Eschweiler - Rebecca Hermanns: Mit Feldsalat, Pilzen und Lammragout zum Sieg

Weltmeisterschaft Weltmeister WM Pokal Russland Fifa DFB Nationalmannschaft

Rebecca Hermanns: Mit Feldsalat, Pilzen und Lammragout zum Sieg

Von: Stefan Herrmann
Letzte Aktualisierung:
Rebecca Hermanns
Wie bekommt man den Korken elegant und sauber aus der Weinflasche? Die 21-jährige Rebecca Hermanns weiß es, wie sie mit dem 1. Platz bei den Dehoga-Jugendmeisterschaften bewies. Foto: Stefan Herrmann

Eschweiler. Die Lust am Siegen lebt Rebecca Hermanns nicht nur beim Fußball aus. Ohne Stollenschuhe und Schienbeinschoner, dafür in schwarz-weißer Arbeitskluft überzeugte die 21-jährige angehende Restaurantfachfrau jetzt auch die Jury bei der regionalen Jugendmeisterschaft des Dehoga (Deutscher Hotel- und Gaststättenverband).

Platz 1 ergatterte die Auszubildende des Gasthofs Rinkens in Lohn gleich bei ihrer ersten Teilnahme. „Darauf sind wir mächtig stolz”, gibt Chefin Claudia Rinkens unumwunden zu. Ihr Mann Theo nickt ebenfalls anerkennend an diesem sonnigen Morgen.

Acht Teilnehmerinnen

Rückblick: Karneval liegt gerade erst eine Woche zurück, da geht es für Rebecca um die Wurst. Wobei „Wurst” wohl nicht die kulinarisch korrekte Bezeichnung für diesen exquisiten Abend ist. Schon den ganzen Tag über wurde das praktische Wissen der insgesamt acht Restaurantfachfrauen getestet.

Im Berufskolleg Käthe-Kollwitz-Schule in Aachen gibt es alles, was das Restaurant- und Serviceherz höher schlagen lässt: eine bestens ausgestattete Lehrküche, einen Speiseraum, edle Weingläser und blankpoliertes Besteck - Dinge, die man als Restaurantfachfrau halt zum Arbeiten braucht.

Hier wurde morgens bereits gemeinsam mit den Köchen das Menü zusammengestellt, dann die Karte entworfen. „Die nächste Aufgabe hieß, Cocktails zu mixen, und anschließend gings zur Warenerkennung”, erinnert sich Rebecca. Zehn Lebensmittel, fünf Gläser und fünf Bestecke. „Und die Prüfer fragten nicht nach Äpfeln und Orangen”, ergänzt Claudia Rinkens.

Am Abend dann die „Königsdisziplin”: Die Menüs wurden serviert. Rebecca Hermanns Ausbilder-Ehepaar war ebenfalls anwesend und durfte ein feines Vier-Gänge-Menü genießen. „Irgendwer muss es ja essen, was die da verbrechen”, meint Theo Rinkens mit einem Augenzwinkern, um sogleich ein dickes Lob auszusprechen: „Es war wirklich toll!” Und es passte: Der richtige Wein aus dem richtigen Glas, das formvollendete Öffnen der Flasche - der Restaurantnachwuchs bewies Profieinstellung.

Feldsalat mit sautierten Austernpilzen, anschließend Kabeljaufilet auf Petersilienwurzelpüree mit Schnittlauchsoße, als Hauptgang Lammragout mit Speckbohnen und Kartoffelplätzchen und zu guter Letzt ein Vanilleparfait mit Grand Marnier Zabaione - Rinkens und die anderen Test-Gäste wurden von den insgesamt acht Prüflingen bestens bedient.

Die junge Auszubildende Hermanns, die in Langerwehe zur Gesamtschule ging und nun in Hücheln wohnt, setzte sich schließlich bei starker Konkurrenz durch.

Sie selbst war auf die Idee gekommen, an den regionalen Jugendmeisterschaften teilzunehmen. Die kommende Restaurantfachfrau hatte im Sommer 2009 eine um ein Jahr verkürzte Ausbildung beim Gasthof Rinkens begonnen. „Daher bin ich das Ganze eher als Übung angegangen”, blickt Rebecca bescheiden auf den gläsernen Pokal für den 1. Platz.

2011 macht sie ihren Abschluss. Dann, so der Wunsch, möchte Rebecca Event- und Hotelmanagement studieren. „Sie hat einen sehr guten Umgang mit Menschen und ist unglaublich offenherzig”, preist die Chefin Grundtugenden ihrer Auszubildenden.

Rebeccas Ausbildungskollegin soll nächstes Jahr nun auch an der Dehoga-Meisterschaft teilnehmen. „Theoretisch könnte ich auch noch mal antreten”, erklärt die Siegerin 2010. Denn der Jugendwettbewerb steht allen werdenden Hotel- und Restaurantfachkräften sowie Köchen unter 23 Jahren offen.

WM-Sommer kann kommen

Nun, erklärt Rebecca, konzentriere sie sich aber erst einmal auf die Zwischenprüfung. Und natürlich auf die Arbeit in „ihrem” Gasthof Rinkens. Bald ist wieder, so hofft es nicht nur Inhaber Theo Rinkens, Biergarten-Wetter. Und auch die Fußball-WM mit Public-Viewing wirft ihre Schatten bereits voraus.

Hefeweizen stemmen statt Rotwein aus feinen Gläsern servieren, heißt es dann wohl des öfteren für Rebecca Hermanns. „Wobei: Vielleicht läuft südafrikanischer Wein dann ja gut”, orakelt Claudia Rinkens schmunzelnd mit Blick auf das WM-Gastgeberland, in dem Yogi Löws Kicker Weltmeister werden wollen. Rebecca Hermanns kann da gelassener das Jahr angehen: Sie hat bereits ihren Pokal eingeheimst.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert