Eschweiler - Rob Tognoni: Tasmanischer Teufel jagt über die Saiten

Staukarte

Rob Tognoni: Tasmanischer Teufel jagt über die Saiten

Von: Dirk Müller
Letzte Aktualisierung:
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Servierte dem Publikum einen kraftvollen Mix: Der Australier Rob Tognoni konnte sich auch im „Check in“ auf seine Band verlassen. Foto: Dirk Müller

Eschweiler. Nicht nur Blues und Rock haben sich im „Check in“ getroffen, sondern auch begnadete Musiker und eine treue Fangemeinde, die dem kurzen Gastspiel des Sommers den Rücken kehrte und stattdessen gebannt auf die Bühne des städtischen Jugendtreffs blickte.

Dort stand klar der „Tasmanische Teufel“ Rob Tognoni im Mittelpunkt. Der australische Ausnahmegitarrist begeisterte in der Konzertreihe „Blues meets Rock“ das Publikum mit kraftvollen, energiegeladenen Songs.

Dass die Rockmusik sein Geschäft ist, unterstrich Tognoni gleich mit dem ersten Stück: „Rock’n’Roll Business Man“ kam als gradliniger Bluesrock mit eingängiger Gesangsmelodie daher, und so sollte es am weiteren Abend bleiben.

Äußerst bemerkenswert waren Tognonis Soli, die jeden Song bereicherten. Er ließ seine Gitarre sprechen, singen oder schreien, in ungeahnte Sphären aufsteigen und hoch dramatisch wieder abstürzen. Mal klagten die Saiten wehmütig, mal jubelten sie euphorisch. Die vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten zog der Gitarrist dabei sowohl aus seinem Können und hoher technischer Präzision, als auch aus seiner leidenschaftlichen Spielfreude. Bei Stücken wie „Shoot the Dove“ aus seinem Album „Art“ vereinte Tognoni die Härte rauen Rocks mit Elementen des Blues und vor allem absoluter Virtuosität.

Seine exzellenten Soli gestaltete er durch den Einsatz verschiedener Effekte, aber hauptsächlich durch seine kunstvolle Kreativität enorm abwechslungsreich. Songs wie „Bad Girl“ und „My Chair“ bestachen aber nicht nur durch Tognonis ekstatisches Gitarrenspiel. Die Rhythmussektion aus René Stock am Bass und Marc Descamps am Schlagzeug leistete mehr als nur Fleißarbeit. Stock und Descamps lieferten im Schweiße ihrer Angesichter stets punktgenau treibende und mitreißende Beats zu der atemraubenden Bluesrock-Show. Tognoni indes glänzte durch große Bühnenpräsenz und immer wieder mit brillanten Soli.

In den ausgedehnten Instrumentalteilen von „Dark Angel“ flogen die Finger beider Hände in grandioser Choreografie über die Saiten, dass einem schon alleine vom Zuschauen schwindelig werden konnte. Vom Zuhören erst recht, denn in tasmanisch-teuflischem Tempo öffnete Tognoni fantastische Klangwelten, spielte sich und das Publikum in einen nicht enden wollenden, hart rockenden Blues-Rausch. Rob Tognoni servierte den Gästen des letzten „Blues meets Rock“-Konzerts vor der Sommerpause ein schmackhaftes Musikmenü aus bodenständigen Kompositionen, dynamischem Hardrock, erdigem Blues, einer Prise Boogie und einer unglaublich famosen Gitarre als Hauptzutat.

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