„Rock am Pool“: Rückkehr mit Reggae und Rastalocken

Von: André Daun
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Indie, Reggae, Hardcore und Hardrock – ganz schön vielseitig war Rock am Pool in diesem Jahr: Andi von Hey Hey.
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Indie, Reggae, Hardcore und Hardrock – ganz schön vielseitig war Rock am Pool in diesem Jahr: Sebastian Sturm.
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Indie, Reggae, Hardcore und Hardrock – ganz schön vielseitig war Rock am Pool in diesem Jahr: die Männer von Beacon Cross. Foto: André Daun
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Indie, Reggae, Hardcore und Hardrock – ganz schön vielseitig war Rock am Pool in diesem Jahr: Henning von Take Your Guilt. Foto: André Daun

Eschweiler-Dürwiß. „Rock am Pool-Reloaded“ – das steht für pure Musikleidenschaft. Die mittlerweile vierte Auflage des Erfolgsfestivals bot am Samstag einen wilden Wechsel durch die Musikgenres. Ob Punkrock, Hardcore, Hardrock, Pop, Indie oder Reggae: An musikalischer Abwechslung sollte es im Dürwisser Freibad nicht fehlen.

Und so war es wie selbstverständlich, dass die verschiedensten Besucher auf das Gelände strömten, um ihren Lieblingsbands zu huldigen.

Wegbier heizt mächtig ein

Um Punkt 16 Uhr wurden die Pforten des Freibads geöffnet, eine halbe Stunde später stand der erste Musik-Act auf dem Programm, für den es galt, den ersten Musikfans ordentlich einzuheizen. Diesen Job übernahm ein Trio aus Eschweiler, das seit September 2012 in dieser Form existiert. Die Band „Wegbier“ bietet eingängigen und bodenständigen Punkrock. In ihren eigenen Songs setzen sich die Jungs in sozialkritischen Texten mit den Schattenseiten der Gesellschaft auseinander, unter anderem spielten die Musiker ein Stück gegen Nazis. Für Gesang und Gitarre ist Matthias zuständig, Dennis am Bass ist der Mann für die tiefen Töne. Schlagzeuger Daniel gibt nicht nur den Rhythmus vor, er zeigt sich auch stimmgewältig beim Hintergrundgesang. Die Formation begeistert, Auftritte in ganz Deutschland sprechen für sich. Ein Album des Trios ist in Arbeit: Ende des Jahres soll das Werk mit dem Namen „Live-Besoffen-Unzensiert“ zu erhalten sein. Mit einem lauten „Auf ein Bier“ verabschiedeten sich die Jungs von der Bühne und wurden für ihren tollen Auftritt mit anhaltendem Applaus belohnt.

Die zweite Band stammt ebenfalls aus der Indestadt, mit „Take Your Guilt“ erhielt Hardcore-Musik vom Allerfeinsten Einzug auf dem Freibadgelände. Schon der Soundcheck ließ erahnen, dass die Jungs die harten Klänge leben: Der Bass vom ehemaligen Superplex-Bassisten Jens brachte das Gelände zum Vibrieren. Die vierköpfige Formation, die im Februar ihren ersten Auftritt im „Check-In“ feierte, wollte das Publikum schwitzen sehen. Es folgten Ansätze von Pogo und Stagediving. Sänger Henning, Bassist Jens, Gitarrist Nino und Schlagzeuger Joscha verstehen ihr Handwerk und wurden von ihren Fans gefeiert.

Vom Hardcore zum Hardrock: Als Veteranensupport angekündigt, erklommen die Musiker von „Beacon Cross“ die Bühnenbretter. Die Haudegen Mark, Frank und Winni präsentierten Musikstücke aus der eigenen Feder. Die rockigen Töne sind laut, authentisch und handgemacht – ohne jeden Schnickschnack. Das ist das Erfolgsrezept des Trios, das sowohl die jungen als auch die alt eingesessenen Rocker begeisterte.

Auf einen musikalischen Kurzurlaub lud einmal mehr die gleichnamige Band ein. Die Musikgruppe stand zuletzt auf der EMF-Bühne und spielte sich direkt in die Herzen der Zuhörer. Britisch angehauchte Sounds mit deutschen Texten gehen direkt in Ohr. Alle Songs wurden selbst verfasst, in emotions- und energiegeladenen Stücken wie „Vogelfrei“ und „Sehnsucht“ erzählen die Jungs ihre Geschichten. Die Mischung aus Indie, Rock und Pop kommen am Rande des Pools sehr gut bei den Zuhörern an. Das Trio stammt zu Teilen aus Aachen und Stolberg, seit Ende 2011 stehen Drummer Simon, Gitarrist Jannik und Bassist Nico gemeinsam auf den Bühnen der Region. Mit anhaltendem Applaus und Jubel bedankte sich das Publikum bei der Band, die ihren ganz eigenen und besonderen Stil gefunden hat.

Musik seit der Schulzeit

Langsam wurde es dunkler auf dem Freibadgelände, die Vorfreude auf den Headliner stieg merklich. Vorher präsentierte jedoch die Musikgruppe Hey Hey Gitarrenrock in der Tradition ihrer früheren Indie-Helden im eigenen Gewand. Sänger und Gitarrist Andi, Gitarrist Chrit und Bassist Arno kennen sich schon aus der Schulzeit am Städtischen Gymnasium und haben viele Jahre zusammen Musik gemacht. Mit Hey Hey knüpfen sie an die wilden Zeiten an und erforschen neues Songwriter-Terrain. Gemeinsam mit Schlagzeuger Benni spielen sie Songs versetzt mit den typischen Synthie-Sounds der Siebziger, die Musiker pendeln zwischen tieftrauriger Schwermut und krachenden Rocknummern. Musik zum Mitfühlen und Mittanzen, die im Verlauf des Auftritts immer energieladener wird.

Dann war es so weit: Neben der Stimmung war auch die Besucherzahl auf dem absoluten Höhepunkt, als Headliner Sebastian Sturm mit der Band Exile Airline Reggae vom Feinsten spielten. „Der Auftritt ist für mich etwas besonderes, ich habe vor vielen Jahren hier mein erstes Open-Air-Konzert gespielt“, freute sich Sturm unter großem Jubel. Damals stand seine Musik noch ganz im Zeichen des Punks. Seither hat sich viel verändert: Bis Mitternacht wurde einzigartige Musik geboten, die die Zuschauer nach Jamaika, die Wiege des Reggae versetzte. Wer nicht tanzte, schloss die Augen, wippte zur Musik und genoss die Klänge. „Ihr seid ein Wahnsinns-Publikum“, wusste Sebastian Sturm zu schätzen. Seine Leidenschaft für die Musik ist unübersehbar und in jeder Liedzeile zu hören. Die Band Exile Airline in seinem Rücken passte perfekt zu dem Musiker.

Das Team der Mobilen Jugendarbeit in Eschweiler um Olaf Tümmeler organisierte eine tolle Veranstaltung, bei der alles stimmte. „Alleine wäre das alles nicht zu stemmen“, weiß Tümmeler. Ohne die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer sei ein Festival dieser Größenordnung nicht möglich. Der besondere Dank gilt den 60 Helfern, darunter Deutsches Rotes Kreuz, Technisches Hilfswerk, Feuerwehr, Wirtschaftsbetriebe und andere. Die Schirmherrschaft hatte wieder Kulturmanager Max Krieger übernommen, der begeistert der kompletten Veranstaltung beiwohnte.

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