Sporter des Jahres Freisteller Sportlerwahl Sportlergala Freisteller

Prüfung der Wasser-Hausanschlüsse: Stadt streckt Fristen bis 2022

Von: mic
Letzte Aktualisierung:
dicht5_
Noch alles dicht im Untergrund? So wie die Städte ihre Kanäle müssen nun auch die Hauseigentümer ihre Anschlussleitungen überprüfen lassen. Foto: ddp

Eschweiler. Die Stadt Eschweiler ist - wie alle Städte und Gemeinden - schon seit langem gesetzlich verpflichtet, ihr Kanalnetz regelmäßig auf Schäden zu untersuchen und diese gegebenenfalls zu beheben. Das Land hat nun auch private Grundstückseigentümer in die Pflicht genommen und verlangt von ihnen, ihre Abwasserleitungen von einem Sachverständigen auf Dichtheit überprüfen zu lassen.

Das Gesetz und seine Folgen waren Thema einer Versammlung, zu der der Röthgener „Dorfklatsch” eingeladen hatte. Nicht nur Röthgener waren am Donnerstag zum „Burghof” gekommen, denn das Landeswassergesetz, hier der Paragraph 61a, birgt reichlich Zündstoff und wirft viele Fragen auf - schließlich geht es um viel Geld.

Hermann Gödde, Technischer Beigeordneter der Stadt Eschweiler, beschränkte sich im Wesentlichen darauf, das Verfahren zu schildern, mit dem die Stadt die im Landesgesetz verankerten Forderungen umsetzen will. Der Hintergrund: Durch undichte Rohre wird das Grundwasser verschmutzt, umgekehrt dringt je nach Lage auch Grundwasser ins Kanalnetz ein und belastet zusätzlich die Kläranlagen. Deswegen müssen alle Hausanschlüsse grundsätzlich bis Ende 2015 auf ihre Dichtheit überprüft werden.

Doch es gibt Ausnahmen von dieser Frist, die sich an dem jeweiligen Gefährdungspotenzial orientieren. So haben die Prüfungen in Wasserschutzzonen absoluten Vorrang. Entsprechend will die Verwaltung das Eschweiler Stadtgebiet in zwölf sogenannte Teilentwässerungsgebiete aufteilen, die nach und nach, sprich von Jahr zu Jahr, „abgearbeitet” werden sollen.

In Hastenrath, Scherpenseel, Volkenrath und Bohl müssen die Hausanschlüsse bis Ende 2010 geprüft sein. Diese Untersuchung dürfen nur zertifizierte Sachkundige vornehmen. Werden hierbei Schäden festgestellt, haben die Eigentümer ein weiteres Jahr Zeit, diese beheben zu lassen; eine erneute Prüfung bestätigt dann die Dichtheit des Hausanschlusses. Bis 2022 sollen so alle Anschlüsse unter die Lupe genommen werden.

Die Stadt will nach Abschluss ihrer Untersuchungen bis Ende des Jahres ein Konzept erarbeiten, welches Gebiet in welchem Jahr an die Reihe kommt und nach welchem Verfahren hier geprüft wird. Da eine Schätzung davon ausgeht, dass mindestens 60 Prozent aller Hausanschlüsse relevante Schäden aufweisen, könnte das so manchen Eigentümer teuer zu stehen kommen. Die Püfungskosten belaufen sich im Schnitt je nach Verfahren (Kanal-TV, Druck oder beides) auf 300 bis 500 Euro, berief sich Gödde auf Erfahrungen aus anderen Kommunen. Eine Sanierung - auch hier gibt es verschiedene Verfahren - kann deutlich teurer werden.

„Wir werden für jedes Entwässerungsgebiet festlegen, mit welchem Verfahren geprüft werden muss”, sagte Gödde auch im Hinblick darauf, die Kosten für die Bürger im Rahmen zu halten. Positiv sei, dass das Gesetz das Grundwasser schütze. „Der negative Aspekt ist der, dass im Paragraphen 61a keine Härtefallregelung enthalten ist.” Er, Gödde, werde nicht auf die Bürger zugehen, um über Zwangsmaßnahmen Geld einzufordern. „Ich hoffe, dass der Gesetzgeber eine Härtefallregelung für Bürger findet, die das nicht bezahlen können, etwa durch Stundung oder Ratenzahlung.”

Damit die Bürger wissen, was auf sie zukommt, will die Stadt frühzeitig und umfassend informieren und beraten. Dazu sind unter anderem mehrere Bürgerversammlungen vor Ort geplant. Die erste findet am 4. März um 18 Uhr im Vereinsheim der Eefelkank statt und wendet sich vor allem an jene Eigentümer im Südosten, die in diesem Jahr noch ihren Anschluss prüfen lassen müssen. „Dorfklatsch”-Sprecher Walter Rauchenberger riet dazu, diese und die weiteren Informationsmöglichkeiten unbedingt zu nutzen.

Weitere Informationen:

Für alle Verfahrensfragen, die eine Prüfung und eventuelle Sanierung des Hausanschlusses betreffen, ist die Abteilung für Straßenraum und Verkehr im Rathaus zuständig: Christian Klump, Zimmer 483, Telefon 71419. Um die Bürger umfassend beraten zu können, stellt die Stadt eine zusätzliche Mitarbeiterin ein.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert