Pizza Frutti di Mare zum letzten Abendmahl

Von: jlm
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Frank Buchna, Claudia Mark, Professor Hans-Wolfgang Menges-Spell, Dorothée Reul und Dieter Eichelmann (von links) freuen sich auf zahlreiche Gäste der 13. Herbstkunstausstellung. Foto: Julia Meuser

Eschweiler. Installationen, Malerei, Keramiken und Fotogramme sind bei der traditionellen Herbstausstellung im Zisterzienserinner-Kloster in St. Jöris zu sehen. Eine Ausstellung, die zum Staunen und Nachdenken einlädt und durch die Verschiedenheit der Künstler und ihrer Ausstellungsstücke überzeugt.

Initiator ist wieder Dieter Eichelmann, der diese Ausstellungen seit 2002 organisiert.

Neben Dieter Eichelmann sind in diesem Jahr Frank Buchna (Fotogramme) und Professor „Spell“ Hans-Wolfgang Menges (Bilder und Installationen) vertreten.

Frank Buchna arbeitet als Prokurist in einer Chemiefabrik. Seine künstlerische Leidenschaft widmet sich der Fotografie – damit ist nicht die klassische, fotografische Abbildung von Objekten gemeint, sondern vielmehr die analoge Form ohne Kamera. Bei der technisch aufwendigen Arbeit des Negativ-Kontakt-Verfahrens handelt es sich um analoge Schattenabbildungen, die direkt auf Film gelichtet werden.

Dabei bieten sich zwei Möglichkeiten: die Direktbelichtung für kontrastreiche Aufnahmen und die Belichtung eines in Seide gehüllten Objektes, wodurch Grautöne dargestellt werden, der Schwarz-Weiß-Kontrast gemildert oder gar aufgehoben wird und Details des Objekts nicht mehr stark zu erkennen sind.

Alte Technik der Fotografie

Frank Buchna belichtet dabei direkt auf einen 2 x 1,5 Meter großen Film und entwickelt ebenfalls sofort. „Dadurch, dass die Lichtquelle bewegt wird, kommt es zu abstrakten Darstellungen“, erklärt der Künstler.

„Hierbei handelt es sich um eine sehr alte Technik, die noch aus den Anfängen der Fotografie stammt“, so Frank Buchna. Er ist einer der wenigen Künstler in Deutschland, die diese Technik noch anwenden. Indes hält Professor „Spell“ Hans-Wolfgang Menges präsentiert Installationen und Bilder. Er wird vielen Inde­städtern sicher noch aus seiner Zeit als Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Thorax- und Gefäßchirurgie am St. Antonius Hospital bekannt sein.

Neben dem Studium der Medizin und Psychologie widmete er sich der akademischen Malerei an der Werkkunstschule Mannheim und der monumentalen Bildhauerei an der staatlichen Kunstakademie Düsseldorf.

Auf sechs Stelen, bedeckt mit Acryl-Glas-Hauben, liegen sechs Pizzen „Frutti di Mare“, jedoch nicht mit den obligatorischen Meeresfrüchten, sondern mit Müll, den er aus dem Meer gefischt hat. Menges macht darauf aufmerksam, wie viel Müll wir zu uns nehmen und was wir mit unserer Umwelt machen.

Ein weiteres Kunstwerk stellt eine fotografische Dokumentation dar, aufgenommen an seinem letzten Tag im St.- Antonius-Hospital: eine Gruppe Menschen versammelt um einen Tisch, die Assoziation zu dem weltbekannten Werk „das letzte Abendmahl“ ist nicht fern.

Der Initiator der Ausstellung Dieter Eichelmann ist bereits seit 1976 in Ausstellungen vertreten. In St. Jöris wird eine Installation zu sehen sein, die er gemeinsam mit den Eschweiler Künstlern Willi Arlt und Alexander Göttmann zum Thema „Heiligtümer des Alltags“ kreierten. „Jeder hat ein Heiligtum, das gehütet werden muss“, erklärt Eichelmann.

Das Heiligtum der Künstler seien die Ideen, die in der Illustration verpackt in einem Turm aus Drahtgeflecht sprudeln, und aus denen immer neue Kunstwerke entstehen würden.

Auch Keramiken, wie Jakobs Kampf mit dem Engel oder zwei ehrenwerte Häuser, können bestaunt werden. Vernissage ist morgen um 19 Uhr. Am Samstag erwartet die Gäste dann (um 17 Uhr) eine besondere Performance unter dem Titel „ein.ander.zu“ von Claudia Mark, Tanzpädagogin und freischaffende Tänzerin am Theater in Düren, und Dorothée Reul, Tänzerin, Schauspielerin und Sängerin, Tanzpädagogin und Lehrerin der Royal Academy of Dance.

Die Herbstkunstausstellung ist am morgigen Freitag von 18 bis 21 Uhr, am Samstag, 4. Oktober, von 14 bis 18 Uhr, und am Sonntag , 5. Oktober, von 11 bis 18 Uhr, geöffnet.

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