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„Rio“ in der Schnellengasse: „Blues meets Rock“

Von: vr
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Achtung, Ansteckungsgefahr! Der „Final Virus“ befiel am Dienstag im „Rio“ innerhalb von sekündlicher Inkubationszeit sämtliche Rock-Liebhaber der „Blues meets Rock“-Konzertreihe. Foto: Volker Rüttgers

Eschweiler. „Über Musik zu reden, ist wie Architektur zu tanzen.“ Recht hatte Frank Zappa und dennoch wird über dieses Konzert zu reden sein, denn Peter Sonntag und seine Überzeugungstäter von „Final Virus“ brannten am Dienstagabend im „Rio“ ein Rock-Metal-Blues-Klanggewitter ab, das Zappa die Barthaare vor Begeisterung hätte ausfallen lassen.

Zappas „Zoot Allures“ ist sicherlich kein Stück, dass Peter Sonntag mit seiner famosen Band alle Abende spielt, doch eigentlich ist es auch egal, was „Final Virus“ spielen, denn „es klingt jeden Abend anders, wir machen unsere Stücke draus“, verriet der Bassist, der seine Wurzeln eigentlich im Jazz hat.

Mit dem treibenden Sound der „Peter Gunn Theme“ eröffnete Sonntag seine „Blues meets Rock“-Rückkehr in die Indestadt und begeisterte sein Publikum gleich zu Beginn mit einer Gänsehaut-Interpretation von Jimi Hendrix‘ „Little wing“, großartig gesungen von Missi Wainwright, die die siebenköpfige Band mit ihrer Soulstimme zu noch mehr Variabilität verhalf. Die Ballade war nicht nur ein Testat der großen Bewunderung des Bandleaders für Jimi Hendrix, sondern obendrein David Bowie gewidmet, dessen Todestag sich am Dienstag jährte.

Mit einer Speed-Version von „The Power of Love“ und einer vom Sound an die Red Hot Chili Peppers erinnernden Interpretation des Beatles-Klassikers „Come together“ hatte der „Final Virus“ jeden im „Rio“ angesteckt. Gegen diese Krankheit gab es zum Glück keine Medikamente, so dass sich nicht nur die Bläser-Section, bestehend aus Markus Plum an der Posaune, Patros Jäger am Saxophon und Javuz Duman an der Trompete, ins Fieber des Rock‘n‘Roll hineinsteigern sollte.

„Mann, was hat der losgelegt“, die Begeisterung Peter Sonntags für die Künste seines Filius Max am Schlagzeug ist ungebrochen, seit dem Tag als sein Sohn im Alter von 13 Jahren alle Songs des Bassisten auswendig im Proberaum spielen konnte.

Getragen vom Klangteppich Martin Mersmanns am Keyboard wandelte „Final Virus“ durch die Welten des Rock, Metal, Punk und Blues. Inspiration sind für Peter Sonntag dabei vor allem Songs aus den 60ern und 70ern, vereinzelt auch 90er-Hits, doch mit den aktuellen Popsongs habe er nicht so viel am Hut. Es gebe zwar auch heute gute Songs, aber die Interpretation derer fällt dem Bassisten ungleich schwerer: „Songs brauchen eine gewisse Substanz und heutige Popsongs erscheinen mir zu eingefahren, schwierig zu interpretieren.“.

Sein Faible zur Punkmusik kann Peter Sonntag ebenfalls nicht verhehlen, schließlich hat er gemeinsam mit Bela B. und Rod Gonzalez während der Trennungsphase der „Ärzte“ bei „Depp Jones“ zusammen gespielt. Dementsprechend wurde das Tempo am Dienstagabend gerne immer wieder angezogen.

„Love will tear us apart“ von Joy Division und sogar der Blues-Brothers-Kulthit „Minnie the moocher“, stilecht mit Sonnenbrille auf jeder Bandnase, lieferten den abwechslungsreichen Schlusspunkt des Konzerts, bei dem nicht nur Blues auf Rock traf, sondern vor allem auch eine hervorragend harmonierende Band auf eine Leadgitarristin, die „Final Virus“ den unverwechselbaren Sound gibt: Reno Schnell.

Musikalische Heimat

Die lange Gitarristin und der Bass-Guru lieben nicht nur Musik, sie leben Musik und haben mit „Final Virus“, so scheint es jedenfalls, ihre musikalische Heimat gefunden. Kein Song klingt gleich, keine einzelne Note wird einfach abgearbeitet, keine Kompromisse gemacht.

Wenn das Bühnenlicht angeht, gilt für Peter Sonntag und seine Band nur eines: mit allen Sinnen den Auftritt genießen und dabei keine Sekunde zu verschenken, so wie Überzeugungstäter in Sachen Rock‘n‘Roll halt ticken.

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