Realschüler auf der Reise ins Herz Europas

Von: Jacqueline Winkler
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Europa – was ist das überhaupt? Die Abschlussklasse der Realschule Patternhof informierte sich bei NRW-Landesvertretung und im Europaparlament in Brüssel. Foto: Jacqueline Winter
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Hier steht die Abschlussklasse der Realschule Patternhof vor dem Gebäude des Europäischen Parlaments. Foto: Jacqueline Winter

Eschweiler. Wenn am 25. Mai gewählt wird, dann wird nicht nur entschieden, welche Mehrheit künftig im Stadtrat das Sagen hat, wer Bürgermeister sein wird, wer die Städteregion regiert und welcher Städteregionsrat an ihrer Spitze steht. Dann heißt es auch, Einfluss zu nehmen auf den künftigen Kurs Europas.

Das europäische Parlament repräsentiert die europäische Bevölkerung. Das heißt, dass 751 Abgeordnete über 500 Millionen Europäer aus 28 Mitgliedsstaaten vertreten. Der Hauptsitz des europäischen Parlaments ist in Straßburg, die Parlamentsverwaltung in Luxemburg und ein weiterer Tagungsort ist Brüssel. Vertraglich vorgesehen ist eine Woche pro Monat für Plenarsitzungen in Straßburg, dazwischen tagen die Fachausschüsse und die Fraktionen des Parlaments in Brüssel.

Wie nahe ist Eschweiler Schülern Europa? Was wissen sie über die Abläufe in den Gremien und über deren Zuständigkeiten?

Die Abschlussklasse der Realschule Patternhof besuchte jetzt das Europäische Parlament in Brüssel, genauer gesagt das Parlamentarium. Aber nicht nur das, sie waren auch bei der Landesvertretung NRW. Und natürlich haben sich auch den berühmten „Grand Place“ in Brüssel angeguckt.

Die Fahrt hierhin hat der Europaverein GPB e.V. organisiert. Geschäftsführerin Annelene Adolphs und Vorsitzender Peter Schöner haben die Klasse begleitet. Der Europaverein leitet viele solcher Programme und will mehr Wissen mehr rund um Europa vermitteln.

Attraktive Ausstellung

Das Parlamentarium zeigt durch multimediale Darstellungen die Geschichte der europäischen Integration, sowie sie unser tägliches Leben beeinflusst. 24 Amtssprachen sind hier vertreten, so dass sich jeder diese Tour in seiner eigenen Sprache anhören kann. Mit dem Media Guide wird man dann durch die Ausstellung geführt, dieser übersetzt und zeigt auch immer wieder interessantes Hintergrundwissen an.

In einem Raum wird jede fünf Minuten ein 360-Grad-Film gezeigt, der die wichtigsten Menschen des Europäischen Parlaments zeigt und auch Ausschnitte von Wahlen und wie die Abgeordneten dort wählen. Außerdem gibt es in diesem Raum Bildschirme an denen man sich verschiedene Dokumente genauer angucken kann. Dies ist jedoch nur ein Raum von vielen, die das Europäische Parlament zeigen und darstellen, was für eine Arbeit dort erbracht wird. Man kann sogar mit einem Gerät über die Weltkugel gehen und sich dabei verschiedene Geschehnisse in einzelnen Ländern genauer betrachten.

Die Schüler wurden durch die Ausstellung von Sabine Verheyen begleitet, die noch einiges an Hintergrundwissen hinzufügte. Sabine Verheyen war Bürgermeisterin der Stadt Aachen und ist jetzt ein Mitglied des Europäischen Parlaments. Sie ist ein stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Binnenmarkt und Verbraucherschutz. Obwohl sie wenig Zeit hatte, nahm sie sich diese für die Schüler, um ihnen noch mehr zu Europa erzählen zu können und um ihnen dieses Thema näher zu bringen.

Informative Gespräche

Sie erklärte, dass die Abgeordneten alle aktiv mitarbeiten und auch Vorschläge, die die Kommission abgenickt hat, ablehnen können. Außerdem erklärte Verheyen, dass es strenge Zeitlimits bei den Reden gibt und dass, wenn diese überschritten werden, das Mikrofon ausgeschaltet wird.

Da Sabine Verheyen noch weitere Termine hatte, musste sie nach kurzer Zeit wieder gehen, bot aber den Schülern an, zu ihnen in die Klasse zu kommen, sollten bei den Schülern noch weitere Fragen aufkommen.

Christoph Steyer, der Lehrer der Klasse, führte alle dann zu der Landesvertretung NRW, wo Thomas Wiltberger der Klasse erklärte, warum die Landesvertretung in Brüssel ihren Sitz hat und nicht in Düsseldorf. Thomas Wiltberger ist der Vertreter des Landes NRW beim Europäischen Parlament und ist dort für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zuständig.

Die Schüler mussten zuerst eine Art Mind Map gestalten zu der Frage: „Was bedeutet das Europäische Parlament?“ Ein großer Teil der Klasse arbeitete mit und gab Wiltberger einiges zu bereden. Er bezog die Schüler immer wieder mit in sein Gespräch ein und hielt somit nicht nur einfach einen Vortrag, regte die Klasse auch zum Mitdenken an, was alles viel interessanter für diese machte.

Die Landesvertretung NRW guckt vor Ort, was die Kommission vorhat und kann sich so in Brüssel auf ihre Interessen konzentrieren und für diese werben. Dies geht nicht von der Ferne aus. Außerdem hat jedes deutsche große Unternehmen ebenso wie bedeutende Institutionen einen Vertreter in Brüssel, zum Beispiel haben die Caritas oder auch Vorwerk dort Mitarbeiter. Thomas Wiltberger erklärt den Schülern auch, dass auch sie etwas tun können, denn jeder kann seit dem Lissabon-Vertrag 2009 selber Petitionen einreichen und für seine Interessen kämpfen.

Nachdem Thomas Wiltberger seinen anregenden und auch lustigen Vortrag beendet hatte, durften die Schüler sich noch alleine Brüssel angucken. Vor allem interessant war hier der „Grand Place“, der durch seine großartige Architektur viele Touristen anlockt. Rund um diesen Platz reihen sich Häuser, die mit ihren barocken Fassaden glänzen können. Aber natürlich gingen die Schüle auch ein bisschen einkaufen und probierten die berühmten Belgischen Fritten.

Appell an die Lehrer

Die Jugendlichen, die kurz vor ihrem Abschluss stehen, fanden diesen Ausflug interessant, jedoch sagten sie auch, dass es für diese kurze Zeit zu viele Informationen wären und man für die Ausstellung viel mehr Zeit bräuchte.

Sabine Verheyen wünscht sich, dass mehr Lehrer auf die Idee kommen, die Schüler mithilfe des Europavereins so zu unterstützen und ihnen mehr Wissen über Europa zu vermitteln, denn die Kinder und Jugendlichen seien unsere Zukunft und es liege heutzutage nicht zuletzt an den Interessen des jeweiligen Lehrers, welche Themen behandelt werden und welche nicht. Man sollte wissen, was in Brüssel los ist und was das Europäische Parlament für die Bürger macht.

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