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Regionaldekane bestürzt über Entwicklung der katholischen Kirche

Letzte Aktualisierung:

Eschweiler. Die Regionaldekane im Bistum Aachen beziehen deutlich Stellung zur Rücknahme der Exkommunikation von vier Bischöfen, die zur Bruderschaft Pius X gehören.

„Wir nehmen mit Bestürzung die neueste Entwicklung in unserer Kirche zur Kenntnis”, heißt es in der Stellungnahme, die auch von Regionaldekan Aachen-Land, Hans-Rolf Krewinkel, unterzeichnet wurde. Aufgrund vieler Anfragen gebe man diese Erklärung ab.

„Es kommt erschwerend hinzu, dass einer der vier Bischöfe den Holocaust und seine Verbrechen leugnet, was in der Öffentlichkeit zu großer Aufregung führt und den Dialog mit den jüdischen Geschwistern sehr belastet.” Man sei sehr in Sorge hinsichtlich des Ansehens der katholischen Kirche in unserem Land und in der Weltöffentlichkeit.

Dank richten die Geistlichen an Bischof Dr. Heinrich Mussinghoff für die schnelle und eindeutige Stellungnahme. Man begrüße es sehr, dass der Papst den Dienst der Einheit so ernst nehme und wolle ihn dabei unterstützen.

„Aber angesichts der turbulenten Entwicklung der letzten Wochen wird es zunehmend fraglich, ob die geplante Wiedereingliederung der Bruderschaft Pius X und ihrer Bischöfe in die römisch-katholische Kirche dem Gesamt der Kirche gut tut.”

Es sei aus Sicht der Regionaldekane unverzichtbar, dass sich die Bruderschaft Pius X und ihre Bischöfe in allen Punkten zu den Beschlüssen, Ergebnissen und Verlautbarungen des II. Vatikanischen Konzils bekennen und bereit sind, diese in ihrem Amt und in allen ihren kirchlichen Bezügen zu leben.

„Allerdings ist es für uns unverständlich, dass sich die Einheits-Bemühungen des Papstes - soweit wir es einschätzen können - ausschließlich auf die konservativen und ultrakonservativen Kräfte hin richten. Müssten sie nicht ebenso gelten für prominente Leute wie L. Boff, E. Drewermann, H, Küng, J. Gaillot und die vielen anderen Christen, die unter ihrer persönlichen Situation leiden, z. B. als Geschieden-Wiederverheiratete ausgeschlossen zu sein?”

Die Regionaldekane selbst seien dazu bereit, in Einheit mit Papst Benedikt und Bischof Heinrich daran mitzuarbeiten. Und zwar in folgenden Punkten:

„dass die Glaubwürdigkeit unserer Kirche in der Welt wieder wächst,

- dass unsere Kirche ihr Profil aus den Beschlüssen des II. Vatikanischen Konzils wieder stärkt,

- dass in das Bemühen um Einheit mit dem Papst auch die oben beispielhaft genannten Personen und Kreise einbezogen werden,

- dass die Öffnung der Kirche zur Welt, die das II. Vatikanische Konzil gewollt hat, nicht weiter zurückgefahren wird.”
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