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„Quintett Ventoso” bietet Atemberaubendes beim Benefizkonzert

Von: jope
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Kammermusik vom Feinsten: das
Kammermusik vom Feinsten: das „Quintett Ventoso” ließ die Herzen aller Musikliebhaber im Rathaus höher schlagen. Foto: Joachim Peters

Eschweiler. Mit den eigenen breiten Schultern Schwächere in der Gesellschaft stützen und im kulturellen Bereich junge Talente fördern: Die Ziele des Lions-Clubs Eschweiler-Ascvilare unter ihrem Präsidenten Thomas Mertes bündeln sich bei den Benefizkonzerten.

Da der Saal des Rathauses nun gefüllt war, sah man bei den Lions-Club-Offiziellen strahlende Gesichter. Denn mit dem Erlös bekommen wichtige Organisationen eine Schubkraft: der Kinderschutzbund Eschweiler unter Vorsitz von Marie-Theres Kaleß und das Friedensdorf in Oberhausen.

Besonderes Ausrufezeichen

Die Förderung musikalischer Talente kann nicht früh genug beginnen. Dies zeigte der Auftritt der Jugendlichen aus der „MusiksalonSchule”, geleitet von der Eschweiler Flötistin und Musikpädagogin Violetta Palatinus.

Nach einigen kleineren reizvollen Stücken setzten sie mit der „Moldau” von Bedrich Smetana zum Abschluss ein besonderes Ausrufezeichen. Solisten an diesem Abend waren Cara Graaffen, Anna Bungart, Franziska Wirtz und Franziska Schüller.

Das „Quintett Ventoso” gründete sich auf Initiative von Professor André Sebald aus Mitgliedern des Landes-Jugendorchesters NRW. In Eschweiler überzeugten Lisa Korfmacher (Flöte), Dorothea Lincke (Oboe und Moderation), Jessica Sladczyk (Klarinette), Jakob Dorn (Horn) und Charlotte Sutthoff (Fagott) mit vielfältigen Klangwelten aus dem 18. bis 20. Jahrhundert.

Das Divertimento von Joseph Haydn, später von Brahms in seinen „Haydn-Variationen” verarbeitet, und das Bläserquintett B-Dur des Mozart-Zeitgenossen Franz Danzi boten noch „gewohnte” Töne.

Später erlebte das geneigte Ohr andere Klangwelten: ungewohnt, überraschend, vielfarbig, an- und aufregend. Mit der Humoreske von Alexander Zemlinsky (1871-1942) entführte das Quintett in die flirrende Atmosphäre des Wiener „Fin-de-siécle”.

Die lebensfrohen kurzen Stücke von Jacques Ibert (1890-1962) ließen die von Hemingway beschriebene Stimmung der Künstler in den 20er Jahren aufleben. Hochromantische Klänge - die Peer-Gynt-Suite von Edward Grieg in Holzbläser-Bearbeitung - wechselten sich ab mit der teils bedrückenden Atmosphäre der „Sechs Bagatellen” von Giörgy Ligeti (1923-2006).

Hier arbeitete ein feinsinniger Künstler die Trauer über den Weg seiner geliebten ungarischen Heimat in die stalinistische Diktatur ab.

Dies tat auch Ligetis Lehrer Ferenc Farkas (1905-2000), aber auf ganz andere Weise: Er fand Kraft in der Wiederbelebung alter ungarischer Tänze. Sehr temperamentvoll gaben die jungen Musiker drei bekannte Shanties (Seemannslieder), die der Brite Malcolm Arnold (1921-2006) für Bläser-Besetzung einrichtete. Bunt ging es durch verschiedene Musikstile von Klassik bis Jazz.

Nach dem Finale gab es viel Applaus und großes Staunen über einen jederzeit hochwertigen Genuss.
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