Aachen/Eschweiler - Prozessauftakt nach tödlicher Messerattacke in Imbiss

Prozessauftakt nach tödlicher Messerattacke in Imbiss

Von: jab
Letzte Aktualisierung:

Aachen/Eschweiler. Sieben Monate nach einer dramatischen Bluttat in einem griechischen Imbiss in Eschweiler mit einem Toten und einem Schwerverletzten hat am Mittwoch vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Aachen das Sicherungsverfahren gegen den mutmaßlichen Täter begonnen.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 55 Jahre alten Mann versuchten und vollendeten Mord vor, begangen im Zustand der Schuldunfähigkeit. Der Beschuldigte gilt als psychisch krank. Er soll unter einer paranoiden Psychose leiden und zum Tatzeitpunkt nicht in der Lage gewesen sein, das Verwerfliche seines Handelns zu erkennen.

Messerattacke

Laut Antragsschrift soll er am 29. Januar bei einer Verabredung zum Essen in der „Taverne Korinth” seine beiden Begleiter heimtückisch mit einem 37 Zentimeter langen Messer attackiert haben.

Das grauenhafte Szenario liest sich so: Das Messer nimmt sich der Beschuldigte nach einem Toilettenbesuch aus der Küche, um sich im Gastraum unvermittelt über den 39 Jahre alten Bekannten herzumachen. Das Messer trifft den Ahnungslosen im Gesicht. Dem Getroffenen gelingt die Flucht auf die Herrentoilette.

Das zweite Opfer wehrt sich heftig gegen die Messerattacke. Es kommt zu einem Zweikampf im vorderen Bereich des Imbisses. Hier rammt der Beschuldigte seinem Opfer das Messer mehrfach in den Hals. Der 45-Jährige stirbt noch am Tatort.

Flucht auf die Straße

Doch der Beschuldigte gibt auch jetzt noch keine Ruhe. Er stürmt in den hinteren Bereich des Imbisses zurück und attackiert das erste Opfer erneut. Ein Stich in Richtung Bauchbereich lenkt das Opfer mit einem verzweifelten Griff in die Klinge ab. Es wird an der Hand verletzt und dann von dem Messer erneut am Kopf getroffen. Ihm gelingt die Flucht auf die Straße.

Im Verfahren tritt der 39-Jährige als Nebenkläger auf, ebenso wie die Witwe des Getöteten. Beim Prozessauftakt wurde lediglich die Antragsschrift der Staatsanwaltschaft verlesen. Der Beschuldigte erklärte jedoch schon vorab, er werde weder zur eigenen Person noch zu den ihm vorgeworfenen Taten etwas sagen.

Der 55-Jährige Jurij M. wurde im Oktober 1955 in Usbekistan geboren, ist deutscher Staatsbürger, verheiratet und wohnte zuletzt in Eschweiler. Am 30. Januar wurde er vorläufig festgenommen. Er kam erst in das Gefängnis-Krankenhaus Fröndenberg. Am 29. März folgte die einstweilige Unterbringung in der forensischen Psychiatrie des LVR-Klinikums Essen.

Das Gericht wird nun in vier weiteren Prozesstagen klären, ob der Mann dauerhaft in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht bleiben muss.

Der Prozess geht am 29. August weiter. Das voraussichtliche Ende ist für den 5. September vorgesehen.
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