der Franken. Aus politischen Gründen hat er Desiderata, die Tochter des Langobardenkönigs Desiderius geheiratet. In deren Gefolge ist der fahrende Sänger Arnold, der auch die Harfe beherrscht, an den fränkischen Hof gelangt.

Die wechselhaften emotionalen Beziehungen dieser drei Personen sowie die dramatischen historischen Ereignisse der kommenden Jahrzehnte stehen im Mittelpunkt des Romans „Der Harfenspieler“, den Autor Josef Stiel jetzt in der Buchhandlung Oelrich & Drescher vorstellte.

Dieses Buch fertigzustellen, gehörte zu den Lebensträumen Josef Stiels, der von 1978 bis 2010 als Lehrer am Berufskolleg Eschweiler tätig war und sich bis Mai 2014 als aktiver Politiker auf kommunaler und regionaler Ebene betätigte. Schließlich wuchs der am 8. Dezember 1944 in Lautenthal im Harz Geborene in Arnoldsweiler auf. Eben jenem Ort, der seinen Namen dem Harfenspieler und später heilig gesprochenen Arnold verdankt. „Schon als Kind stand ich in der riesigen Pfarrkirche von Arnoldsweiler, auch Dom zu Düren genannt, oder in der Arnolduskapelle, in der sich das Grab Arnolds befindet, und hatte die Idee, zu beschreiben, wie dieser als guter Mensch in der damaligen Zeit gelebt haben könnte“, nennt Josef Stiel die Beweggründe, die ihn dazu brachten, den Roman, an dem er insgesamt acht Jahre arbeitete und der 400 Seiten umfasst, zu Papier zu bringen. „Das Buch ist eine Verbeugung vor dem Heiligen meines Heimatortes und dessen in sozialer Hinsicht vorbildlicher Haltung“, unterstreicht der Autor.

Schriftstellerische Freiheiten

Um den historischen Fakten gerecht zu werden, schlug das Mitglied des Verbandes deutscher Schriftsteller häufig in der von Johannes Fried verfassten Biografie Karls des Großen nach. Doch natürlich nahm er sich auch schriftstellerische Freiheiten heraus: „Nirgendwo steht geschrieben, dass Arnold nicht verheiratet war. Also heiratet er in meinem Roman. Allerdings stirbt seine Frau während der Geburt des zweiten Kindes“, verrät Josef Stiel. Für den „notwendigen Pep“ in diesem historischen Roman sorgt Desiderata, die sich mit der Rolle der Gespielin des Herrschers nicht zufrieden gibt, sondern Gefährtin, sprich Mitregentin Karls sein möchte. Doch der König der Franken schickt Desiderata, erneut aus politischen Erwägungen, unter dem Vorwand der Unfruchtbarkeit nach nur einem Jahr Ehe zunächst zurück zu ihrem Vater Desiderius, um später zu erkennen, dass dies ein Fehler war. Arnold, der inzwischen zu einem Freund und einer Art persönlichem Berater Karls geworden ist, macht sich auf die Suche nach der Königstochter...

Mit ausgewählten Leseproben machte Josef Stiel seinen Zuhörern den Mund wässrig. Beginnend mit dem ersten Kapitel, in dem der Autor die vollkommen unterschiedlichen kulturellen Herkünfte von Desiderata und Karl beschreibt. „Karl stellt für meinen regional verwurzelten Roman den historischen Hintergrund. Die Hauptpersonen aber sind Arnold und Desiderata“, so der Autor, der in seinem Werk Legenden und Tatsachen sowie die drei Protagonisten sogar über deren Tod hinaus geschickt miteinander verbindet.

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