Eschweiler-Weisweiler - Rollendes Schulungslabor gegen den Schlendrian

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Rollendes Schulungslabor gegen den Schlendrian

Von: Daniel Gerhards
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So schnell kann es gehen: Simone Schreiber von der Berufsgenossenschaft Energie, Textil, Elektro und Medienerzeugnisse zeigt, welche Unfälle bei unachtsamem Verhalten passieren können. Foto: Daniel Gerhards

Eschweiler-Weisweiler. Sicherheit, darüber können Karl Wolf, Markus Schumacher und Simone Schreiber stundenlang reden. Und das tun sie auch. Im Trainings-Truck der Berufsgenossenschaft Energie, Textil, Elektro und Medienerzeugnisse (Betem) schulen sie Fachkräfte der Mitgliedsbetriebe der Genossenschaft. Das Ziel: „Man soll sich Gedanken darüber machen, ob man sich mit dem, was man tut, auf sicherem Terrain bewegt“, sagt Wolf. So will man Arbeitsunfälle vermeiden.

Nun macht das rollende Demonstrationslabor bei der Regionetz GmbH Station. Wolf und seine Kollegen trainieren rund 300 Auszubildende, Monteure und Meister für ihre Arbeit am Netz der Strom-, Wasser-, Gas- und Wärmeversorgung.

Es gehe darum für das Thema Sicherheit zu sensibilisieren. Häufig kennen die Arbeiter die Abläufe beim täglichen Schaffen sehr genau. Manchmal ein bisschen zu gut, so dass der eine oder andere mit der Zeit leichtsinnig wird.

Unfälle bei der Arbeit passierten beim heutigen technischen Stand fast ausschließlich, weil zu wenig an die Sicherheit gedacht werde. „Der größte Faktor ist dabei der Schlendrian“, sagt Wolf. Man müsse Respekt vor Gefahren haben. Sobald man oberflächlich an Aufgaben herangehe, passierten Unfälle.

Nachlässigkeiten führen aber nicht nur zu möglicherweise schweren Arbeitsunfällen. Es gehe auch darum, Bewegungen richtig auszuführen, um Muskeln und Gelenke zu schonen. „Die Summe der kleinen Nachlässigkeiten zum Beispiel beim Heben führt zu Muskelverspannungen oder sogar bleibenden Schäden an der Wirbelsäule“, sagt Wolf.

Wichtig sei auch, dass Vorgesetzte von ihren Mitarbeiten einfordern, dass sie sich an alle Sicherheitsvorschriften halten. Dabei solle sich niemand gegängelt fühlen. „Das ist keine Schikane, sondern Vor- und Fürsorge, zu der der Vorgesetzte sogar gesetzlich verpflichtet ist“, sagt Wolf. Die beste Motivation zum sicheren Verhalten sei allerdings, wenn sich Vorarbeiter selbst richtig verhalten. „Er kann nicht mit Sandalen im Sicherheitsbereich stehen und von den Mitarbeitern verlangen, dass sie Sicherheitsschuhe tragen“, sagt Wolf.

Dass die Schulung in der mobilen Einheit etwas bringt, könne man in großen Betrieben leicht an den Unfallzahlen erkennen, sagt Wolf. Nach dem Besuch gingen sie ein halbes Jahr lang zurück, dann stagnierten sie ein halbes Jahr, dann stiegen sie wieder an. Man müsse also kontinuierlich schulen.

Vorsorge spart Geld

Dafür hat die Betem drei mobile Schulungseinheiten. Jede davon kostet rund 1,3 Millionen Euro. Doch das rechne sich. Ein schwerer Stromunfall mit anschließender Rehabilitation und beruflicher Wiedereingliederung könne die Berufsgenossenschaft leicht 200 000 bis 250 000 Euro kosten. „Wenn man nur einen dieser Unfälle im Jahr verhindert, finanziert sich das Mobil von alleine“, sagt Wolf. Man spare also Geld für die Berufsgenossenschaft und damit für die Mitgliedsbetriebe. Doch es geht nicht nur um den finanziellen Aspekt. Im Vordergrund steht die Gesundheit. Wolf: „Es gibt viele Krankheiten, aber nur eine Gesundheit. Die gilt es zu erhalten.“

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