Eschweiler - Prinzessin und Troubadour: Schüler proben fürs Kindermusical „Aglaia”

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Prinzessin und Troubadour: Schüler proben fürs Kindermusical „Aglaia”

Von: mic
Letzte Aktualisierung:
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Tanz, Gesang, flotte Musik und herrlich witzige Dialoge: In der Grundschule Bohl fand kurz vor den Osterferien die zweite Probe für das Kindermusical „Aglaia” statt. Foto: Michael Cremer

Eschweiler. Die sonst so fröhliche Prinzessin Aglaia ist schwermütig, denn am Hofe ihres Vaters, König Nepomuk des 37., ist es ganz still geworden. Der Hofkapellmeister ist mit der Köchin durchgebrannt, und nur ein neuer Hofmusikus kann die Prinzessin aus ihrer Melancholie befreien...

Mit großem Spaß und ebenso viel Aufwand studieren die Kinder der Grundschule Bohl seit einigen Monaten das Kindermusical „Aglaia” ein. Im Juni gibt es zwei Aufführungen in der Schule und eine - dies zum dritten Mal - auf Burg Wilhelmstein in Bardenberg im Rahmen der Schultheatertage der Städteregion.

Seit Ende der 80er führt die Bohler Schule Jahr für Jahr ein Singspiel auf, und in jedem Jahr sind alle aufs Neue gespannt, was Schulleiter Ewald Leclaire gemeinsam mit dem Kollegium, den Kindern und ihren Eltern auf die Beine gestellt hat. Auch wenn immer wieder ein neues Singspiel einstudiert wird, so bleibt doch eines: Die ganze Schulgemeinde ist in das Projekt eingebunden.

Die Vorbereitungen beginnen meist nach den Weihnachtsferien. Die Kinder selbst entscheiden, ob sie schauspielern oder singen möchten, vielleicht doch lieber tanzen oder als Bastler und Maler an den Kulissen werkeln. Und auch die Eltern werden mit ins Boot geholt, schließlich gilt es in jedem Jahr, neue Kostüme zu schneidern.

So haben sich für die Aufführung des märchenhaften Kindermusicals „Aglaia” von Andreas Hantke erneut verschiedene Arbeitsgemeinschaften gebildet, die jeden Donnerstag in der 5. Stunde an der Aufführung feilen. Die Rollen der Schauspieler und Solisten sind doppelt besetzt, dazu kommt eine weitere Gruppe aus Tänzern sowie die Kulissenbauer und eine große Flötengruppe.

In der Projektwoche unmittelbar vor den Aufführungen im Juni wird es dann richtig spannend. Denn auf den beiden Generalproben bekommt die Inszenierung den letzten Schliff. Vor den Osterferien ging in der Turnhalle der Schule unter Anleitung von Ewald Leclaire und einem Teil des Kollegiums eine Gesamtprobe für die zweite Besetzung über die Bühne. Wenn nötig, unterbrach der Schulleiter, lobte hier („Ja, schön! Viel besser!”) korrigierte dort („Schönen Gruß vom Text!”) und versuchte, den jungen Schauspielern die Aufregung zu nehmen. Die Kinder waren mit großem Eifer bei der Sache, denn schließlich galt es ja, die kranke Prinzessin Aglaia wieder fröhlich zu stimmen.

Die Geschichte: Herolde haben im ganzen Land verkündet, dass der König demjenigen die Prinzessin zur Frau und das halbe Königreich schenken werde, der Aglaia mit Musik von ihrer Melancholie erlöst. Also werden verschiedene Bewerber zu einem Vorspieltermin geladen, um sich und ihre ganz unterschiedliche Musik zu präsentieren - vom Rap über Soul bis hin zum Pop ist alles vertreten.

Während die einzelnen Bewerber auf der „Bühne” Prinzessin Aglaia ihre musikalische Aufwartung machten, übernahmen die Solisten - von Ewald Leclaire am Keyboard begleitet - den jeweiligen Gesangspart. Nach jeder Bewerbung folgte das Urteil der Jury (des Chors), die die einzelnen Darbietungen immer „Nett, sehr nett und im Ganzen äußerst positiv” fand. Doch gab es an jedem der fünf geladenen Bewerber auch etwas auszusetzen, denn keiner von ihnen vermochte die Prinzessin zu heilen.

Auch nicht jener Bewerber, der mit breitem, amerikanischem Akzent großspurig ankündigte: „Isch bin specialist für einsame Herzen. In meinem lovesong erzähl isch dir, dass isch weiß, was du fühlst, little princess!” Sein Soul „I feel so lonely” ließ die Jury zu dem Urteil gelangen: „Nett, sehr nett, obwohl eigentlich ein wenig sehr depressiv.” Und auch der Rapper schnitt mit seinem „Los, komm hoch” nicht besser ab: „Nett, sehr nett, obwohl eigentlich ein wenig sehr progressiv.”

Den drei anderen Bewerbern bescheinigte die Jury ebenso: „Nett, sehr nett”, doch war der eine Vortrag „eigentlich ein wenig sehr primitiv”, der zweite wiederum „ein wenig sehr alternativ” und der nächste sehr „meditativ” („Wenn er das Lied noch ein Mal gesungen hätte, wären alle eingeschlafen.”). Einzig Osianders Gesang heilt schließlich die Prinzessin, die den jungen Troubadour daraufhin zum Prinzen nimmt und Hochzeit feiert.

Die Probe lässt auf wunderschöne Aufführungen hoffen. Auch der Schulleiter war angetan: „Ihr habt euch alle sehr viel Mühe gegeben. Für eine Probe war das ganz, ganz prima!”

Zwei Aufführungen in der Schule

Die Kinder führen das Singspiel „Aglaia” am 12. Juni zweimal in der Grundschule Bohl auf. Die erste Vorstellung beginnt um 11.30 Uhr, die zweite um 14.30 Uhr. Am 16. Juni um 11 Uhr ist dann große Vorstellung im Rahmen der Schultheatertage der Städteregion auf der Freilichtbühne von Burg Wilhelmstein. Zu dieser Aufführung reist die Bohler Schule mit rund 150 Kindern an.
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