Eschweiler - Probe für den Ernstfall: Bei einem Unfall muss jeder Handgriff sitzen

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Probe für den Ernstfall: Bei einem Unfall muss jeder Handgriff sitzen

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Feuerwehr und Mediziner proben gemeinsam den Ernstfall, um Abläufe zu verbessern.

Eschweiler. Die jährlich 35.000 Schwerverletzten in Deutschland sollen an jedem Ort, zu jeder Stunde und an 365 Tagen im Jahr die gleiche Überlebenschance haben – dies fordert die Initiative Trauma-Netzwerk der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie. Im Rahmen dieser Initiative wurden deutschlandweit 53 TraumaNetzwerke gegründet. In den Netzwerken sind 864 Kliniken strukturiert verbunden. Die Aufgabe des jeweiligen regionalen Netzwerkes ist es, die Ressourcen der einzelnen Krankenhäuser optimal zu nutzen, um die bestmögliche Patientenversorgung zu gewährleisten.

Für die Versorgung in unserer Region zeichnet das Trauma-Netzwerk Euregio Aachen verantwortlich. „Als eines von sechs Netzwerken in Deutschland arbeiten wir grenzübergreifend mit niederländischen Partnern zusammen“, so Oberarzt Jochem Quickstedt vom Leitungsteam des Traumazentrums am St.-Antonius-Hospital. Das Eschweiler Krankenhaus ist als regionales Traumazentrum zertifiziert, also zu jeder Zeit muss ein Schwerverletzter in der Klinik versorgt werden können.

Die strukturellen, technischen und personellen Änderungen zur Erfüllung der Anforderungen sind bereits im Jahr 2010 umgesetzt worden, weiß Oberarzt Dr. Oliver Heiber zu berichten: „Jetzt geht es darum, die bereits sehr guten Prozesse der Rettung und Erstbehandlung durch die Feuerwehr und die Notärzte mit den internen Prozessen des Krankenhauses zu verzahnen.“

Drei Monate dauerte die Vorbereitung, dann war es soweit: Die Feuerwehr Eschweiler, die Notärzte, die Anästhesisten und die Unfallchirurgen des St.-Antonius-Hospitals traten zur gemeinsamen Übung an.

Da die meisten der 35000 Schwerverletzten Opfer von Verkehrsunfällen sind, wurden für die Übung drei Szenarien mit Pkw-Unfällen entwickelt. Die Schrottfahrzeuge waren so präpariert, dass die Rettung der Unfallopfer, wie nach einem realen Unfall, sehr schwierig war. Die Türen der Autos waren verklemmt, ein Kombi lag sogar auf dem Dach.

Nach Freigabe durch den Übungsleiter erfolgte zunächst die Alarmierung der Feuerwehr. Wie bei einem realen Einsatz fuhren fünf Einsatzfahrzeuge zur Unfallstelle, sicherten diese und begannen mit der Rettung. Notarzt und Feuerwehr kümmerten sich gemeinsam um die Unfallopfer. Die perfekt von Jens Wynands geschminkten, stöhnenden und schreienden Opfer sorgten für ein realistisches Bild. „Der empfundene Zeitdruck war wie bei einem echten Einsatz“, sagte Dr. Theresa Kaminski, Übungsleiterin für die Rettung.

Hydraulische Scheren und Spreizer kamen zum Einsatz, Türen und Dächer wurden aufgeschnitten „Das war in der Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit besonders beeindruckend“, meinte Joachim Kexel, Unfallchirurg. Der Transport des Unfallopfers erfolgte unter Notarztbegleitung mit dem Rettungswagen.

Ein wichtiger Aspekt für die reibungslose Übergabe des Patienten im Krankenhaus ist eine gemeinsame Sprache der beteiligten Einsatzkräfte, dies ist Rolf Overs-Frerker, leitender Notarzt und Anästhesist, ein besonderes Anliegen. Overs-Frerker hat diese Grundlagen schon vorher theoretisch geschult und war Initiator und Planer der Übung.

In der Fahrzeughalle der Feuer- und Rettungswache war ein Schockraum aufgebaut, da die stetige Einsatzbereitschaft des Schockraumes im St.-Antonius-Hospital eine solche Übung nicht zulässt. Der Patient wurde vom Notarzt an das Schockraumteam übergeben und weiter diagnostiziert und behandelt.

„Insgesamt war die gemeinsame Übung ein großer Erfolg“, so Paul Velten-Christopher, stellvertretender Dienststellenleiter der Feuer- und Rettungswache Eschweiler. Auch seine Kollegen waren zufrieden: „Die Demonstration der Rettungstechniken, ein Einblick in die Strukturen der Feuerwehr und des Krankenhauses, sowie die Steigerung des Verständnisses für die Arbeit der jeweiligen Berufsgruppen sind wichtige Aspekte dieser Übung“, sagten Marcel Krott und Christian Haake. Beide planten die Szenarien auf Seiten der Feuerwehr.

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