Priester mit Herzenswärme, Humor und klaren Worten

Von: rpm
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Pfarrer Erwin Laurenz Schmitz in seinem Studierzimmer - so wie ein Düsseldorfer Künstler ihn sah. Die Inschrift in der Bildmitte unten lautet, aus dem Lateinischen übersetzt: O aufgehender Glanz des ewigen Lichtes und Sonne der Gerechtigkeit: Komm und erleuchte die im Dunkeln und im Schatten des Todes sitzen.

Eschweiler. Beklagt hat er sich nie. Auch nicht, als ihn schwere Erkrankungen plagten und er blind im Rollstuhl saß. Zeitlebens war er ein stets lebensfroher Mensch. Nur still war er zuletzt geworden. Der Pfarrer, der in seinen Predigten stets unverblümt gesagt hatte, was ihm auf der Seele lag. Und dessen trockener Humor ihm - nach heutiger Ausdrucksweise - schon fast Kultstatus eingetragen hatte.

91 Jahre alt ist Erwin Laurenz Schmitz geworden. 47 davon - mehr als sein halbes Leben - verbrachte er als Lehrer und Pfarrer in Eschweiler. Am Dienstagabend gab er seine Seele in die Hände seines Schöpfers zurück.

1952 nach Eschweiler

1952 schickte der Aachener Bischof den Lehrersohn aus dem Eifelort Prüm, der mitten während eines Fliegeralarms im Kriegsmärz 1944 mit 24 Jahren in Aachen zum Priester geweiht worden war und seine ersten Berufsjahre an unterschiedlichen Pfarren zwischen Mariadorf und Hameln, Salzkotten, Viersen und Aachen verbrachte, nach Eschweiler. „In Aachen wollte ich unbedingt als Religionslehrer ans Gymasium - aber man ließ mich nicht”, erzählte er später. „Der Bischof meinte, ich könnte gut mit der Arbeiterjugend. Also kam ich als Berufsschulpfarrer nach Eschweiler.”

Bis 1999 an der Inde

Die Eschweiler wussten schon bald, was sie an dem Priester hatten, dessen Volkstümlichkeit und Herzenswärme sprichwörtlich waren. Ein Priester, der gerne ritt, aber nie auf dem hohen Ross saß. Einer, der die Sprache „seiner” Indestädter sprach und im Karneval seine helle Freude hatte. Einer, der Lebensfreude und Zuversicht ausstrahlte, auch als seine Augen ihm mehr und mehr den Dienst versagten.

1984 trat Erwin Laurenz Schmitz in den Ruhestand - als Berufsschulpfarrer und Lehrer, nicht als Priester. Als solcher wirkte er weiter an St. Peter und Paul, wo er längst heimisch geworen war. Bis ins hohe Alter blieb er als Subsidiar aktiv, trotz all der Beschwerden, die das Alter und nachlassende Sehkraft mit sich brachten.

Erst 1999, mit fast 80 Jahren, zog er gemeinsam mit seiner Zwillingsschwester Edith nach Aachen, in ein ehemaliges Kloster am Lindenplatz, wo die Beiden die Annehmlichkeiten betreuten Wohnens schätzten.

2004 kehrte Erwin Laurenz Schmitz nach Eschweiler zurück, um hier, mit „seiner” Gemeinde, den 60. Jahrestag seiner Priesterweihe zu feiern. Den 65. Jahrestag - das Diamantene Priesterjubiläum - feierte der beliebte Seelsorger dagegen in kleinem Kreis im neuen Zuhause am Aachener Lindenplatz.

Beerdigung am Dienstag

Bis Juli vergangenen Jahres kümmerte sich dort seine Schwester um ihn - dann musste Erwin Laurenz Schmitz seine Wohnung verlassen und auf die Pflegestation des Hauses umziehen, in der er nun - im wörtlichen und besten Sinne - das Zeitliche segnete.

Ihre letzte Ruhestätte finden die sterblichen Überreste von Pfarrer Erwin Laurenz Schmitz in Eschweiler: auf dem Friedhof an der Dürener Straße.

Am kommenden Dienstag beginnt um 9.30 Uhr in der Pfarrkirche St. Peter und Paul ein Requiem, um 10.30 Uhr folgt die Beisetzung.
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