Radler fahren in der Stadt gefährlich

Von: Patrick Nowicki
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Erinnerung an einem tragischen Unfall in Hastenrath: Auf der Albertstraße starb im vergangenen August ein 25-jähriger Eschweiler. Der dritte Unfalltote im Jahr 2012. Foto: Patrick Nowicki

Eschweiler. Radfahrer sind in Eschweiler ungewöhnlich häufig in Unfällen verwickelt. Dies geht aus der Unfallstatistik des vergangenen Jahres hervor, die die Polizei am Freitag veröffentlichte. In zwei Fällen starben Radfahrer an den Folgen.

Die Behörden stehen aber vor einem Rätsel. „Es gibt keinen Zusammenhang zwischen den Unfällen“, sagt der Leiter der Direktion Verkehr bei der Polizei, Bernd Kleefisch. Dies macht die Arbeit natürlich nicht einfacher. Die Ordnungshüter werden jedoch nicht untätig bleiben. In diesem Jahr werden die Radfahrer und ihre Sicherheit in den Vordergrund rücken.

Die Zahl der Unfälle nahm im vergangenen Jahr wieder zu: 1810 waren es, also 48 mehr als noch im Jahr 2011. Drei davon endeten tödlich. Im April 2012 starb ein 79-Jähriger bei dem Versuch, die Landesstraße 228 mit dem Rad zu überqueren. Er übersah einen Pkw, wurde erfasst und erlitt schwerste Verletzungen. Zwei Wochen später erlitt ein 83-jähriger Radfahrer tödliche Verletzungen, als er auf der Kreuzung Wilhelminen- und Bikengangstraße mit einem Motorrad zusammenstieß.

Ein tragischer Vorfall ereignete sich auf der Albertstraße, wo ein 25-Jähriger mit seinem Motorrad in den Gegenverkehr fuhr. Er hatte sein Fahrzeug mit einem sogenannten „Wheely“ in Bewegung gesetzt. Dabei beschleunigt man sehr schnell, startet nur auf dem Hinterrad und hinterlässt eine Beschleunigungsspur. In der folgenden Rechtskurve raste er in einen entgegenkommenden Wagen. Der junge Mann starb.

Drei schreckliche Ereignisse, drei völlig unterschiedliche Unfallhergänge. „Es gibt keinen Schwerpunkt und auch keine bestimmten Verhaltensmuster, die zu den schweren Unfällen geführt haben“, berichtet Bernd Kleefisch. Er kündigt genauere Analysen und Datenerfassungen an, um die Unfallzahlen zu senken (siehe Nachgefragt).

Losgelöst von der Ergebnissen der Verkehrsuntersuchungen sind einige Programme schon auf den Weg gebracht. Die Polizei wird ihr Augenmerk in diesem Jahr vor allem auf die Radfahrer und älteren Verkehrsteilnehmer richten. Das gab sie schon vor wenigen Wochen bekannt. Dabei arbeiten sämtliche Behörden Hand in Hand. Auch die regelmäßigen Geschwindigkeitskontrollen werden fortgesetzt.

Eschweiler ist in der Städteregion nach Aachen die Stadt mit den meisten Fahrradunfällen. Auffällig ist auch die Zahl der Leichtverletzten nach einem solchen Ereignis. 215 Menschen wurden in Eschweiler registriert, in Stolberg bekamen 115 Verkehrsteilnehmer leichte Blessuren. Im Vergleich zu Stolberg fällt auch die Zahl der verunglückten Kinder negativ aus, nämlich 21.

In der Kupferstadt sank hingegen die Zahl auf acht Kinder im vergangenen Jahr. In der Gesamtstatistik der Städteregion Aachen nimmt Eschweiler Platz 2 hinter Aachen ein. Im Schnitt ereignen sich in Eschweiler jeden Tag fünf Verkehrsunfälle. Anders sieht das in den übrigen Nachbarkommunen aus: Stolberg (4 pro Tag), Alsdorf (3,4) und Würselen (3,7) schneiden deutlich besser ab.

Unfallstatistisch ist Eschweiler also das Sorgenkind in der Städteregion, die zwar steigende Unfallzahlen, aber deutlich weniger Verletzte verzeichnet. Bernd Kleefisch verweist zurecht auf die „gute Entwicklung mit sinkenden Zahlen, die vielleicht auch mit den zahlreichen Aktionen der Polizei zusammenhängen“. Nur in Eschweiler nicht.

Die Bereitschaftspolizei will also alles dransetzen, die Zahlen an der Inde zu senken. Kontrollen, aber auch gezielte Angebote für Radfahrer und ältere Verkehrsteilnehmer, die obligatorischen Geschwindigkeits- und Verkehrskontrollen werden in diesem Jahr verstärkt veranstaltet. „Das wird uns noch lange beschäftigen“, ist sich Kleefisch sicher.

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