Plötzlich hängt das Herz der Röher am Sportplatz

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Engagierte Diskussionen bei der Ortsbegehung der SPD: Die Jugend von Röhe ist eindeutig für das Erhalten des Sportplatzes an der Erfstraße. Foto: Ebbecke-Bückendorf
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Noch stehen die Torpfosten auf dem Sportplatz und die Kinder von Röhe nutzen das Gelände als Bolzplatz.

Eschweiler-Röhe. Schaffen es die Bürger von Röhe, den Sportplatz an der Erfstraße nicht nur neu zu gestalten, sondern anschließend als Freizeitgelände auch zu betreuen und in Ordnung zu halten? Das war eine zentrale Frage bei der Ortsbegehung am Donnerstag, zu der die SPD eingeladen hatte.

Rund 40 Bürger, viele von ihnen Anwohner, standen auf dem Gelände im Kreis und diskutierten trotz eisiger Temperaturen eine Stunde lang das Für und Wider. Bei den Antworten gab es durchaus Skepsis. Manche Röher trauen ihren Mitbürgern die Selbstverwaltung des Platzes nicht zu.

Die Vergangenheit gibt eher den Skeptikern Recht. Absperrungen und Ballfangnetze wurden demontiert – einige Anwohner behaupten, mit Genehmigung der Stadtverwaltung – und niemand protestierte. Die Bewässerungsanlage sei aufgedreht worden und wochenlang gelaufen, doch niemand hielt es für nötig, etwas dagegen zu unternehmen. Das sei ja Sache der Stadt. Und wenn man als Anwohner einen Eimer Sand brauchte, holte man sich den aus der Sprunggrube.

Das alles ist viele Jahre her. Seit über 30 Jahren wird der Sportplatz nicht mehr für seinen ursprünglich gedachten Zweck benutzt. Röhe hat keinen Fußballverein, und für den Schulsport der Grundschule ist das Gelände nicht sicher genug. Und zu dreckig. „Die Jugendlichen fragen, wie sollen wir hier spielen bei den vielen Hundehaufen“ bestätigte Nicole Hillemacher von der Mobilen Jugendarbeit bei dem Treffen am Donnerstag. Dennoch wird das Gelände gelegentlich als Bolzplatz genutzt, meist von Kindern, die sich auf dem Kleinspielfeld an der Grundschule von Jugendlichen verdrängt fühlen. „Ja, wir spielen hier öfter!“ bestätigten Kinder aus dem Ort. Fußball und selbst erfundene andere Spiele.

Über eine Wiederbelebung des Platzes wird in Röhe nachgedacht, weil die Stadt Eschweiler den Bebauungsplan gerade ändert. Die geplante neue Nutzung: Ein Investor soll auf dem Sportplatz und einer angrenzenden Wiese Photovoltaikanlagen aufstellen. Für die Leute, die dort bisher mit ihren Hunden spazieren gehen, soll ein Weg entlang der Bebauung erhalten bleiben.

SPD-Stadtverordneter Stephan Löhmann erläuterte am Donnerstag den Bürgern die bisherige Planung und versicherte, dass es keinerlei endgültige Beschlüsse gebe. Das Planverfahren ist in der Phase der Bürgerbeteiligung, die Pläne liegen bis zum 22. April im Rathaus aus und können auch auf der Internetseite der Stadt Eschweiler eingesehen werden.

Diese Solarpark-Planung stößt nun mit einigen Monaten Verzögerung auf Protest von Bürgern des Stadtteils. Die Interessengemeinschaft Röher Ortsvereine hat sich zum Sprecher des Widerstands gemacht. Einstimmig ist man für die Erhaltung des Platzes, hat bereits 500 Unterschriften gesammelt. Den Vereinen ist klar, dass die Erhaltung des Platzes als einziger größerer ebener Fläche in dem Stadtteil nur vernünftig ist, wenn die Bürgerschaft das Gelände vielfältig nutzt. Genau in diese Richtung argumentierte bei dem Treffen vor Ort der Vorsitzende der IG Röher Ortsvereine, Hans-Dieter Büttgen: „Die Vereine wollen sich einbringen und den Platz – natürlich mit Hilfe der Stadt – so herrichten, dass er für die Schule, für die Kinder und die Vereine nutzbar ist.“ Auch der Maiclub versicherte, künftig wieder ein Festzelt dort aufstellen zu wollen. Was zumindest bei einem lärmgeplagten Anwohner nicht auf Begeisterung stößt: „Mit mir findet das nicht statt!“

Und mit dem Herrichten allein sei es ja auch nicht getan. Als Freizeitplatz von und für Röhe müssen die Bürger auch die Betreuung langfristig sicher stellen. Anderswo funktioniere das, wurde in der Runde versichert, über freiwillige Sozialstunden, organisiert von den Vereinen.

Die Entscheidung, was aus dem Sportplatz an der Erfstraße wird, fällt der Stadtrat. Vertreter verschiedener Parteien haben bereits signalisiert, dass sie dem Begehren der (wahrscheinlichen) Mehrheit der Bürger aus Röhe positiv gegenüber stehen. Auch Stefan Löhmann machte ihnen am Donnerstag vorsichtig Mut, betonte aber: „Ich erwarte, dass die Vereine sich engagieren.“

Eindeutig für die Nutzung als Bürger- und Freizeitgelände und gegen die Photovoltaikanlagen spricht sich hingegen der Eschweiler SPD-Nachwuchs aus. Es gebe in Röhe einfach zu wenig Spiel- und Freizeitmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche, versicherte bei dem Treffen in Röhe der Vorsitzende der Jungsozialisten Aaron Möller.

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